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Kleve
Adler kommt wieder auf Obelisk

Kleve. Bald soll der ,Kupferne Knopf' über dem Amphitheater wieder vollständig sein. Von Matthias Grass

Seit Mai 2016 ist der Obelisk oben über dem Klever Amphitheater verwaist: Der krönende Abschluss, die goldene Kugel und der darauf sitzende Adler, wurden damals demontiert. Sie waren nicht mehr standsicher. Vier Monate später stellte die Verwaltung den Vogel sogar zur Debatte. Erst jetzt ist klar: Der Adler kommt wieder auf seinen Platz. CDU und SPD seien sich einig, dem Hin und Her um den Wappenvogel ein Ende zu machen, sagte Kleves CDU-Fraktionschef Wolfgang Gebing am Rande der Aufstellung des bronzenen Stadtmodells.

Deshalb habe die Politik mit großer Mehrheit die Verwaltung beauftragt, den Vogel, so wie er nach dem Zweiten Weltkrieg von Bildhauer Josef Kopetzky aus Kellen gefertigt wurde, wieder auf den steinernen Obelisken zu setzen. Dazu werden 30.000 Euro in den Haushalt gestellt. Im Vorfeld der Diskussion hatte Kleves Technischer Beigeordneter Jürgen Rauer erklärt, dass sich die Ausschreibung für die Sanierung des Denkmals so lange verzögert habe, weil man unter akuter Personalnot gelitten habe und der mit dem "Fall" beauftragte Mitarbeiter ausgefallen sei. Inzwischen hat die Stadt das Personal in Planungsamt und Gebäudemanagement der Stadt Kleve (GSK) wieder aufgefüllt. In der langen Zeit entwickelte sich dann die Diskussion, ob man denn überhaupt wieder einen Adler auf das Denkmal setzen müsse.

Tatsächlich krönt dieser Adler schon in der von Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. abgesegneten Entwurfszeichnung von 1853 den von ihm gewünschten Obelisken. 1856 wurde der steinerne Obelisk schließlich aufgestellt, darauf der unabdingbare goldene Knopf und darauf schließlich der Adler mit erhobenen Schwingen, ebenfalls vergoldet.

Ohne Adler war der Obelisk bis jetzt nur kurz in der Nachkriegszeit, nachdem der Vogel 1945 abgeschossen worden war. Der Adler steht auch nicht in direktem Zusammenhang mit der Erinnerungstafel an die Gefallenen des deutsch-französischen Krieges von 1870/71: Die vom Steinmetz Caspar Joseph Grod ausgeführte Marmorplatte wurde 1874 angebracht. Der Adler ist auch kein Reichsadler, schon gar nicht in der stilisierten Form, wie ihn Kopetzky 1950 geschaffen hatte.

Den Namen kupferner Knopf hatte die Landmarke allerdings zuvor bekommen, "weil die österreichische Verwaltungskommission zur Zeit des siebenjährigen Krieges (1756 bis 1763) während dessen Dauer Cleve von ihr und den Franzosen besetzt war, auf dem Vorsprung des Berges einen hölzernen Obelisken, auf dessen Spitze eine kupferne Kugel ruhte, hatte errichten lassen", beschreibt Gustav von Velsen die Anhöhe über dem Amphitheater. Diese Wegmarke gab's aber 1845, als van Velsen seine Beschreibung Cleves verfasste, schon lange nicht mehr - allein die Granitsteine, auf denen sie erreichtet worden war, lagen noch oben auf dem Aussichtspunkt.

Quelle: RP
 
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