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Weeze
Wemb feiert sein Bürgerhaus

Weeze: Wemb feiert sein Bürgerhaus
Pastor Klaus Martin Niesmann, Elisabeth Voßmöller, Heinz-Theo van Wickeren, Maria Willems und Bürgermeister Ulrich Francken (v.l.). FOTO: thomas Binn
Weeze. Zum 25-jährigen Bestehen gab es einen Festgottesdienst. Bürgermeister Ulrich Francken erinnerte an die Zeit, als Stars wie Bernd Stelter bei Gastwirt Denissen auftraten. Dank für den ehrenamtlichen Einsatz. Kirchenchor begleitet Festakt. Von Anke Kirking

Mit einem bunten Programm und einem Festgottesdienst wurde das 25-jährige Bestehen des Bürgerhauses Wemb gefeiert. Pastor Klaus-Martin Niesmann wies in seiner Predigt auf den christlichen Geist hin, der in jedem Haus wohnt. Und zwar in jedem Ort in dem Haus, auch auf der Toilette. "Das ist zwar kein schönes Thema, aber ein ehrliches." So sagte Niesmann: "Auf dem Klo ist jeder für sich alleine. Vorne heraus freundlich und nett und hinten raus die Sau raus lassen. Christlicher Geist entscheidet sich auch auf dem stillen Örtchen, wenn man sich auch da fragt: Was würde Jesus tun?"

Doch nicht nur die Probleme auf dem stillen Örtchen wurden besprochen, sondern auch, wie gut sich die Dorfgemeinschaft beim Bau des Bürgerhauses engagiert hat. Symbolisch wurde dafür auch Elisabeth Voßmöller, der Vorsitzenden der Gruppengemeinschaft, ein roter Schlüssel verliehen. Er steht für den Geist der Liebe, der offenen Herzen und der Begegnungen. Einen blauen Schlüssel erhielt Johannes Berners als Geschäftsführer des Bürgerhausvereins WHB (die Abkürzung steht für Wemb, Hees und Baal). Der blaue Schlüssel steht für den Geist der Verantwortung, der Treue und der Verlässlichkeit. Nach dem Gottesdienst gab es einen musikalischen Ohrenschmaus vom Kirchenchor.

Weiter ging es im Programm mit einer Ansprache von Elisabeth Voßmöller, die sich noch mal für die vielen Stunden (rund 3200 Stunden) ehrenamtlicher Arbeit bedankte. So viele sind im Laufe der Jahre mindestens zusammengekommen. Eine ehrenamtliche Helferin der ersten Stunde ist Marie Willms. Für die das Wichtigste ist, "dass das Haus weiter lebt". Auch Bürgermeister Ulrich Francken ließ es sich nicht nehmen, seiner Freude über das lange Bestehen des Bürgerhauses Ausdruck zu verleihen. Sein besonderer Dank galt unter Anderen einem Mann, dessen Spitzname "Movie" lautet. Es handelt sich nicht etwa um einen häufigen Kinogänger, der jeden Film (englisch Movie) im Schlaf kennt, sondern um einen, der im Dorf und anderswo viel bewegt hat (aus dem englischen "to move - bewegen"). Die Rede ist natürlich von Pastor Edgar Fritsch. Er gilt als der Vorbereiter für das Bürgerhaus und Pfarrheim. Seinem Zuspruch im Bistum Münster ist es zu verdanken, dass aus einem Projekt auch ein echtes Haus wurde. Francken geriet beim Rückblick auf die Geschichte quasi ins Schwärmen: "Denn schon in den 80er Jahren strebte die Gemeinschaft von Wemb, Hees und Baal (kurz WHB) ein Bürgerzentrum an. Damals war der Treffpunkt beim Gastwirt Denissen. Dort wurde auch schon mal das Wohnzimmer zur Sektbar umfunktioniert. Da traten schon heutige Stars wie der bekannte Sänger und Komiker Bernd Stelter auf."

Später dann, als der Saal von Denissen abgerissen wurde, um den Bau des Bürgerhauses vorantreiben zu können, gab es ein "Provisorium" bei Herman Borkes in der Scheune. Mit einem Zitat von Albert Schweitzer unterstrich der Bürgermeister immer wieder, wie beeindruckt er von der Arbeit des Bürgerhausvereins und den vielen ehrenamtlichen Helfern ist, denn "tiefste Gemeinschaft kommt aus einem gemeinsamen Willen, das Wollen ist das Elementarste in unserem Wesen". So sei auch nicht unerwähnt, dass Annemarie van Wickeren in diesem Jahr die Kieselprinzessin geworden ist. Sie gehört zu den treibenden Kräften des Bürgerhausvereins, dessen Vorsitzende sie ist. Am schönsten formulierte es noch der Präsident der Geselligen Vereine, Heinz-Theo van Wickeren. Er wollte keine trockene Rede halten, sondern bunt sollte sie werden. Daher hatte er passend zu seiner roten Krawatte auch gleich rote Socken angezogen, die er auch voller Stolz präsentierte. So sprach er von der Zukunft des Hauses im Blick auf den Kindergarten "Kieselstein", der ebenfalls sein 25-jähriges Bestehen feiert. Er erinnerte an eine Bierflasche, die im Gebälk hängt und in der alle Namen der Menschen sind, die an dem Bau beteiligt waren. Auch die erste Kappensitzung in dem Bürgerhaus würde er wohl nie mehr vergessen. So wünscht er sich für die Zukunft, dass das Bürgerhaus das bleibt, was es jetzt schon ist: "Dass hier ein Familienleben stattfindet wie in einem Mehrgenerationenhaus."

Am Ende der Feierlichkeiten kam dann doch noch einer zu Wort, der zwar schon mehrfach erwähnt wurde, aber eigentlich selber gar nicht reden wollte. Pastor "Movie" Edgar Fritsch. Er begann etwas ungewöhnlich mit den Worten: "Heinz Erhardt würde jetzt sagen: Es ist immer leichter, den Mund zu halten, als eine Rede". Doch Edgar Fritsch zog noch mal eine Bilanz, die aus seiner Sicht die ganze Gemeindeentwicklung mit einbezieht. Denn der Bau des Bürgerhauses habe auch in der Gemeinde ein Feuer der Nächstenliebe entfacht, und er ist dankbar, dass er der Sämann dieses Feuers sein durfte.

Quelle: RP
 
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