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Kleve
5000 Werke für Klever Museen

Kleve: 5000 Werke für Klever Museen
"Rheinansicht von Mäuseturm und Ehrenfels bei Bingen" von Paul Lauters aus der Sammlung Wörner. FOTO: Museum Kurhaus Kleve
Kleve. Die Bilder vom Mittelalter bis zur Moderne sind im Besitz des Freundeskreises. Von Matthias Grass

Freunde muss man pflegen. Und man muss sie begeistern können. Wie die beiden Gartenarchitekten Rose und Gustav Wörner, die von Kleve und seinen Museen so überzeugt waren, dass sie ihren größten Schatz in die kleine Stadt an der Grenze der Republik gaben: Ihre Kunstsammlung. "Der ehemalige Direktor der Museen Haus Koekkoek und Kurhaus Kleve, Drs. de Werd, und der einstige Vorsitzende der B. C. Koekkoek-Stiftung, Amtsgerichtsdirektor a.D. Dr. Ulf Hientzsch, schufen die Voraussetzungen, dass die Sammlung reibungslos nach Kleve gehen konnte", sagt der Vorsitzende des Freundeskreises der Klever Museen, Wilfried Röth mit Blick auf die Eröffnung der Ausstellung "Die Sammlung Wörner. Von Haltung und Leidenschaft" in den beiden Klever Museen.

De Werd war mit Wörners seit ihrer intensiven Arbeit am Klever Gartendenkmal freundschaftlich verbunden, und Hientzsch beriet die Architekten, wie eine solche Sammlung vertraglich vererbt werden kann, wenn man sie zu Lebzeiten noch nicht komplett aus dem Haus geben möchte. Denn Rose Wörner blätterte nach dem Tod ihres Mannes immer wieder gerne in den Mappen, die die Kunst verwahrten.

Außerdem musste Hientzsch auf Wunsch der Sammler den Vertrag so ausführen, dass die Sammlung für beide Klever Museen greifbar ist. Denn: "Überzeugt hat Gustav und Rose Wörner letztlich auch das Engagement der Klever Bürger im Freundeskreis der Museen: Hier war ihre Sammlung, die ja die Sammlung zweier Bürger ist, bestens untergebracht", blickt de Werd zurück. Hientzsch schuf die Voraussetzungen, dass die Werke im Kurhaus untergebracht sein werden und für beide Häuser zugänglich sind.

Im Park, den die Sammler Gustav und Rose Wörner wieder aufleben ließen: Guido de Werd, Dr. Ulf Hientzsch, Wilfried Röth. FOTO: Gottfried Evers

"Ein solches Erbe ist für uns eine Verpflichtung", sagt Wilfried Röth. Denn der Wert der Sammlung Wörner ist enorm: 5000 Kunstwerke aus allen Epochen, vom Mittelalter bis in die Nachkriegsmoderne, von Dürer bis Uecker, von wundersam verzierten Buchseiten aus dem 15. Jahrhundert bis zu den innigen Skulpturen einer Käthe Kollwitz sind als Nachlass nach Kleve gekommen. Eine Sammlung, die die beiden bekannten Garten- und Landschaftsarchitekten, Gustav und Rose Wörner, in Jahrzehnten endloser Sammelleidenschaft zusammengetragen haben.

Darunter sind kleine Sensationen wie das Blatt von Dürer, den das Museum in seiner Mittelaltersammlung endlich begrüßen darf, es gibt die feinen Blumen und Tierdarstellungen unter anderem nach Sibylla von Merian und nicht zuletzt die abstrakten Farbmalereien des 20. Jahrhunderts. Nicht zu vergessen: die Jugendstil-Arbeiten oder die der deutschen Rheinromantik, wie Paul Lauters einsamer Mäuseturm vor Ehrenfels bei Bingen.

Es war eine lange Verbindung, die Wörners mit Kleve eingingen, und die bis in die 1970er Jahre zurückreicht. Damals hatte Stadtdirektor Hans-Hermann Schroer den Wert der Gartenanlagen erkannt. Er beauftragte Wörners mit der Restaurierung. "Sie mussten ein Parkpflegewerk neu erfinden - so etwas kannte man zu dieser Zeit nicht", sagt de Werd. Nach der gelungenen Restaurierung des Klever Parks (die dann unter dem späteren Stadtdirektor Manfred Palmen fertiggestellt wurden) bekamen Rose und Gustav Wörner auch die Aufträge für den Berliner Tiergarten und den Treptow-Park in der Hauptstadt. Doch die Liebe zu Kleve hielt.

De Werd konnte Wörners überzeugen, Teile ihrer Sammlung in der Stadt, mit der sie so verbunden waren, auszustellen. Die "Farbräume" füllten mit ihren kleinen Blättern so wunderbar die Salons von Haus Koekkoek, als gehörten sie einfach dorthin, die Gartenstiche wirken wie gemacht für das Haus. Der damalige Museumsdirektor hielt Kontakt zu den Sammlern, telefonierte nach dem plötzlichen Tod von Gustav Wörner 1997 regelmäßig und ausführlich mit Rose Wörner, besuchte sie regelmäßig. Und nicht nur Kleve hatte ein Auge auf die Sammlung geworfen.

Als die Stadt beschloss, dass das Kurhaus zum Museum umgebaut werden sollte, bekamen Wörners den Auftrag zur Außengestaltung und machten gleichzeitig den Park in Moyland, so de Werd im Rückblick. Nach dem Tod ihres Mannes kurz vor der Eröffnung des Museums Kurhaus beschloss Rose Wörner, die Sammlung nur noch zu wahren und nicht weiter auszubauen. "Gustav war immer der Motor", sagt de Werd. Eine der ersten Ausstellungen im Kurhaus gehörte auch wieder einem Teil ihrer Sammlung: Der Kleinplastik, erweitert mit Kleinskulptur aus der Sammlung preußischer Kulturbesitz. Nach dem Tod Rose Wörners kam die Sammlung schließlich vertragsgemäß, wie Hientzsch es ausgearbeitet hatte, nach Kleve. Wilfried Röth freut sich auf die Ausstellungen in Koekkoek und Kurhaus: "Das wird eine Sternstunde!", sagt er.

Quelle: RP
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