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Kevelaer
Wenn Wünsche nicht baden gehen

Kevelaer: Wenn Wünsche nicht baden gehen
Glücklich über erfolgreiche Projekte, von FOTO: Petra Tißen, Mario Schaap, Bernd Wienhofen und Bernd "Posser" Wilders (v. l.).
Kevelaer. Drei Pilotprojekte waren beim Niersfunding erfolgreich. Das Straelener Sauerlandlager bekommt eine neue Hüpfburg, "Posser" vom SC Auwel-Holt eine neue Mähmaschine und der Reit- und Fahrverein Rheurdt eine Beregnungsanlage. Von Bianca Mokwa

So sehen Sieger aus. Fürs Sauerlandlager Straelen gibt es eine neue Hüpfburg, Rasenkeeper Bernd Wilders, besser bekannt als "Posser", freut sich über eine neue Mähmaschine, und die Reiter brauchen beim Reit- und Fahrverein keine Schläuche mehr schleppen, weil sie eine neue Beregnungsanlage erhalten. Alle drei Vereine haben das Niersfunding genutzt, um sich ihre Wünsche zu erfüllen. Sie nutzten die Internetplattform der Volksbank an der Niers, um erst Fans zu aktivieren und dann Geld zu sammeln. Von der Volksbank gab es für jede Spende ab fünf Euro zehn Euro obendrauf. Pro Projekt waren das bis zu 1000 Euro zusätzlich.

4500 Euro waren nötig, um "Possers" Traum von einer neuen "Mähmaschine" zu erfüllen. "Immerhin war die alte schon 20 Jahre alt", sagt der Mann, der ein Auge auf das Grün der Fußballer hat. Viele Holter hatten ein Einsehen, dass "eine Neue" her muss. Es wurden 4575 Euro gespendet. "Gezittert haben wir nie, ob die Summe zusammenkommt. Wir kennen unsere Holter", sagt Bernd Wienhofen vom SC Auwel-Holt.

Das Pokalspiel gegen Straelen wurde noch einmal genutzt, um die Werbetrommel zu rühren. Am Ende waren es viele kleine Beträge, die zum Ziel führten. Zwei spendeten aber auch jeweils 200 Euro und sind dafür zur exklusiven "Treckertaufe" bei Currywurst und Schampus eingeladen. "Wir freuen uns darauf", sagt Wienhofen. Der neue Mäher wird bestellt. Im Gegensatz zum Alten ist er geländetauglich und wird viele Jahre Freude bereiten.

Das gilt auch für die neue Hüpfburg, die bald den Kindern des Straelener Sauerlandlagers zur Verfügung steht. 15 Jahre gibt Mario Schaap vom Sauerlandlager ihr locker. Die Neuanschaffung wurde allerhöchste Zeit. Am Wochenende war bei der alten die Mittelnaht gerissen. Weil die Leute mehr Geld spendeten, fällt die Hüpfburg sogar noch ein bisschen größer aus. Aus den 2800 Euro erforderlichen Spenden wurden 4310 Euro. Die nächste Hüpfburg wird 20 Quadratmeter haben statt der geplanten zwölf. Richtig Geld brachte eine Haarschneideaktion eines Straelener Frisörs. "Es ist eine Menge Arbeit, aber es lohnt sich", lautet Schaaps Resümee von vier aufregenden Monaten.

Kurz vor dem Ende wurde es beim Reit- und Fahrverein noch einmal richtig spannend. "Es war knapp", sagt Petra Tißen. Am Ehrungsabend wurde noch einmal zum Spenden aufgerufen. Der Ruf wurde gehört. Die angepeilten 3800 Euro kamen zusammen, es wurden sogar 4276 Euro. Dafür wird eine Beregnungsanlage angeschafft, die schon zum 1. Mai zum Turnier für beste Bodenverhältnisse sorgen soll, ebenso bei den Rheinischen Meisterschaften, die Mitte Juni stattfinden.

"Wir haben die Reiter bei ihrem Projekt unterstützt", verrät Mario Schaap vom Team Sauerlandlager Straelen. "Das gehört sich so." Auch für "Possers" Mähmaschine haben die Straelener gespendet - und umgekehrt: Auch die Straelener für die Holter. "Ich finde, das gehört sich so, wenn man mit Herzblut dabei ist und ein Ziel hat", sagt Schaap mit viel Überzeugung. Das Ziel sei bei allen drei gleich: Etwas für den Verein tun, ihn weiter voranbringen. Ein Schulterklopfen für persönliche Leistung will keiner von ihnen. Wienhofen und Schaap winken ab. "Das ist Ehrenamt", betonen sie.

Ihre Tipps für diejenigen, die das Niersfunding nutzen möchten: Projekte auswählen, die bei den Menschen im Fokus stehen, nicht zu hohe Projektbeträge, viel Eigeninitiative. "Man muss die Leute an die Hand nehmen", so Schaap. Nicht alle können und wollen mit den neuen Medien umgehen, bestätigt Petra Tißen. Da ist Hilfestellung nötig, um am Ende das große Ziel zu erreichen. Dass es kein Selbstläufer ist, zeigt sich daran, dass es von fünf Pilotprojekten zwei nicht geschafft haben. Die Kesseler Jugend bekam nicht genügend Fans für ihr Projekt zusammen, der KSV nicht genügend Spenden für die Umsetzung eines Outdoor-Fitness-Parcours in Kevelaer. Für nicht realisierte Projekte gilt übrigens: Die Spender erhalten ihr Geld zurück.

Quelle: RP
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