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Kleve
37-Jährige soll Drogen an Minderjährige verkauft haben

Kleve. Eine Frau aus Kleve muss sich seit gestern vor der 1. Großen Strafkammer des Klever Landgerichts wegen Drogenhandels verantworten. Der 37-Jährigen wird unter anderem vorgeworfen, 22 Mal Betäubungsmittel an Minderjährige verkauft zu haben. Außerdem wurde bei ihr eine Gaspistole mit geladenem Magazin gefunden. Die Angeklagte ist teilweise geständig. Von Marc Cattelaens

Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft hat die Angeklagte in der Zeit zwischen Januar 2012 und April 2014 von ihrer Klever Wohnung aus einen schwunghaften Rauschgift-Handel betrieben. Die 37-Jährige habe regelmäßig Marihuana, Extasy und Amphetamin verkauft, unter anderem auch an zwei Jugendliche. Im Juni 2013 flog die Frau jedoch auf, und ihr Haus wurde von der Polizei durchsucht. Die Beamten fanden dort neben den Drogen auch mehrere Tausend Euro, die laut Staatsanwaltschaft aus dem Verkauf der Betäubungsmittel stammen, eine geladene Gaspistole und eine Machete.

Obwohl gegen sie bereits ermittelt wurde, verkaufte die 37-Jährige weiter Drogen, heißt es in der Anklageschrift. Bei einer zweiten Hausdurchsuchung wurden die Polizisten erneut fündig: Als die Beamten eintrafen, erwischten sie die Frau dabei, wie sie 100 Gramm einer Amphetamin-Paste durch den Abfluss ihrer Badewanne verschwinden lassen wollte.

Die Angeklagte räumte einen Teil der Vorwürfe ein. Allerdings sei sie davon ausgegangen, dass die beiden jungen Männer älter als 18 Jahre gewesen seien. "Ich war wohl zu gutgläubig", sagte die Angeklagte. Sie habe ihre beiden Bekannten in ihrer Wohnung übernachten lassen, während sie bei einer Freundin gewesen sei. Dabei hätten sich die Minderjährigen die Drogen einfach genommen. Die Gaspistole habe sie für einen Freund aufbewahrt. "Ich würde so etwas nie in die Hand nehmen", sagte die Kleverin. Die Machete sei ein Urlaubsandenken.

Das Geld aus den Drogengeschäften habe die vorbestrafte Hartz-IV-Empfängerin für ihre drei Töchter verwendet, gab sie an. "Ich wollte meinen Kindern etwas bieten."

Der Prozess wird am kommenden Montag fortgesetzt.

Quelle: RP
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