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Kreis Kleve
95,9 Prozent: Voßeler überzeugt die Basis

Kreis Kleve: 95,9 Prozent: Voßeler überzeugt die Basis
Nur vier Gegenstimmen kassiert Margret Voßeler. FOTO: van Offern Markus
Kreis Kleve. Bei der CDU-Aufstellungsversammlung für den Landtagskandidaten des Südkreises votieren die Mitglieder fast einstimmig. Nur vier Gegenstimmen kassiert Margret Voßeler. Gegenkandidaten gab's nicht. Issumerin überwältigt. Von Christian Cadel

Besser hätte es für Margret Voßeler fast nicht laufen können. Mit 95,9 Prozent wurde die 59-jährige Issumerin erneut als Landtagskandidatin für den Südkreis aufgestellt. Bei der Aufstellungsversammlung in der Gelderner Gaststätte "Zur Niersbrücke" votierten lediglich vier von 98 Mitglieder gegen Voßeler. Allerdings gab es auch keinen Gegenkandidaten.

Voßeler, die seit 2010 im Landtag sitzt und 2012 wiedergewählt wurde, strebt nun ihren dritten Wahlkampf an. "Ich bin überwältigt von diesem guten Ergebnis", sagte sie, schnaufte durch, nahm viele Glückwünsche entgegen und war in Gedanken wohl schon an irgendeinem kühleren Ort.

Denn die tropischen Temperaturen hatten dafür gesorgt, dass so mancher schon mit den Hufen scharrte, um endlich wieder frischen Wind atmen zu können. Und deshalb zog Dr. Günther Bergmann, Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes, das Programm auch zügig durch. "Je mehr wir transpirieren, umso wärmer wird es", sagte er. "Und auch die Pressevertreter begrüßen wir herzlichst."

Mit dieser süffisanten Aussage bezog Bergmann, der selbst einen Tag zuvor mit 79 Prozent zum Landtagskandidaten für den Nordkreis gewählt worden war, sich auf das Kuddel-Muddel bei der jüngsten CDU-Veranstaltung in Issum, bei der sich vier mögliche CDU-Kandidaten für die Bundestagswahl im kommenden Jahr vorstellten, Pressevertreter aber unerwünscht waren und hinausgeworfen wurden. "Da ist etwas schief gelaufen. Dafür möchte ich mich noch einmal entschuldigen. Wir sind eine offene und transparente Partei", sagte Bergmann.

Und so hatten die Politiker bei der Aufstellungsversammlung auch keine Scheu, zu sagen, wohin die Reise gehen soll. Voßeler machte in ihrer kurzen Vorstellungsrede klar, was sie vor hat und wofür sie sich weiterhin einsetzen möchte. Die rot-grüne portugiesische Flagge, die derzeit den Saal in der "Niersbrücke" mit vielen anderen Fahnen im Rahmen der Fußball-EM schmückt und zum Hintergrund für Voßelers Rede wurde, passte zumindest farbtechnisch zum Programm der Issumerin. "Wir müssen der Bevormundung der rot-grünen Landesregierung ein Ende setzen. Rot-Grün muss abgelöst werden."

Neben diesen kämpferischen Tönen hatte Voßeler aber auch etwas zu ihren inhaltlichen Schwerpunkten zu sagen. "Meine Devise wird auch weiterhin lauten, dass die Politik nah am Menschen sein muss. Christliche Werte waren in meiner bisherigen politischen Arbeit immer eine gute Richtschnur."

So müsse unter anderem der Kita-Ausbau weiter vorangetrieben und ein besserer Rahmen für Inklusion geschaffen werden. Auch die Infrastruktur dürfe nicht außer Acht gelassen werden. "Die Bahnverbindung RE 10 und der Flughafen Weeze müssen im Landesentwicklungsplan berücksichtigt werden. Auch muss es beim Projekt OW 1 in Kevelaer endlich vorangehen." Ein weiterer wichtiger Baustein für eine bessere Infrastruktur sei die Fortsetzung des Ausbaus schnellerer Internetverbindungen.

Während Bergmann nach der Verkündung des Wahlergebnisses davon sprach, "ein geschlossenes Zeichen gesetzt" zu haben, war Voßeler nur froh, endlich Gewissheit zu haben. "Erwarten kann man ein solch tolles Ergebnis nicht. Wenn man es vorher erwartet, ist man auf der falschen Seite. Ich freu' mich einfach nur und bedanke mich für das Vertrauen der Mitglieder."

Quelle: RP
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