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Kevelaer
Wofür Kevelaerer Kinder Koffer packen

Kevelaer: Wofür Kevelaerer Kinder Koffer packen
FOTO: Thomas Binn (binn)
Kevelaer. Im nächsten Jahr gibt es wieder viele Ferienfreizeiten in der Marienstadt. Eine Zeit weg von zu Hause ist ein Schritt in die Selbstständigkeit. Die Redaktion gibt eine Übersicht zu den Angeboten und sagt, was welche Maßnahme kostet. Von Thomas Binn (Text und Foto)

Wer einmal nach zwei Wochen einen Kinderkoffer geöffnet hat, nachdem der Nachwuchs aus einem Ferienlager heimgekehrt ist, weiß, dass dort alles anders ist als zu Hause. Ob nun der überwiegende Teil der von den Eltern fürsorglich eingepackten Klamotten überhaupt genutzt wurde oder ob sich der gesamte Kofferinhalt in ein Chaos verwandelt hat, spricht nicht für die Qualität der Erlebnisse. Für Kinder und Jugendliche sind die ersten eigenen Urlaube eine ganz besondere Zeit. Weg von zu Hause, selbstständig werden und jenseits der Grenzen des Alltags die Welt entdecken - ein wichtiger Bestandteil auf dem Weg in die Selbstständigkeit.

Kinderferienfreizeiten haben in Kevelaer eine lange Geschichte. Vorreiter war die Pfarrgemeinde St. Marien, die seit 1960 Amelandlager in ihrem Pfarr-Gemeindegebiet anbietet und es auch heute noch macht. Seitdem sind neue Angebote dazugekommen, und vieles hat sich auch verändert. Dass sich die Teilnehmerzahlen seit vielen Jahren auf einem hohen Niveau befinden, spricht für die Angebote in Kevelaer.

Die Stadt förderte 2015 Kinder- und Jugenderholungsmaßnahmen ab einer Länge von vier Tagen mit einem Betrag von 1,70 Euro pro Kind und Nacht. Nach dieser Berechnung wurden rund 9900 Ferienlagernächte von Kevelaerer Organisationen unterstützt. Eine stattliche Zahl.

Dass die Organisation solcher Projekte aber nicht so ganz einfach ist, zeigt sich am Beispiel des Österreichlagers der Pfarrgemeinde St. Antonius. Es müssen halt nicht nur die Anmeldezahlen stimmen. "Die Träger benötigen auch geeignete Betreuer und Leiter, die bereit sind, zwei Wochen ihres Urlaubs zu investieren, um mit den Kindern unterwegs zu sein. Die gibt es derzeit für das Österreichlager 2016 nicht", berichtet Pastor Andreas Poorten von der St.-Antonius-Kirchengemeinde. Das Angebot wird im kommenden Jahr daher nicht stattfinden. Auch das alle zwei Jahre stattfindende Pfadfinderlager vom Stamm Kervenheim/Weeze macht im kommenden Jahr Pause und geht erst 2017 wieder auf große Fahrt. Dafür bietet aber die DLRG Kevelaer nach rund zehn Jahren Pause wieder ein Lager an. Ziel ist der alte Bahnhof in Garbeck, wo die Ortsgruppe in den 1990er Jahren schon einige Male war. Die Initiative ging von ehemaligen Teilnehmern aus, die das Lager jetzt betreuen und leiten.

Die Anforderungen an das Betreuungspersonal sind in den vergangenen Jahren gestiegen. Auf Kreisebene werden seit vielen Jahren sogenannte Juleica-Schulungen angeboten, mit der Jugendgruppenleiter fit gemacht werden, und auch die Vorlage eines erweiterten polizeilichen Führungszeugnisses ist mittlerweile verpflichtend. Aber dennoch: Wer einmal Lagerluft geschnuppert hat, kommt schwer wieder davon los. Das weiß auch Menzi Aymanns, der schon 38 Jahre als Betreuer im Zeltlager von Union Wetten mitfährt und 30 Jahre Jugendleiter war. "Das Gemeinschaftsgefühl in einem Ferienlager ist mit nichts zu vergleichen," erzählt er. "Wenn ich heute sehe, dass Kinder ohne Fernseher und ohne Handy miteinander spielen und in Zelten zusammen sind, macht mich das ganz schön glücklich." Vorschlag 1: Ahrhütte

Termin: 9. bis 18. Juli (zehn Tage). Seit 1993 fahren in das Selbstversorgerhaus in die Nordeifel. Die Kinder sind in Mehrbettzimmern untergebracht. Es gibt eine Spielwiese und einen Wald in der Nähe. Gruppengröße: 20 Jungen und 20 Mädchen, elf Betreuer, Kochteam. Wer darf mitfahren: katholische Kinder, die bei der Anmeldung das 2. oder 3. Schuljahr besuchen. Kosten: Regelbeitrag 199 Euro inklusive Taschengeld (Staffelungen nach Einkommen der Eltern und Teilnahme von Geschwistern). Träger: Caritas-Ferienwerk Pfarrgemeinde St. Marien/St. Antonius Kevelaer. Anmeldetermin: letzte Januarwoche. Weitere Infos: E-Mail ahrhuette@web.de.

