| 00.00 Uhr

Kleve-Kellen
"Ach wär ich nur ein einzig Mal . . ."

Kleve-Kellen: "Ach wär ich nur ein einzig Mal . . ."
Der Held in der Heimat: Helmut, der Sportliche beim Einzug in das Kellener Schützenhaus. Die Brejpott-Quaker feiern "ihren Prinzen". FOTO: Klaus-Dieter Stade
Kleve-Kellen. 22 Jahre musste Kellen auf diesen Moment warten: Jetzt ist wieder ein Mann der Brejpott-Quaker Oberhaupt der Klever Narren. Helmut, der Sportliche marschierte in sein Wohnzimmer ein. Von Peter Janssen

Wir melden uns aus dem Paradies - dem Schützenhaus in Kellen, die große Mobilmachung beginnt: 22.15 Uhr, 400 Narren stehen auf Tischen, Stühlen oder einfach nur kreischend in dem Gute-Laune-Tempel. Hier kommt ein Mann herein, der sich seinen Lebenstraum erfüllt: Helmut, der Sportliche ist Kleves Karnevalsprinz. Er ist dort angekommen, wo er immer hin wollte: Als Narrenoberhaupt marschiert er in sein Wohnzimmer ein. Helmut ist RP-Sportredakteur, Kellener, Vollblutkarnevalist und der erste Prinz der Karnevalsgesellschaft Brejpott-Quaker nach 22 Jahren. Es ist sein Verein, der ihn und seine ansehnlichen Gardemänner mit einem Strahl Jubel empfängt. Die Sonne von Helmut, dem Sportlichen glimmte in der fünften Jahreszeit schon lange - jetzt glüht sie und hat ihren Höhepunkt erreicht.

Wie immer bei den Quakern eine Augenweide: die "Källesse Quecksprengers". FOTO: Stade, Klaus-Dieter (kds)

Doch schon vor dem Einmarsch gibt es bei der Premierensitzung der Brejpott-Quaker, alles, was es für eine stimmungsgeladene Veranstaltung braucht. So führt diesmal Wolfgang Hanenkamp als Sitzungspräsident durchs Programm. Nach Jahren mit weniger Bühnenpräsenz zeigt er, dass das schöne englische Sprichwort noch gilt, in dem es heißt: Form ist temporär, Klasse ist immer. Hanenkamp, der als Büttenredner reihenweise Säle auf links gezogen hat, ist nach wie vornoch ein Meister des geschliffenen Wortes. Für einen gelungenen Abend ist alles angerichtet, denn auch das Motto der Quaker stimmt: "Prinz Kekker för Kleef" zeigt, wie stolz die Kellener auf ihren Prinzen sind.

Als Eisbrecher stehen zwei Ritter auf der Bühne. Wolfgang Drop und Michael Jansen werden für ihren Auftritt vom Conferencier gelobt: "Ein herrlicher Auftakt." Seit etlichen Jahren zaubern bei den Quakern zwei Gruppen Glanz ins Schützenhaus: Die Tänzerinnen des Vereins gehören zu den besten ihres Fachs. Zunächst präsentieren die "Källesse Quecksprengers" ebenso wie die Jahrgangsstufe darüber, die "Brejpott-Tröpfchen", passend ins Programm eingebettet, ihre Gardetänze. Was die Darbietungen der "schönsten Mädchen und Beine von Kellen", so Hanenkamp, noch bezaubernder werden lässt, wird in den Showtänzen offensichtlich. Kostüme und Choreographie machen deutlich, dass Karneval nicht nur für die Ohren erfunden wurde.

Der Star in der Butt: "Enne Janze". FOTO: Stade, Klaus-Dieter (kds)

Herz einer jeden Sitzung sind die Büttenreden. Dass man sich bei den Quakern auf diesem Gebiet keine Sorgen um die Zukunft machen muss, zeigen zwei junge Männer. Michael Meuwsen erzählt eindrucksvoll davon, dass er als "ein Student" nicht die hellste Kerze auf der Torte ist. Christian Becker berichtet als "Harald, der Herold" vom Stadtgeschehen. Beide standen sie zum ersten Mal in der Tonne, beide holten sich eine Rakete ab.

Eine lebende Legende bei den Quakern ist Georg Jansen. Als "Enne Janze" spricht er mit dem versteinerten Gesicht eines Verurteilten über seine Frau, einen Einkauf, Holländer und andere Katastrophen. Der Saal biegt sich, de Janze nicht. Er schafft es, eine halbe Stunde über seine Erfahrungen zu erzählen, die er vor einem Flaschenautomaten gemacht hat. Für den Mann, der für seine Gelassenheit bekannt ist, gab es gleich drei Raketen.

Neben dem Stück "Rama-Ecke", vor einer ebenfalls wunderbar gemalten Kulisse, wird sich auf der Bühne noch mehrmals bewegt. Alina Grömping begeistert als Solotänzerin ebenso den Saal wie die Show-Tanzgruppe "Die Froschkönige" mit 13 Männern.

Und als ob nicht schon genug getanzt wurde, legt auch die Garde noch ein Stück aufs Parkett. Erstaunlich, wie geschmeidig die Männer - teilweise mit einem Balkon über dem Hosengürtel ausgestattet - sich bewegen. Eine Zugabe darf es hier nicht geben. Einige Gardisten haben schon auf Notstrom umgeschaltet.

Was Prinz Helmut mindestens so glücklich macht, wie der Empfang im Schützenhaus, ist der Auftritt seiner Tochter. Dana kommt auf die Bühne und singt für ihren Vater, dem dabei das Herz überläuft, eine Strophe des Prinzenlieds. Apropos Singen, wenn der Quaker-Chor in Kellen auftritt, weiß man, dass die Party bald vorbei ist. Um 1.10 Uhr bittet Wolfgang Hanenkamp zum Finale auf die Bühne und beendet den Abend. Einen Abend, den der Prinz nie vergessen wird, denn am Brejpott wurde er gefeiert als gäbe es keinen Morgen danach. Den gibt es aber doch. Für Prinz Helmut und Garde heißt es einen Tag später: Prinzenfrühschoppen, Kranenburg, Abfahrt: 8.30 Uhr.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Kleve-Kellen: "Ach wär ich nur ein einzig Mal . . ."


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.