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Niederrhein
4000 Fans beim Festival im Wunderland

Niederrhein: 4000 Fans beim Festival im Wunderland
Abfeiern vor und in dem 20 Meter hohen Riesenzelt war die Devise beim Shelterwood-Festival im Wunderland. FOTO: Klaus-Dieter Stade
Niederrhein. "Be a part of the shelter": Weltpremiere des Techno-Dance-Events "Shelterwood" in Kalkar. Ein durchaus altersmäßig gemischtes Publikum tummelte sich auf dem weitläufigen Gelände. Herzstück war ein 20 Meter hohes Riesenzelt. Von Antje Thimm

."Die Ohrstöpsel haben wir natürlich dabei", sagt Bianca Schäckel, die eigens aus dem Sauerland angereist ist, um in Kalkar auf dem Außengelände des Kernwasser-Wunderland die Weltpremiere des Techno-Dance-Events "Shelterwood" zu erleben. Unterhalten ist schwer, während die Bässe dröhnen, würde auch nur ablenken, denn "wir kommen hauptsächlich für die Musik", sagt die 45-Jährige, die entspannt das Festival-Geschehen beobachtet.

Es ist ein altersmäßig gemischtes Publikum, das sich auf dem weitläufigen Gelände tummelt, viele mit dunklen Sonnenbrillen, blau umrahmt, ein kleines Mitgebsel für die Teilnehmer und sichtbares Zeichen für die Zugehörigkeit zur Techno-Gemeinde.

22 Discjockeys, viele international bekannt, machten Musik. FOTO: Stade Klaus-Dieter

4000 Besucher hat der Veranstalter "soundtec event Management" aus Emmerich erwartet, und am späten Nachmittag sind es bereits etwa 2000. "Wir sind sehr zufrieden" betont Tim Meyer, Chef von soundtec. Der Besucherstrom werde sich im Laufe des Abends und der Nacht steigern, denn gerade in der Dunkelheit wirke die ganz spezielle Musikrichtung des Techno besonders. Von der angekündigten mittelalterlichen Jahrmarkt-Atmosphäre ist zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nichts zu spüren, jedoch ist sicher, dass mit der Dunkelheit auch die Gaukler, Feuerschlucker und Stelzenläufer zum Vorschein kommen.

Herzstück des Techno-Events ist das Riesenzelt, 55 Meter im Durchmesser und 20 Meter hoch. Darin herrscht der Klang, begleitet von faszinierenden Effekten der Laserstrahler. Es ist wirklich auch eine andere Welt, die man betritt, sobald man im Zelt ist. Die Monotonie des Beats bewirkt irgendetwas, einige tanzen spontan, fröhlich, selbstvergessen und der hypnotisierenden Wirkung des Schalls hingegeben. Kommunikation ist momentan nicht wichtig, auch nicht möglich. Hier geht es nur um das, was der DJ, der etwas erhöht an seiner Anlage steht, dem Publikum präsentiert. Er ist die wichtigste Person, oft selbst auch Musikproduzent, wie Dannic aus Breda, einer der sogenannten Headliner. Sie experimentieren, lassen sich berauschen, dirigieren den Klang und den Rhythmus, der das Publikum wirklich angreift, der Beat ist nicht nur zu hören, sondern mit dem ganzen Körper zu spüren. Es ist so etwas wie ein kleiner Ausstieg aus der Wirklichkeit.

"Be a part of the Shelter in a brave new world", so wirbt der Veranstalter für sein Event. Shelterwood, frei übersetzt "Unterholz" oder Urwald, Synonym für die Welt neben unserer streng geordneten Alltagswelt, auf die das Huxley Zitat "brave new world" wohl hinweisen soll. "Lass dich inspirieren von der Musik und mitreißen vom Rhythmus, um bereichert und erholt zurückzukehren in die Alltäglichkeit" so lautet die Botschaft, die im YouTube - Video des Veranstalters zu Ausdruck kommt.

Diese Atmosphäre herrscht aber nur wirklich im Zelt, der Boondocks Stage, weil es dort auch dunkel ist bis auf die Lasereffekte und die erleuchtete Bühne, wo der DJ über seine elektronisch generierte Tonkunst herrscht, abgeschottet, so dass kein Zuhörer sich dieser konzentrierten Wahrnehmung entziehen kann.

Leeto, Alexander machts, Frank Sonic, Man at Arms, das sind nur einige der 22 international bekannten DJs. Viele aus den Niederlanden, so auch Headliner Dannic, Bassjackers, Kryder, die als Top-acts für die Mitternachtsstunde auf dem Plan stehen.

Und Sicherheit wurde großgeschrieben in Kalkar, was aktuell beruhigend wirkt. Das schwer überschaubare Gelände, auf dem auch die von weither angereisten Teilnehmer zelten durften, war rundherum abgezäunt und bewacht. Strenge Taschenkontrollen an den Eingängen und Rucksackverbot waren selbstverständlich und wurden durch Security-Personal kontrolliert.

Quelle: RP
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