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Kreis Kleve
Aktionswoche: Zweiradmechatroniker aus Leidenschaft

Kreis Kleve. Für Menschen mit einer Behinderung ist es nicht einfach, Arbeit zu finden. Im Kreis Kleve suchen aktuell 659 behinderte Menschen Arbeit. Dennoch steigt die Beschäftigung der gehandicapten Menschen an: 2013 waren noch rund 2191 behinderte Menschen arbeitslos. Von Ann-Lea Woitge

Zum fünften Mal findet die Aktionswoche der "Menschen mit Behinderung" statt. Die Bundesagentur für Arbeit und diverse Jobcenter möchten Öffentlichkeit und Arbeitgeber sensibilisieren, dass Menschen mit Handicap trotz allem einen wertvollen Beitrag auf dem Arbeitsmarkt leisten. Auch die Agentur für Arbeit Wesel möchte Arbeitgeber in Kleve darauf aufmerksam machen. Viele Arbeitgeber hätten einen falschen Eindruck von Schwerstbehinderung.

"Der Grad der Behinderung sagt etwas über einzelne Tätigkeiten aus, jedoch nichts über das Gesamtpaket", meint Martina Tück, Arbeitsvermittlerin im Arbeitgeber-Service Wesel. Menschen mit körperlichen Einschränkung könnten beispielsweise geistig durchaus bessere Entscheidungen treffen als manch ein Mensch ohne Einschränkungen.

Sören Beeker, ein 21-jähriger Auszubildender bei Lörper Fahrradcenter Niederrhein, hatte vor drei Jahren eine Nierentransplantation. Schon vor dieser Zeit, während der Dialyse, galt er als schwerstbehindert und hatte einen 80-prozentigen Grad an Behinderung. Er muss Tabletten einnehmen und darf nicht schwer heben. Körperlich ist er eingeschränkt.

"Ich habe mich bei zahlreichen Jobs beworben. Hauptsächlich für Bürojobs, wegen der körperlichen Einschränkung", so Beeker. Wegen der Behinderung habe er keine Zusage bekommen, von manchen Arbeitgebern nicht mal eine Rückmeldung. "Viele Arbeitgeber sehen nur die Nachteile."

Seine Leidenschaft zum Rennradfahren habe ihn schließlich dazu bewegt, sich als Zweiradmechaniker zu bewerben. "Durch seine positive Penetranz hat er mir bewiesen, dass er Durchhaltevermögen besitzt und der Job das Richtige für ihn ist", sagt Carlo Lörper, Geschäftsführer der Firma. Trotz der körperlichen Einschränkungen sei Beeker eine gute Arbeitskraft: "Wenn andere schwere Fahrräder schleppen, bekommt er eben eine andere Aufgabe. Das macht aber nichts, wir haben ja genug Personal."

Arbeitgeber wie Lörper bekommen Unterstützung vom Arbeitgeber-Service: Durch Fördermittel, ärztliche Gutachten oder andere Beratung werden sie über Risiken und Vorteile aufgeklärt.

"Auch nach der Ausbildung erhalten Arbeitnehmer und Geber bei Bedarf noch Fördermittel. Das klärt der Landesverband für Arbeit", sagt Martina Tück. Die Fachfrau gibt zu dem Thema weitere Informationen. Sie ist erreichbar unter Telefon 0281 9620357.

Quelle: RP
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