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Wirtschaftsförderung Kreis Kleve Und Rp Präsentieren Weichenstellungen Für Generationen (8)
Airport Weeze - eine Erfolgsbilanz

Wirtschaftsförderung Kreis Kleve Und Rp Präsentieren Weichenstellungen Für Generationen (8): Airport Weeze - eine Erfolgsbilanz
Der Terminal des Airports Weeze - von hier fliegen Hunderttausende von Passagieren. FOTO: Markus van Offern
Kleve. Seit seinem Wandel vom Militärflugplatz der Royal Air Force boomt der Zivilflughafen. Er ist mittlerweile auf dem vierten Platz im Land NRW gelandet. Im vorigen Jahr verzeichnete man am Standort insgesamt 1022 Arbeitsplätze. Von Dieter Ackermann

kreis kleve Der Airport Weeze hat seit seinem Wandel vom Militärflugplatz der Royal Air Force eine unglaubliche Entwicklung genommen. Landrat Wolfgang Spreen: "Eine beispiellose Erfolgsbilanz hat inzwischen den Airport Weeze zur Nummer vier in NRW boomen lassen." Mit seinen jährlich knapp zwei Millionen Passagieren, von denen etwa 40 Prozent aus den Niederlanden kommen, habe dieses Konversionsprojekt alle Erwartungen nicht zuletzt als Jobmotor mehr als erfüllt. Heute fänden am Airport bereits mehr als 1000 Mitarbeiter sichere Arbeitsplätze - davon gut 70 Prozent Vollzeitarbeitskräfte. Und der Landrat ist zuversichtlich, dass sich diese positive Entwicklung weiter fortsetzen werde. Dabei spiele auch die Tatsache eine wichtige Rolle, dass der internationale Flughafen von Düsseldorf längst an seinen Kapazitätsgrenzen angelangt sei. Inzwischen finde auch die Landespolitik immer mehr Gefallen an einer zukünftigen Kooperation von Düsseldorf und Weeze zum Vorteil beider Partner.

Der Landrat erinnerte im Gespräch mit der RP beiläufig daran, dass die Luftverkehrsgesellschaften am Airport Weeze seit Einführung der Luftverkehrsabgabe im Jahr 2011 bereits mehr als 34 Millionen Euro für diese Steuerabgabe nach Berlin abgeführt habe. Spreen: "Mit diesem Geld hätte der private Eigentümer schon die Kredite des Kreises für Weeze abtragen können."

Trotz dieses Wettbewerbsnachteils im internationalen Vergleich geht der Landrat zuversichtlich davon aus, dass der wirtschaftliche Erfolg des Airport auch als Jobmotor weiterhin eine positive Perspektive bietet. Als wichtigster Kunde spielt in Weeze nach wie vor der irische Lowcost-Anbieter Ryanair eine zentrale Rolle.

Mit vielen - auch großen Flughäfen wie Düsseldorf - sei Ryanair derzeit in Gesprächen. Aber eine Abwanderung von der bewährten Basis Weeze stehe keinesfalls zur Diskussion. Anlässlich der jüngsten Pressekonferenz versicherte Ryanair-Chef O'Leary: "Dies hier ist ein attraktiver Flughafen im Ballungsraum Deutschland/Niederlande, für dessen weiteren Ausbau wir uns schon im eigenen Interesse weiterhin engagieren werden." Das nahm auch Weezes Flughafenchef Ludger van Bebber an seiner Seite mit dankbarem Interesse zur Kenntnis.

Ludger van Bebber ist mit dem wirtschaftlichen Ergebnis seines Flughafens im Jahr 2014 mit mehr als 500 000 Euro Gewinn sehr zufrieden: "Als privates Unternehmen sind wir gezwungen, einen starken Fokus auf unsere betriebswirtschaftlichen Zahlen zu richten. Wir haben unser Geschäftsmodell im vergangenen Jahr auf die mittelfristige Erwartung von zwei- bis zweieinhalb Millionen Jahrespassagieren angepasst. Dabei haben wir alle Kostenpositionen auf den Prüfstand gestellt, unsere Zusammenarbeit mit den Airlines neu definiert und insbesondere alle Erlösquellen im fliegerischen und nichtfliegerischen Bereich weiter optimiert. An diesen Themen arbeiten wir auch in 2015 weiter und erwarten noch mal ein deutlich verbessertes Ergebnis."

Van Bebber erinnerte in diesem Zusammenhang an den für Weeze absolut positiven Abschluss einer Untersuchung durch die Europäische Kommission, die Mitte vergangenen Jahres festgestellt hatte, dass die Finanzierung des Airport Weeze vollständig den EU-Vorschriften entspricht. Die EU-Kommission hatte insbesondere geprüft, ob der Flughafen ein Darlehen der öffentlichen Hand zu marktüblichen Bedingungen erhalten hat. Privatleute wie auch Wettbewerber im Bereich der Flughäfen und Fluggesellschaften hatten sich in Brüssel darüber beschwert, der Flughafen Weeze habe rechtswidrig staatliche Darlehen und Zuschüsse bekommen. Weitere Beschwerden folgten im März 2007 und im Januar 2009. Neun Jahre nach Beginn der Untersuchung hatte die EU mit ihrem Urteil letztlich die Auffassung Deutschlands, des Kreises Kleve, der Gemeinde Weeze und des Flughafens bestätigt, dass das Darlehen zu marktüblichen Bedingungen gewährt wurde und sämtliche Maßnahmen im Einklang mit den Vorschriften der EU stehen. Gleichzeitig stellte die Kommission fest, dass die Entwicklung des Flughafens Weeze dazu beigetragen habe, die überlasteten benachbarten Flughäfen innerhalb des bedeutenden Einzugsgebietes des Flughafens zu entlasten.

Mit Blick auf die anhaltend positive Entwicklung der Luftfracht an vielen deutschen Airports schloss sich die nächste RP-Frage an: "Wie sieht es mit der Luftfracht in Weeze aus?" Van Bebber: "Die Option Frachtflughafen wurde Mitte der 90er Jahre intensiv diskutiert im Rahmen eines Gutachtens von Arthur Andersen. Im Rahmen der Konsensvereinbarungen zur Realisierung des Flughafens wurde dann auf diese Option verzichtet, da sie nur mit einer 24-Stunden-Betriebsgenehmigung umsetzbar gewesen wäre. Im Rahmen des dann von Dorsch Consult entwickelten Konzeptes für das Euregionale Zentrum für Luftverkehr, Logistik und Gewerbe spielt die Luftfracht nur noch eine untergeordnete Rolle."

Seit der Flughafen Weeze im Jahr 2003 seinen Linienflugbetrieb aufnahm, ist er als Konversionsprojekt (Wandel von der militärischen zur zivilen Nutzung) Bestandteil des Euregionalen Zentrums für Luftverkehr, Logistik und Gewerbe. Daran hat sich bis heute nichts verändert. Neben der weiteren Nutzung der fliegerischen Infrastruktur stand und steht die gewerbliche Nutzung der Gebäude und Flächen mit einem breiten Nutzungsmix des insgesamt 620 Hektar großen Areals sowie die Schaffung von Arbeitsplätzen im Fokus. Van Bebber da-zu: "Im vergangenen Jahr hatten wir 1022 Arbeitsplätze am Standort Weeze, davon etwa ein Viertel in den Gewerbegebieten und drei Viertel direkt am Flughafen." Insgesamt seien bis heute bereits etwa 70 Prozent des Nutzungskonzeptes realisiert worden, wobei die erwarteten Passagierzahlen weit übertroffen wurden.

Quelle: RP
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