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Kleve
15-Jähriger in Spoykanal geworfen - vier Tatverdächtige ermittelt

Kleve. Wegen räuberischer Erpressung ermittelt die Polizei gegen einen 17-jährigen Kalkarer, eine 18-jährige Kleverin und zwei Münsteraner - 20 und 21 Jahre alt. Von Dieter Dormann

Hinweise aus der Bevölkerung und die Aussage des Opfers - eines 15 Jahre alten Klevers, der am Samstag, 15. Oktober, gegen 21.20 Uhr von zwei Frauen und zwei Männern in den Spoykanals gestoßen und ausgeraubt worden sein will - hat die Klever Polizei nun auf vier Tatverdächtige aufmerksam gemacht: Gegen einen 17 Jahre alten Jugendlichen aus Kalkar, eine 18-jährige Kleverin sowie einen 20 Jahre alten Mann und eine 21-jährige Frau aus dem westfälischen Münster ermitteln die Klever Fahnder wegen des Verdachtes auf räuberische Erpressung, Körperverletzung und Sachbeschädigung.

Das Opfer und das verdächtige Quartett sollen laut bisherigen Ermittlungen der Klever Kriminalpolizei am 15. Oktober am Ufer des Spoykanals aufeinander getroffen sein. Da der 15-jährige Radfahrer die 18 Jahre alte Kleverin "flüchtig" kannte, seien das Quartett und das spätere Opfer ein Stück gemeinsam am Spoykanal entlang gelaufen. Dabei soll der 15-Jährige den 17 Jahre alten Kalkarer beleidigt haben. So sagten es zumindest der 17-Jährige als auch die 18-Jährige in ihrer polizeilichen Vernehmung aus.

Aus dem verbalen Streit sei dann rasch eine handgreifliche Rangelei entstanden. In deren Verlauf habe der Mann aus Münster das Handy des 15-Jährigen eingesteckt, das zu Boden gefallen war, und zudem die Geldbörse des 15-Jährigen gefordert, die er auch bekommen habe. Zudem schubste der Kalkarer den 15-Jährigen zu Boden, der 20-Jährige aus Münster trat noch gegen dessen Kopf. Im weiteren Verlauf der Schlägerei habe danach jedoch der 15-Jährige den 20-Jährigen in den Spoykanal gestoßen.

Daraufhin mischte sich laut Aussagen des 17-Jährigen und der 18-jährigen Kleverin auch die 21 Jahre alte Frau aus Münster aktiv in den Streit ein: Sie schlug den 15-Jährigen und stieß ihn in den Kanal. Nachdem der 20-Jährige aus dem Wasser gezogen worden war, flüchtete das Quartett vom Tatort. Durch die Hilferufe des 15-Jährigen alarmierte Studenten retteten letztlich den Jugendlichen aus dem kalten Kanalwasser. Zusammen mit seiner Mutter erstattete der Junge noch an diesem Abend bei der Klever Polizei eine Anzeige.

Bislang hat die Polizei nach Aussagen eines ihrer Sprecher dem 15 Jahre alten Klever noch nicht die Aussagen des 17-jährigen Kalkarers sowie dessen 18 Jahre alten Freundin aus Kleve vorgelegt. Ob seine Version des Tatgeschehens eine ganz andere ist, sei deshalb noch nicht zu beantworten.

Auch die beiden Tatverdächtigen aus Münster hat die Kriminalpolizei noch nicht zu dem Verdacht vernommen. Möglich, dass sie andere Erinnerungen als der 17-jährige Kalkarer und seine 18 Jahre alte Freundin aus Kleve an das Geschehene haben werden.

Der Sprecher der Klever Polizei sagt: "Das Problem ist einfach, dass wir keine unbeteiligten Tatzeugen in diesem Fall haben."

Quelle: RP