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Kevelaer
Zwei neue Augenärzte für Kevelaer

Kevelaer: Zwei neue Augenärzte für Kevelaer
Die Augenärzte Laura Simon und ihr Mann Arnd Fackeldey feierten die Neueröffnung ihrer Facharztpraxis. FOTO: Seyb
Kevelaer. Die neue Facharztpraxis für Augenheilkunde über der Volksbank schließt einen medizinischen Versorgungsengpass. Seit 2008 stand für Kassenpatienten in Kevelaer kein Augenarzt mehr zur Verfügung. Von Matthias Riemen

Stolz stehen Laura Simon und ihr Mann Arnd Fackeldey hinter dem Empfangstresen ihrer gemeinsamen Praxis und strahlen über das ganze Gesicht. Nach langen Planungs- und Umbauarbeiten sind endlich alle Räumlichkeiten fertig. Schon seit Anfang Juli läuft der Praxisbetrieb.

Am Samstag feierten die beiden Augenärzte mit Kollegen, Optikern und Apothekern die Neueröffnung ihrer Facharztpraxis und nutzten die Gelegenheit, die frisch renovierten Behandlungsräume auf der Busmannstraße vorzustellen.

"Mit der Ansiedlung zweier junger, sympathischer Augenärzte wird die bisher größte medizinische Versorgungslücke in unserer Stadt geschlossen", freut sich Wirtschaftsförderer Hans-Josef Bruns.

Natürlich habe man seitens der Stadt schon in der frühen Planungsphase den Kontakt zu den Ärzten gesucht. "Wir haben das Potenzial Kevelaers präsentiert und bei der Standortsuche geholfen, uns aber auch nicht aufgedrängt", so Bruns. Nach den Zulassungsbestimmungen der Kassenärztlichen Vereinigung hätte sich das Ärztepaar im gesamten Kreisgebiet Kleve niederlassen können.

"Ein Blick auf die Landkarte hat uns gezeigt, wo Bedarf besteht. In Kevelaer hat einfach alles gepasst - nicht zuletzt die hilfreiche Unterstützung durch die Stadtverwaltung", sagt Fackeldey.

"Nach beruflichen Stationen in Bonn und Dortmund wollten wir uns langfristig in Richtung Niederrhein orientieren, wo auch meine Eltern wohnen", berichtet die promovierte Medizinerin Simon, die zuletzt in Jülich tätig war. Das Paar hat eine gemeinsame dreijährige Tochter. "Wenn sie im Grundschulalter ist, wollen wir von Viersen nach Kevelaer umziehen", ergänzt ihr Mann. Viel Zeit, sich in der Marienstadt genauer umzuschauen, hatten die beiden angesichts der stressigen Eröffnungsphase noch nicht. "Aber das holen wir noch nach."

Wie groß der Bedarf in Kevelaer wirklich ist, offenbart der rappelvolle Sprechstundenkalender der für Augenheilkunde zertifizierten Praxis: Sechs Wochen Wartezeit für einen Termin müsse man schon einkalkulieren, berichten die Arzthelferinnen. Bei den Kindersprechstunden ist der Andrang noch größer und der Kalender bis Februar voll. "Mit einem solchen Anlauf hatten wir nicht gerechnet", freuen sich die beiden Ärzte, die für die Sprechstundenbetreuung drei Vollzeit- und weitere drei Halbtagskräfte eingestellt haben.

Mit vier Behandlungsräumen samt diverser Fachgeräte und einer Sehschule, in der freitags eine ausgebildete Orthoptistin tätig ist, ermöglichen die neuen, in weiß und grün gehaltenen Praxisräume eine breit gefächerte Diagnostik und Therapie. Und auch ein erster Tätigkeitsschwerpunkt zeichnet sich bereits ab, berichtet Fackeldey: "Die operative Behandlung altersbedingter Augenerkrankungen." Anstelle eines praxisinternen OP-Raumes setzen die Ärzte auf eine Kooperation mit dem Krankenhaus. Der Wartebereich für die Patienten ist offen gestaltet. Durchs Fenster blickt man auf den Peter-Plümpe-Platz und das Rathaus. "Die exponierte Lage im Zentrum der Stadt war ein entscheidender Faktor bei der Standortfrage", sind sich Fackeldey und Simon einig.

So sehr sich Wirtschaftsförderer Bruns über die Praxiseröffnung im Zentrum Kevelaers freut - mit Blick auf das geplante Ärztehaus auf der Hüls verliert die Stadt zwei Interessenten. "Wir führen aber weiterhin konstruktive Gespräche mit Ärzten, dem Marienhospital und dem Investor", versichert Bruns.

Quelle: RP
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