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Kreis Kleve
Ackerland im Kreis wird immer teurer

Kreis Kleve. Der aktuelle Bericht des Gutachterausschusses für Grundstückswerte im Kreis Kleve liegt vor. Demnach gibt es bei bebauten Grundstücken lang nicht so viel Bewegung als in der Landwirtschaft. Dort steigt der Preis seit Jahren. Von Matthias Grass

Ackerland und Grünland im Kreis Kleve werden immer teurer: Seit 1990 stieg der Quadratmeterpreis von Ackerland um 140 Prozent von 2,33 Euro (1990) auf 5,61 Euro, die im Jahr 2015 durchschnittlich für Ackerflächen bezahlt wurden.

Dabei blieben die Preise in den ersten zehn Jahren des Vergleichzeitraums stabil, lagen 1999 noch bei 2,36 Euro. Ab da kletterte der Preis kontinuierlich nach oben.

Eine ähnliche Entwicklung nimmt auch der Gründlandpreis ein, der heute ungefähr doppelt so hoch ist, wie 1990: Damals mussten 1,99 Euro für den Quadratmeter Wiese bezahlt werden, heute sind es 3,80 Euro.

Im Jahr 2015 wechselten nur 119 Acker- und Grünlandflächen den Eigentümer, damit 37 Prozent gab es weniger Kauffälle als im Vorjahr, sagt der Gutachterausschuss des Kreises Kleve. Auch hier gelte das Festhalten an stabilen Werten mit guter Rendite von durchschnittlich sechs Prozent gegenüber reinen Geldanlagen. Der durchschnittlich gezahlte Ackerlandpreis zeigte mit 5,61 Euro pro Quadratmeter einen weiteren Preisanstieg von 6,9 Prozent zum Vorjahr. Einen Preisanstieg von fünf Prozent ergab der Vergleich der Durchschnittspreise für Grünlandflächen. Hier wurden im Kreis Kleve durchschnittlich 3,80 Euro für den Quadratmeter gezahlt (2014 noch 3,62 Euro je Quadratmeter), so der Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Kreis Kleve in seinem Bericht. Die in den Vorjahren noch kostenpflichtigen Berechnungstabellen sind ab diesem Jahr kostenlos auf den Internetseiten zu finden, so der Gutachterausschuss. Unter www.borisplus.nrw.de stehen diese zur Verfügung.

Die Gutachter fanden 2015 einen verhaltenen Immobilienmarkt im Kreis Kleve. Weil das Baulandangebot knapp war und viele am sogenannten "Betongold" festhalten, gingen die Verkaufszahlen um insgesamt zehn Prozent zurück. "Für unbebaute Grundstücke des individuellen Wohnungsbaus gab es einen Rückgang der Kauffälle von 18 Prozent, bei Ein- und Zweifamilienhäusern gab es sieben Prozent weniger Käufe und bei Eigentumswohnungen reduzierte sich das Kaufverhalten um ein Prozent", so die Gutachter.

Die Anzahl der Kauffälle bei den bebauten Grundstücken, bezogen auf neue und gebrauchte Immobilien, ist im Vergleich zum Vorjahr um rund neun Prozent gesunken. Der Bereich der Ein- und Zweifamilienhäuser beeinflusste mit rund 83 Prozent Marktanteil bei den Verkaufsfällen und 74 Prozent des Geldumsatzes diesen Grundstücksmarkt nach wie vor am stärksten. Der hierzu veröffentlichte Immobilienpreisindex zeigt eine Preisentwicklung für gebrauchte Ein- und Zweifamilienhäuser mit einem Plus von rund 12,2 Prozent in den vergangenen acht Jahren. Dies entspricht etwa 1,5 Prozent Preissteigerung pro Jahr.

Die Preise für Bauland in den Gewerbegebieten ist den vergangenen fünf Jahren leicht von 37,66 pro Quadratmeter auf 38,18 Euro gestiegen. Teuer wird es für Gewerbe, das sich in Straelen ansiedeln möchte und dafür Bauland braucht: Hier kostet der Quadratmeter 47,81 Euro, es folgt die Kreisstadt Kleve mit 46,35 Euro und schließlich Rheurdt mit 41 Euro. Die günstigsten Gewerbeflächen gibt es in Kranenburg mit 20 Euro pro Quadratmeter, gefolgt von Geldern mit 26,57 und Issum mit 26.73 Euro.

Quelle: RP
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