| 00.00 Uhr

Kevelaer
Wie das Unwetter eine Firma traf

Kevelaer: Wie das Unwetter eine Firma traf
In einem Bereich war die gesamte Ladeneinrichtung durch die Feuchtigkeit unbrauchbar geworden und musste abgebaut werden. FOTO: Bayer-Janeck
Kevelaer. Das Unwetter im Juni erwischt die Firma Bayer Decodomus in Winnekendonk voll. Große Teile der Geschäftsräume des Raumausstatters unter Wasser. Während nun komplett saniert werden muss, läuft der Verkauf aber weiter. Von Sebastian Latzel

Das Plakat wirkt fast ironisch: "Betreten Sie Ihr Zuhause mit Wohlbefinden" steht auf dem Poster, das an der kahlen Wand im Verkaufsraum der Firma Decodomus hängt. Denn mit Wohlbefinden hat der Raum derzeit wenig zu tun, auch zu Hause möchte hier momentan wohl kaum einer sein. Die großen Räume im hinteren Bereich des Raumausstatters wirken momentan wie ein Rohbau. Ein Zuhause stellt man sich anders vor. "Immerhin sind die Räume jetzt trocken, Sie können sich nicht vorstellen, wie das hier vorher ausgesehen hat", sagt Brigitte Bayer-Janeck und zieht aus einem großen Entfeuchter einen Wasserbehälter. Der ist bis zum Rand gefüllt. "Die Geräte laufen hier rund um die Uhr, damit die Feuchtigkeit endlich aus den Wänden zieht."

Erst seit gut einer Woche ist der Boden hier überhaupt wieder trocken. Bis dahin stand immer noch Wasser in den Räumen. Am 23. Juni hatte das Unwetter die Firma am Wissener Weg voll erwischt. Dicke Hagelkörner hatten die Glaskuppeln zerstört, Wasser war von oben eingerungen. Gleichzeitig lief Wasser in das Gebäude, weil die Straße zehn Zentimeter höher liegt. Brigitte Bayer-Janeck wohnt direkt über dem Geschäft und erlebte in der Nacht das ganze Ausmaß des Unwetters mit. In kurzer Zeit stand das Wasser in den Geschäftsräumen zehn Zentimeter hoch. "Wir haben versucht, zu retten, was ging." Die Computer wurden in Sicherheit gebracht. Möbel hochgetragen. Die Teppichböden waren allerdings ebenso wenig zu retten wie der komplette Ladenbau. In den Wänden saß die Feuchtigkeit, teilweise mussten die daher eingerissen werden. Im Gewerbegebiet von Winnekendonk habe es keine Firma so schwer getroffen, wie Decodomus, sagt die Inhaberin. "Das war schon extrem hier." Von der gesamten 3000 Quadratmeter großen Verkaufsfläche sind zwei Drittel überschwemmt. Glücklicherweise liegt ein Teil höher, der bei dem Unwetter trocken blieb. In diesem 1000 Quadratmeter großen Bereich läuft der Verkauf weiter. "Zunächst hieß es, wir sollten ganz schließen, aber wir haben gesagt: Nein, wir machen auf jeden Fall weiter. Denn sonst hat man uns vergessen", sagt die Geschäftsfrau, die froh ist, dass die Versicherung den größten Teil des Schadens übernimmt. Man selbst werde aber auch noch auf einem gehörigen Batzen an Kosten sitzen bleiben. Sie ist aber froh, dass der Geschäftsbetrieb weiterlaufen kann. Zwei andere Firmen aus dem Verband hätten nach dem Unwetter schon Insolvenz anmelden müssen. Mit Anzeigen macht das Unternehmen darauf aufmerksam, dass der Verkauf in Winnekendonk trotz des Hagel-Schadens weiterläuft.

Diese Hagelkörner gingen auf die Firma nieder. FOTO: bayer-janeck

"Wir hatten hier keinen Tag geschlossen und das Team arbeitet einfach super mit", sagt die Inhaberin. Alle Mitarbeiterinnen hatten geholfen, Wasser geschleppt, auch die Ehemänner packten an. Brigitte Bayer-Janeck spricht von einem "Dream Team".

Etwa zwei Wochen werden die Entfeuchter noch und um die Uhr laufen.

Brigitte Bayer-Janeck an einem der Wasserbehälter, die vom Luftentfeuchter gefüllt werden. Jeden Tag muss das Gerät noch zweimal geleert werden, weil so viel Feuchtigkeit in den Räumen ist. FOTO: Seybert

Dann sollen die Räume nach und nach wieder hergerichtet werden - und dann soll der Verkaufsraum hinten auch wieder richtig Lust auf das Zuhause mit Wohlbefinden machen.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Kevelaer: Wie das Unwetter eine Firma traf


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.