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Kleve
17-jähriger Flüchtling aus Guinea seit vier Tagen in Kleve vermisst

Kleve. Der 17 Jahre alte Michel Diallo aus Guinea (Westafrika), den das Jugendamt Ende Oktober 2015 bei einer Pflegefamilie in Kleve untergebracht hatte, gilt laut Klever Polizei seit vergangenem Sonntag als vermisst. Der Afrikaner hatte an jenem Tag gegen 11 Uhr das Haus seiner Pflegeeltern in der Flutstraße zum Joggen verlassen. Laufen ging Michel Diallo regelmäßig. Doch seit Sonntagmorgen hat den Jugendlichen niemand mehr gesehen. Keiner hat mehr etwas von ihm gehört. Suchaktionen der Familie, die noch Sonntagabend in Kleve nach dem 17-Jährigen forschten, und der Polizei blieben ergebnislos. Selbst ein Einsatz von "Mantrailern" (Personen-Suchhunden) führte gestern nicht auf eine Spur des 17-Jährigen.

Die 41 Jahre alte Pflegemutter des Vermissten konnte ihre Gefühle in Anbetracht der Ereignisse gestern kaum in Worte fassen. "Traurig, ängstlich, wütend, sauer - alle möglichen Gefühle kommen immer wieder hoch", sagte sie. Die Ungewissheit, was passiert ist, ist für die Kleverin besonders quälend. Doch dass Michel Diallo "einfach so abgehauen" ist, kann (und will) sich die 41-Jährige nicht vorstellen. "Er ist mit einem Koffer nach Deutschland geflohen - warum soll er jetzt ohne Koffer abhauen, ohne auch irgendetwas mitzunehmen? Selbst das Handy-Ladekabel hat er bei uns gelassen", berichtet die Pflegemutter.

Zwar sei der Pflegesohn, der Kurse im Theodor-Brauer-Haus besuchte, dort nicht "besonders glücklich" gewesen. Jedoch habe Aussicht auf einen Schulwechsel bestanden. Zudem habe Michel Diallo drei Tage die Woche mit "großem Spaß" im Tiergarten gearbeitet. Auch in die Familie, zu der drei leibliche Töchter der Pflegeeltern zählen, sei der Afrikaner bestens integriert gewesen, berichtet die 41-Jährige: "Er war wie ein eigenes Kind für uns."

Michel Diallo ist dunkelhäutig, 185 Zentimeter groß und hat kupferfarbene Haare. Bekleidet war der 17-Jährige Sonntag mit dunkler Jacke, rotem T-Shirt, grauer Jogging-Hose und blauen Laufschuhen. Hinweise an die Polizei, 02821 5040.

(dido)
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