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Kevelaer
Wie lebenswert Kevelaer für Kinder ist

Kevelaer: Wie lebenswert Kevelaer für Kinder ist
Marlon-Patrice Schülling (l.) lebt in einem Kevelaerer Wohngebiet. Er ist neun Jahre alt und besucht ein Gelderner Gymnasium, weil ihm das große Schulzentrum Angst gemacht hat. Paula Wilbers wohnt am Stadtrand von Kevelaer. Die Zehnährige besucht die fünfte Klasse des Kevelaer Gymnasiums. Yanick wohnt sehr zentral in Kevelaer, in unmittelbarer Nähe der Grundschule. Der Neunjährige ist im vierten Schuljahr und wohnt mit seinen Eltern und zwei Geschwistern in einem Mehrfamilienhaus. FOTO: Thomas Binn
Kevelaer. Fast 2000 Jungen und Mädchen unter zwölf Jahren leben in der Marienstadt. Wie erleben sie ihre Heimatstadt? Sind sie zufrieden oder gibt es auch Dinge, die verbessert werden können? Eine Spurensuche mit dem Nachwuchs. Von Thomas Binn

Im Laufe der zweiten Jahreshälfte 2015 sollen, laut kommunalem Kinder- und Jugendförderplan, Politik, Verwaltung, freie Träger und betroffene Bürger zusammenkommen. Ziel ist, die Kinder- und Jugendhilfe zukunftsweisend aufzustellen und die Lebensqualität von Kindern vor Ort zu steigern. Aber wie sehen Kinder selbst ihre Stadt? Die RP hat mit drei jungen Kevelaerer Bürger und ihren Eltern über den Heimatort gesprochen. Schwerpunktmäßig ging es um die Verkehrswege, das Schulangebot sowie um die Sport-, Freizeit- und Spielmöglichkeiten.

Kritisch haben sich alle drei befragten Kinder zu den Verkehrswegen in Kevelaer geäußert. Die Straßenführung sei für junge Verkehrsteilnehmer, die mit dem Fahrrad unterwegs sind, schlecht überschaubar. Vor allem der Innenstadtbereich zwischen St.-Klara-Platz und der Einfahrt in die Dondertstraße sei gefährlich. Yanick, der zur Zeit das vierte Schuljahr besucht und am Margaretenweg wohnt, erzählte, dass er sich nicht traue, alleine mit dem Rad zum Freibad zu fahren. Kritisch sei die Verkehrsdichte an der Marktstraße und der Übergang aus der verkehrsberuhigten Zone der Bahnstraße heraus Richtung Bahnschienen. Radwege wären toll, schlug Marlon vor, der die Marktstraße täglich befährt, um zum Bahnhof zu kommen. Alle Kinder beklagten sich außerdem über rücksichtslose Autofahrer, selbst in Spielstraßen, und wünschten sich in den Spielbereichen mehr Kontrollen. Klar wurde auch, dass die Lebensqualität der Kinder, deren Eltern große Gärten besitzen, höher ist. Es fehlen im öffentlichen Bereich geschützte Spielflächen. "Ballspiele auf der Straße ist bei mir kaum möglich", erzählt Yanick und spielt auf die vielen parkenden Autos an. Keines der drei befragten Kinder wusste, wo sich der nächstgelegene Bolzplatz befindet. Spielplätze seien vor allem für Kinder, die innerstädtisch leben, viel zu weit weg und nicht erreichbar. Auch der Schulhof an der St.-Antonius-Grundschule stehe den Kindern nicht mehr als Spielfläche zur Verfügung.

Marlon-Patrice Schülling (l.) lebt in einem Kevelaerer Wohngebiet. Er ist neun Jahre alt und besucht ein Gelderner Gymnasium, weil ihm das große Schulzentrum Angst gemacht hat. Paula Wilbers wohnt am Stadtrand von Kevelaer. Die Zehnährige besucht die fünfte Klasse des Kevelaer Gymnasiums. Yanick wohnt sehr zentral in Kevelaer, in unmittelbarer Nähe der Grundschule. Der Neunjährige ist im vierten Schuljahr und wohnt mit seinen Eltern und zwei Geschwistern in einem Mehrfamilienhaus. FOTO: Thomas Binn

Sorgen macht den Kindern und den Eltern die Entwicklung des Schulangebots. Marlon hat sich schon beim ersten Besuch des Schulzentrums gegen den Schulstandort entschieden und fährt lieber jeden Tag nach Geldern. Die Schule sei ihm einfach viel zu groß gewesen, erzählt seine Mutter. Ähnliches sagen auch Familie Wilbers und Familie Venmann. Kinder wie Eltern befürchten, dass ein so großes System kaum den individuellen Bedürfnissen der Kinder gerecht werden kann. Das sei doch besonders wichtig betont Yaniks Mutter. "Wie sollen sich denn Kinder dort zurecht finden, wenn selbst ich als Erwachsene dort kaum durchblicke?" Auch in Paulas Familie wurde lange über den Schulwechsel diskutiert. Gaesdonck war eine Option. Letztendlich hat sich Paula dann doch für das Kevelaerer Gymnasium entschieden, da es ihr wichtig war, eine Schule innerhalb von Kevelaer zu besuchen. Alle befragten Familien hätten sich ehr ein kleingliedriges Schulsystem mit mehr Auswahl wie in den Nachbarorten Geldern und Goch gewünscht.

Durchgängig gut beurteilen die Kinder das Breitensportangebot. "In Kevelaer kann eigentlich jeder seinen Lieblingssport ausüben", sagt Paula. Verbesserungswürdig sei allerdings die Anmeldeprozedur von Kindern für Schwimmkurse. Leider gäbe es lange Wartelisten. Grundsätzlich sei die Arbeit in den Sportvereinen aber gut, und die vielen ehrenamtlich engagierten Trainer leisteten tolle Arbeit.

Marlon-Patrice Schülling (l.) lebt in einem Kevelaerer Wohngebiet. Er ist neun Jahre alt und besucht ein Gelderner Gymnasium, weil ihm das große Schulzentrum Angst gemacht hat. Paula Wilbers wohnt am Stadtrand von Kevelaer. Die Zehnährige besucht die fünfte Klasse des Kevelaer Gymnasiums. Yanick wohnt sehr zentral in Kevelaer, in unmittelbarer Nähe der Grundschule. Der Neunjährige ist im vierten Schuljahr und wohnt mit seinen Eltern und zwei Geschwistern in einem Mehrfamilienhaus. FOTO: Thomas Binn

Fazit: Auch wenn Yanick, Marlon und Paula die allgemeine Lebensqualität in Kevelaer für durchweg positiv befinden, bleibt für die Verantwortlichen doch noch jede Menge zu tun, um den Lebensraum für Kinder in Kevelaer zu verbessern.

Quelle: RP
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