Vorschlag 2: Amelandlager

Termine: Jungen - 16. bis 30. Juli (14 Tage), Mädchen - 30. Juli bis 13. August (14 Tage). Seit vier Jahren beheimatet das Haus Apollo in Buren das Amelandlager. Das Selbstversorgerhaus bietet zwei Schlafsäle und Räume für das Betreuer- und Kochteam. Wer darf mitfahren: alle Kinder, die zum Zeitpunkt des Lagerbeginns zwischen neun und 13 Jahre alt sind. Katholische Kinder werden bevorzugt. Gruppengröße: 54 Kinder, zwölf Betreuer, Kochteam. Kosten: Regelbeitrag 310 Euro plus 30 Euro Taschengeld (Staffelungen nach Einkommen der Eltern und Teilnahme von Geschwistern). Träger: Caritas Ferienwerk Pfarrgemeinde St. Marien/St. Antonius. Anmeldung: letzte Januarwoche. Weitere Infos: Mitte Januar an der Pforte des Priesterhauses.

Vorschlag 3: DLRG-Sommerlager

Termin: 6. bis 20. August (14 Tage). Nach zehn Jahren Pause steuert die DLRG wieder den umgebauten Bahnhof in Garbeck an. In dem Selbstversorgerhaus schlafen die Kinder in zwei Schlafräumen. Es gibt einen Mehrzweckraum und eine Gartenanlage. Wer darf mitfahren: Kinder ab sieben Jahre. Wer noch kein DLRG-Mitglied ist, muss eine Jahresmitgliedschaft abschließen. Gruppengröße: 30 Kinder, acht Betreuer, Kochteam. Kosten: 295 Euro plus 25 Euro Taschengeld. Träger: DLRG-Ortsgruppe Kevelaer. Infos: E-Mail sommerlager@kevelaer.dlrg.de.

Vorschlag 4: DJK-Ferienlager

Termin: 1. bis 19. August (19 Tage). Die Gruppe aus Twisteden ist in einer Schützenhalle untergebracht, wo sie sich mit Kochteam selbst versorgt. 2016 fährt die DJK nach Assinginghausen ins Sauerland. Wer darf mitfahren: Jungen und Mädchen im Alter von neun bis 15 Jahren, die Mitglied in der DJK sind. Restplätze werden auch an Nichtmitglieder vergeben. Gruppengröße: 75 Kinder, 14 Betreuer, Kochteam. Kosten: 245 Euro plus 23 Euro Taschengeld (Ermäßigung für Geschwisterkinder). Träger: DJK Twisteden. Anmeldetermin: Anfang Februar. Weitere Infos: www.djk-twisteden.de.

Vorschlag 5: Wettener Zeltlager

Termin: 9. bis 23. Juli (14 Tage). Unterbringung in Mannschaftszelten in dem Städtchen Schladt in der Eifel. Es wird selbst gekocht, und es wird zusätzliches Programm angeboten. Wer darf mitfahren: Jungen und Mädchen im Alter von acht bis 14 Jahren, die Mitglied bei Union Wetten sind. Restplätze werden an Nichtmitglieder vergeben. Gruppengröße: 75 Kinder, 20 Betreuer. Kosten: 260 Euro inklusive Taschengeld (Ermäßigung bei Geschwistern). Träger: Union Wetten. Anmeldetermin: Ende Januar. Weitere Infos: www.jugendabteilung-union-wetten.de.

Vorschlag 6: Zielpunkt Meer

Termin: 9. bis 24. Juli (16 Tage). Eine Abenteuer-Radtour für Kinder mit Zielen, die am Meer liegen. Das Ziel 2016 ist Helgoland. Die 600 Kilometer lange Strecke legt die Gruppe mit dem Fahrrad zurück. Bis auf das Endziel ist die Tour ungeplant und die Gruppe sucht sich täglich neue Quartiere. Wer darf mitfahren: Alle Jungen und Mädchen, die bei der Anmeldung regulär das vierte Schuljahr besuchen und noch 14 Jahre alt sind. Gruppengröße: 30 Kinder, acht Betreuer. Kosten: 385 Euro inklusive Taschengeld. Träger: Zielpunkt Meer e.V.. Anmeldetermin: 5. Dezember. Weitere Infos: www.zielpunkt-meer.de.

Quelle: RP
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