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Kleve
9,8 Millionen Euro für Klever Kläranlage

Kleve: 9,8 Millionen Euro für Klever Kläranlage
An der Kläranlanlage Salmorth: Sonja Northing, Rolf Janssen, Dr. Barbara Hendricks und Willibrord Haas, von links. FOTO: Markus van Offern
Kleve. Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks (SPD) hat der Bürgermeisterin Sonja Northing auf Salmorth nun den Zuwendungsbescheid überreicht. Das Fördergeld stammt aus einem Programm des Bundes.

Die Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, Dr. Barbara Hendricks, hat der Bürgermeisterin der Stadt Kleve, Sonja Northing, einen Zuwendungsbescheid in Höhe von rund 9,8 Millionen Euro überreicht. Mit dem Geld wird das Projekt "Errichtung einer innovativen Thermokompaktanlage in Kleve" auf der Kläranlage der USK bei einer Investitionssumme von mehr als zwölf Millionen Euro von Seiten des Ministeriums mit 80 Prozent gefördert. Bei der Übergabe des Zuwendungsbescheides in Salmorth waren neben der Bürgermeisterin auch der bekanntlich im Juni nach Karlsruhe wechselnde USK-Leiter Rolf Janssen und Stadtkämmerer Willibrord Haas dabei.

Die Förderung erfolgt aus dem Programm des Bundesumweltministeriums "Kommunale Klimaschutz-Modellprojekte", mit dem im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) kommunale Klimaschutzprojekte mit modellhaftem, investivem Charakter unterstützt werden. Das Ziel dieses Förderprogrammes liegt darin, einen wesentlichen Beitrag zur Minderung jährlicher Treibhausgasemissionen durch Effizienzmaßnahmen in Kommunen und im kommunalen Umfeld zu leisten. Seit Jahren beschäftigen sich die USK intensiv mit den Möglichkeiten verfahrenstechnischer Optimierungen/Erweiterungen im Bereich der Kläranlage.

Eine der Zielsetzungen war dabei eine klimafreundliche Eigenproduktion und -nutzung von elektrischer/thermischer Energie sowie die Sicherung der Klärschlammverwertung. In diesem Zusammenhang ist nunmehr vorgesehen, eine innovative Kompaktfaulung sowie eine dezentrale Klärschlammverwertung in einem ebenfalls sehr innovativen Verfahren (Pyreg) zu errichten. Weitere Bestandteile dieses Projektes werden die Schlammentwässerung, eine Klärschlammtrocknung sowie ein Blockheizkraftwerk sein.

Durch die beabsichtigte Kompaktfaulung wird ein nutzbarer Energieträger (Faulgas) produziert, der vor Ort in elektrische und thermische Energie umgewandelt wird. Die Eigennutzung der selbst erzeugten elektrischen Energie macht in dieser Größe einen Fremdbezug entbehrlich.

Zudem wirkt sich die gesamte Verfahrensumstellung auch auf den grundlegenden Energiebedarf der Kläranlage positiv aus. Es wird davon ausgegangen, dass nach Realisierung die Hälfte des Klärwerks-Energiebedarfes gedeckt werden kann. Bei der vorgesehenen dezentralen Klärschlammverwertung (Pyreg-Verfahren) verbleibt ein vollständig hygienisiertes, phosphorhaltiges Karbonisat von dem angestrebt wird, dass es als Rohstoff in der Düngemittelproduktion oder unmittelbar als Dünger eingesetzt werden kann, da der im Karbonisat enthaltene Phosphor eine hohe Pflanzenverfügbarkeit aufweist. Dies trägt künftig zu einer Schonung der natürlichen (und knappen) Phosphorreserven bei. Die Umsetzung des Projektes "Thermokompaktanlage" soll einen Beitrag zur CO2-Einsparung und damit zum Klimaschutz im Umfang von rund 3620 Tonnen CO2 je Jahr leisten. Darüber hinaus stellt dies eine signifikante Steigerung der Energieeffizienz sowie einen maßgeblichen Beitrag zur Schonung natürlicher Ressourcen dar. Langfristig wird die Wirtschaftlichkeit der Prozesse auf der Kläranlage gewährleistet - mit positiven Auswirkungen im Hinblick auf die Abwassergebühren.

Quelle: RP
 
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