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Kleve-Materborn
Ärger über Riesendornen in Wohngebiet

Kleve-Materborn: Ärger über Riesendornen in Wohngebiet
Claus Dirck Hasche, Willy Scholten und Hans van Lipp (v. l.) haben Sorge, dass der angebrochene Ast auf den Gehweg fällt. FOTO: Gottfried Evers
Kleve-Materborn. Anwohner der Kendelstraße in Materborn klagen über Bäume, die aus ihrer Sicht nicht in ein Wohngebiet passen. An den Pflanzen hängen 20 Zentimeter lange Dornen, die sich offenbar regelmäßig in Auto- und Fahrradreifen bohren. Von Peter Janssen

Der Schriftwechsel, den Dr. Claus Dirck Hasche (68) mit der Stadt Kleve führt, erstreckt sich mittlerweile über einige Jahre. Thema ist immer dasselbe. Hasche ärgert sich über die Bäume, die rund um sein Haus stehen und von der Stadt seiner Ansicht nach nicht ausreichend gepflegt werden sowie teilweise für ein Wohngebiet völlig ungeeignet sind.

Zusammen mit seinen Nachbarn Hans van Lipp (72) und Willy Scholten (67) steht Hasche vor seinem Haus und blickt hinauf in die Krone eines Baumes. Bei der Frage, um welches Gewächs es sich hier handelt, würde die Mehrzahl der Bürger achselzuckend vor dem Stamm stehen. Der Baum ist nämlich eine Amerikanische Gleditschie. Wem der lateinische Namen weiterhilft: Gleditsia triacanthos. Das herausragende Merkmal der Pflanze ist, sie besitzt bis zu 30 Zentimeter lange Dornen, die sich in nahezu alles bohren können, was über die Straße fährt.

Die Nachbarn haben sich schon einige Autoreifen durch die Dornen plattgefahren. Hasche musste 72 Euro für einen neuen bezahlen. Der Versuch, den Schaden von der Stadt Kleve ersetzt zu bekommen, war von überschaubarem Erfolg gekrönt. Es gab nichts. Grund: Die Stadt habe nichts falsch gemacht. Einen seiner zwei Stellplätze nutzt der 68-Jährige nicht mehr, weil sich dieser nahezu direkt unterhalb einer Amerikanische Gleditschie befindet, von der die Dornen auf den Einstellplatz fallen. Auch sein Besuch hatte, als er wieder zu Hause war, erheblich weniger Luft dafür aber einen Dornen im Reifen. Nachbar Hans van Lipp bringt es bislang auf drei plattgefahrene Autoreifen. Hinzu kommen Verletzungen. "Ich bin auf einen dieser Picker getreten. Der hat sich durch meine Gummischuhe in den Fuß gebohrt", sagt Hasche. Durch seinen regen Schriftwechsel mit der Stadt seien Mitarbeiter gekommen und hätten die unteren Dornen an dem Baum entfernt, so Hasche. "Das bringt nichts. Jetzt fallen eben die oberen raus", betont Willy Scholten. Die Männer wehren sich gegen den Vorwurf, sie würden dafür kämpfen, dass die Bäume gefällt werden. "Jeder Baum ist wertvoll, nur gehören diese nicht in ein Wohngebiet", sagt van Lipp.

Was das Trio ebenso stört, sind die aus ihrer Sicht nicht ausreichenden Pflegearbeiten der Stadt an den Pflanzen, die an dem angrenzenden Kinderspielplatz stehen. "Ich habe mehrmals darauf hingewiesen, dass dort ein großer Ast nahezu komplett abgebrochen ist und bei einem kleinen Windstoß herunterfallen wird. Passiert ist nichts", sagt Dr. Claus Dirck Hasche. Für die Männer steht fest, dass gerade an dem Spielplatz sehr sorgfältig kontrolliert werden müsse. "Erst beim letzten Sturm im Juli ist hier ein kompletter Baum umgeknickt und neben einem Spielgerät gelandet", sagt Willy Scholten. Zumindest, so Rasche, habe die Stadt das Totholz an den Bäumen entfernt. Der angebrochene Ast hat hingegen weiterhin gute Chancen, für größeren Schaden zu sorgen.

Auch ärgert die Nachbarn, dass Bäume teilweise nur 80 Zentimeter von ihren Grundstücken entfernt stehen, mittlerweile eine beachtliche Größe besitzen und dass Laub regelmäßig Dachrinnen verstopfe. "Aufgrund meiner Kniegelenkprothese kann ich nicht mehr auf Leitern steigen und muss die Arbeiten mehrmals im Jahr gegen Bezahlung durchführen lassen", sagt Hasche. Er will, dass die größeren Äste, die auf sein Grundstück ragen, abgeschnitten werden.

Die Stadt Kleve weiß um die Problematik und wird auch reagieren. Die Situation wurde geprüft, mit dem Ergebnis, dass neun der Gleditschien entfernt werden. Sie würden durch geeignetere Baumarten ersetzt, teilte ein Stadtsprecher mit. Die Bäume sind vor etwa 30 Jahren gepflanzt worden. Heutzutage, so die Stadt, würde man diese Art nicht mehr setzen.

Quelle: RP
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