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Kevelaer
Zehn auf einen Streich im Hospital

Kevelaer: Zehn auf einen Streich im Hospital
Madgalene Wozniak (Mitte) und ihre Kollegin Edeltraut Feegers (hinten rechts) freuen sich mit den Eltern über den Babyboom. Zwei der Säuglinge sind noch auf der Intensivstation und daher natürlich nicht auf dem Foto. FOTO: Clemenshospital
Kevelaer. Babyboom in Geldern: Der Donnerstag war der Rekordtag im Krankenhaus. Erstmals kamen an einem Tag gleich zehn Babys zur Welt. Damit setzt sich der Trend fort, dass auch im Kreis Kleve die Bevölkerungszahl steigt. Von Sebastian Latzel

Nachdem lange die Rede von Kindermangel und Bevölkerungsrückgang war, lassen neue Daten die Statistiker jubeln. Nach aktuellen Prognosen wird sich die Zahl der Einwohner in Nordrhein-Westfalen bis zum Jahr 2025 um rund ein Prozent erhöhen. Und in einigen wenigen Regionen bleiben die Werte sogar bis 2040 stabil. Dazu gehört der Kreis Kleve, dessen Einwohnerzahl sich laut der aktuellen Statistik von 302 000 auf 313 000 erhöhen wird. Dass dies nicht nur reine Rechenspielerei ist, zeigt sich aktuell im Gelderner Krankenhaus. Hier gibt es derzeit einen echten Babyboom. Am Donnerstag stellte das Hospital einen neuen Rekord auf. Erstmals kamen an einem Tag gleich zehn Babys zur Welt - innerhalb von 18 Stunden. Bislang hatte die Rekordmarke bei acht Kindern gelegen, die im vergangenen Jahr im Juni zur Welt gekommen waren.

Der Donnerstag hatte relativ ruhig begonnen, als um 5.15 Uhr der kleine Florian das Licht der Welt erblickte. Dann ging es Schlag auf Schlag: Nadia, Ina, Catharina, Henri, Martin, Nick, Annabella, Philip und Nicola sorgten bis 23.01 Uhr für reichlich Turbulenz in den vier Kreißsälen. "Natürlich hätten wir uns hin und wieder etwas mehr Ruhe für jede einzelne Geburt gewünscht", erklärt Hebamme Johanna Kleibert. "Aber wir sind ein so eingespieltes Team, dass wir selbst zehn Geburten problemlos begleiten können."

Um den Babyboom zu bewältigen, holten sich die zwei diensthabenden Hebammen noch eine Kollegin zur Verstärkung. "Alles ist top gelaufen, der Vorteil unseres Hauses ist, dass wir flexibel auf solche Situationen reagieren können", sagt Krankenhaussprecherin Stefanie Hamm. "Das ist einfach sensationell und freut uns riesig." Sie habe schon überlegt, was für ein Ereignis wohl vor neun Monaten für einen solchen Boom gesorgt haben könnte. Der Blick in den Kalender zeigt: Vor neun Monaten holte die deutsche Nationalmannschaft den WM-Titel. Bundestrainer Jogi Löw als Geburtshelfer also?

Die Mütter und ihre Kinder hätten den ereignisreichen Donnerstag gut überstanden, heißt es. Martins Mutter Sabine Mundt ist sogar sicher, dass das rege Treiben ihrer Geburt gut getan hat: "Wir haben am Vortag erfahren, dass ein Kaiserschnitt notwendig ist. Als wir hier morgens ankamen, ging es zu wie im Taubenschlag.

Es gab so viel zu beobachten, da hatte ich gar keine Zeit, mir Sorgen über den geplanten Eingriff zu machen." Wie die anderen Eltern wurde auch ihr ein Glas Sekt angeboten, das es als kleinen Willkommensgruß auf der Station gibt.

Von den zehn Rekordbabys werden aktuell noch zwei Kinder auf der Neugeborenen-Intensivstation betreut. Auch am Freitag zeigte sich, dass der Einzugsbereich des Hospitals inzwischen groß ist. Zwei Babys kommen aus Geldern, vier aus Kevelaer, und jeweils eins aus Issum, Alpen, Xanten und Weeze.

Auf jeden Fall sorgt der aktuelle Trend im Gelderner Krankenhaus dafür, dass die Geburtsstation auf einem Rekordkurs steuert. 2013 gab es 924 Geburten, was ein Durchschnitt von 2,5 Kindern am Tag bedeutete.

Im vorigen Jahr waren es 893 (2,4), bis Ende März gab es bereits 231 Geburten (2,6). Mit den Rekordzahlen im April wird der Trend sicher anhalten.

Quelle: RP
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