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Kevelaer
Winnekendonker Eltern wollen Schulbus

Kevelaer: Winnekendonker Eltern wollen Schulbus
Die Gefahrenzone ist offensichtlich. Nur ein schmaler Bürgersteig trennt die wartenden Kinder vom Durchgangsverkehr. FOTO: Evers Gottfried
Kevelaer. Die Erziehungsberechtigten sehen ihre Befürchtungen bei der "Verschickung" der Klasse 3 b nach Kervenheim bestätigt. Sie fordern die Stadt zum Handeln auf. Am Dienstag kommt es zu einem Gespräch mit dem Sozialdezernenten. Von Michael Klatt

Eng sind die Fahrgassen auf der Kevelaerer Straße am alten Winnekendonker Sportplatz. Der Bus, der die Fahrgäste in Richtung Kevelaer gestern gegen 7.30 Uhr aufnimmt, zwingt die Autofahrer, hinter ihm zu warten. Ein Pkw-Chauffeur jedoch ist ungeduldig und fährt links an der Mittelinsel vorbei. "Da, sehen Sie", rufen die Frauen und Männer, die auf der gegenüberliegenden Seite warten. Der Vorfall ist für sie nur ein weiterer Beleg dafür, was ihren Kindern zugemutet wird.

Ihre Kinder, das sind Jungen und Mädchen aus der 3 b. Seit Beginn dieses Schuljahres werden sie in Kervenheim unterrichtet und müssen mit dem Bus der Linie 53 fahren. Eine Maßnahme, die im Sommer zu Protesten und Debatten geführt hat (die RP berichtete mehrfach). "Doof" finden die Kinder, dass sie jetzt nicht mehr zu Fuß in die Overberg-Schule können. "Und in Kervenheim ist der Bus einmal einfach an uns vorbeigefahren", empört sich der kleine Moritz.

Am alten Sportplatz in Winnekendonk beobachten einige Eltern, wie ihre Kinder in den Schulbus einsteigen. FOTO: Gottfried Evers

Der Vorfall geschah am Dienstagmittag. "Der Bus hat auch hier in Winnekendonk nicht gehalten", berichtet Karin Cladder, die von ihrem Fenster aus gute Sicht auf die Haltestelle hat und die anderen Eltern über die Panne informierte. Für Marco Pauls ist klar: "Wer noch ein Argument brauchte, warum die Schulklassenverschickung einer kompletten Winnekendonker Schulklasse nach Kervenheim totaler Käse ist, der muss sich die Abläufe bei der ,Abholung' am Dienstag mit dem Linienbus anschauen."

Es muss sich was ändern, fordern die Winnekendonker Eltern der 3 b. Nicht nur wegen des Fehlers vom Busfahrer. Da einem Linienbus das Schulkindzeichen fehle, würden die Autofahrer nicht zur Vorsicht und zum Schritttempo angehalten, bemängelt Nadine Raadts. Geparkte Anhänger versperren die Sicht, ist ein anderer Kritikpunkt.

Es geht weiter: Lastwagen bretterten über die Straße, und kleine Kinder benähmen sich unberechenbar, würden beispielsweise zu einem wartenden Bus rennen, ohne auf den Verkehr zu achten. Ein Drängelgitter fehlt auf dem schmalen Bürgersteig - ein Schubser, und ein Kind landet auf der Straße. Morgens müssen die Kinder eine halbe Stunde früher aufstehen und sind mittags erst 45 Minuten nach Schulschluss zuhause. Und: "Ein Jugendlicher spielte vor den Kindern mit einem Messer", gibt Thomas Terhoeven-Urselmans Beobachtungen weiter. "Das passiert in einem Schulbus für Grundschüler nicht so."

Den Einsatz eben eines solchen Schulbusses fordern die Eltern. Gerade stoppt einer an der gegenüberliegenden Haltestelle. "Ab der fünften Klasse gibt es einen verlässlichen Schulbus, und Achtjährige sind auf den Linienbus angewiesen", stellen die Eltern fest und schütteln die Köpfe. Sie fordern die Stadt zum Handeln auf. "Wir haben kooperiert, damit die Schule in Kervenheim erhalten bleibt. Die Stadt sollte das auch tun, damit unsere Kinder sicher zur Schule kommen", findet Ingeborg Boersma. Gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit würden die Kinder spät oder nicht gesehen, fürchtet Anne-Claire Schuschmel. Karin Cladder bangt um die Zukunft auch der Overberg-Schule in Winnekendonk, sollten die Eltern weiterhin zu derartigen Klassenumsiedlungen gezwungen werden. "Dann melden sie ihre Kinder eventuell direkt in Kevelaer an." Wegen der neuen Verhältnisse sind jetzt schon zwei Kinder in Kervenheim aus dem Offenen Ganztag geholt worden.

Am Dienstag trifft sich Marco Pauls mit Sozialdezernent Marc Buchholz aus dem Kevelaerer Rathaus. "Mal sehen, was das bringt", sagt der Winnekendonker. Große Hoffnung hat er nicht, schließlich hätten die Schulaufsicht und der Rat das beschlossen und die Verwaltung nur umgesetzt. "Politische Vertreter inklusive Bürgermeister haben sich noch nicht gemeldet. Die sitzen das aus."

Quelle: RP
 
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