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Kleve
150 Flüchtlinge in die KAG-Sporthalle

Willkommenskultur: Diese Menschen helfen Flüchtlingen
Willkommenskultur: Diese Menschen helfen Flüchtlingen FOTO: RP
Kleve. Die Kellener Dreifachsporthalle wird zur Notunterkunft für Flüchtlinge, die Freitag am frühen Abend nach Kleve kommen werden. Feldbetten werden aufgestellt, drei Ärzte werden die Menschen medizinisch erstversorgen. Von Matthias Grass

Freitagabend ab 18 Uhr werden die Busse in Kleve erwartet, die bis zu 150 Flüchtlinge in die Stadt bringen werden. Die Menschen werden in Kleve erstversorgt, medizinisch untersucht und vorübergehend untergebracht. Sie sollen in einem Zeitrahmen von bis zu drei Wochen dann von Kleve aus auf langfristige Unterkünfte in anderen Kommunen verteilt werden.

Erfahrungen anderer Notunterkünfte, in Nordrhein-Westfalen gibt es 70 dieser Art, zeigen aber, dass die Menschen oft auch deutlich länger in diesen Unterkünftigen verweilen müssen. "Wir können nicht genau sagen, wie lange die Halle für die Flüchtlinge gebraucht werden wird", sagte Kleves Bürgermeister Theo Brauer gestern Abend vor der Presse. Es könnte auch mehrere Monate dauern. Die Zahl der in Kleve untergebrachten Flüchtlinge auf steigt damit auf 550 Menschen.

Brauer hatte erst Mittwochvormittag die Anfrage von der Bezirksregierung Arnsberg bekommen, ob Kleve diese Notunterkunft einrichten kann. Denn sonst, so Kleves Hauptamtsleiterin Bettina Keysers, hätte den Menschen Obdachlosigkeit gedroht. Keysers erfuhr auch, dass die Flüchtlinge noch nicht medizinisch versorgt sind. Wie viele Menschen tatsächlich kommen, wer kommt und woher die Menschen kommen, stand bis gestern Abend noch nicht fest. Keysers hofft, heute im Laufe des Tages eine endgültige Liste zu bekommen.

Düsseldorf: Hier sollen Flüchtlinge untergebracht werden FOTO: dapd, dapd

Brauer stellte noch am Mittwoch eine Arbeitsgruppe unter Federführung von Bettina Keysers zusammen. Zum Team gehören der Geschäftsführer des Gebäudemanagements, Thomas Mutz, die Sozialamtsleiterin, Sonja Northing, und die Schul- und Kulturamtsleiterin, Annette Wier. "Wir mussten innerhalb kürzester Zeit klären, ob die Einrichtung einer Notunterkunft in Kleve möglich ist", sagt Brauer. Die Wahl fiel auf die Sporthalle in Kellen, da sie die nötigen sanitären Anlagen mit Duschen und Toiletten hat und die baurechtlichen Voraussetzungen für eine Unterbringung von so vielen Menschen erfüllt. "Wir werden in zwei Feldern der Halle 150 Feldbetten aufstellen, in einem Feld Tische und Bänke", sagte Mutz gestern. Das Gesundheitsamt des Kreises Kleve hilft bei der medizinischen Untersuchung der Flüchtlinge. Falls verletzte Personen unter den Flüchtlingen sind, müssen sie im Krankenhaus versorgt werden. Drei Ärzte werden heute neben einem 15-köpfigen Team der Stadt in der Halle sein und die Menschen begrüßen. Das Catering für die drei Mahlzeiten am Tag übernimmt Clivia. Die Kosten für die Unterbringung müssten, so Kämmerer Willibrord Haas, die Bezirksregierung Arnsberg und das Land übernehmen. Denn: "Die Erstaufnahme ist Landessache", betonte Haas.

"Wir werden die Flüchtlinge mit Hilfe der Palette und der Caritas mit Kleidern versorgen. Sie bekommen das vorgeschriebene Taschengeld von 30 Euro für Erwachsene und 15 Euro für Kinder", sagt Sonja Northing. Die Sozialamtsleiterin versicherte, dass eine Pflegekraft sich künftig eine Stunde in der Unterkunft aufhält. Anette Wier hofft, dass die Schule den Sportunterricht bei gutem Wetter nach draußen verlegen kann, dass man zudem notfalls einen Busverkehr zur Sporthalle nach Griethausen einrichte. Auch sollen die Schüler auf die Begegnung mit den Flüchtlingen vorbereitet werden.

In der Dreifachsporthalle des Konrad-Adenauer-Schulzentrums werden 150 Flüchtlinge untergebracht. FOTO: Gottfried Evers
Quelle: RP
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