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Kleve
Albaner-Trio wegen schweren Diebstahls vor Gericht

Kleve. Zwei 25-Jährige und ein 27-Jähriger sollen in Kleve und Bedburg-Hau versucht haben, in insgesamt zehn Häuser einzubrechen. Die Anwohner waren dabei teilweise sogar zu Hause. Von Alexander Triesch

In der Silvesternacht kommt der Handbohrer nicht zum Einsatz. Diesmal muss rohe Gewalt reichen. Ein Loch, vielleicht zehn Zentimeter im Durchmesser, ein kurzer Handgriff, und der Weg ist frei. Während anderswo die Klever das neue Jahr begrüßen, wird in der Stieglitzstraße in ein Einfamilienhaus eingebrochen. Die Täter stehlen unter anderem 15 Schützenorden, Anstecknadeln und Armbanduhren. Schadensbilanz: etwa 2300 Euro. Zwei 25-jährige und ein 27-jähriger Albaner sollen in das Haus in der Stieglitzstraße und in fünf weitere in Kleve und Bedburg-Hau eingebrochen sein. Vier weitere Male blieb es bei einem Versuch. Vermisst werden Gegenstände sowie Bargeld im Wert von mehr als 5000 Euro.

Gestern wurde am Landgericht Kleve der Prozess gegen die Beschuldigten eröffnet, die für die Einbruchsserie zwischen Dezember 2016 und Januar 2017 verantwortlich gemacht werden. Alle Einbrüche wurden nachts ausgeführt. Immer habendie Täter in Kauf genommen, dass die Bewohner im Haus sind. Sogar an Heiligabend waren sie aktiv.

Laut Anklage haben die drei Beschuldigten, die alle einen Asylantrag gestellt haben, das Diebesgut ins Ausland verkauft und das Geld unter sich aufgeteilt. Die Staatsanwaltschaft wirft den Männern daher schweren Bandendiebstahl vor. Um in die Häuser zu gelangen, sollen die Angeklagten meist nach dem selben Muster vorgegangen sein: Mit einem Handbohrer setzten sie solange an Tür oder Fenster an, bis sie einen dünnen Draht durch das Loch fädeln und die Klinke damit nach unten ziehen konnten.

Das Vorgehen erstaunt selbst den Vorsitzenden Richter Jürgen Ruby. "So ganz kann ich mir das gerade nicht vorstellen", sagte er während der Vernehmung der Polizeibeamten. Die kamen den mutmaßlichen Tätern mit Hilfe eines Einbruchsopfers auf die Spur. In einem der Fälle filmte eine Überwachungskamera die Angeklagten, als sie gerade versuchten, sich Zutritt zu dem Haus zu verschaffen. Weil eine Polizeistreife das Trio bereits im November routinemäßig kontrolliert hatte, konnten die Beamten die Beschuldigten anhand des Videomaterials identifizieren.

Die Angeklagten zeigten sich während des Prozessauftakts teilweise geständig. Aussagen über den Sachverhalt teilten sie nur über ihre Anwälte mit. Eine Dolmetscherin übersetzte die Fragen zur Person. Einer der Männer gab zu Protokoll, dass er in Albanien in einer Holzfabrik gearbeitet hat, die Türen und Fenster produziert. Er gab alle zehn Einbrüche zu und belastete gleichzeitig seine Komplizen. Die erklärten, nur an zwei beziehungsweise drei Einbrüchen beteiligt gewesen zu sein. Geplant sind drei weitere Verhandlungstermine in den kommenden Wochen. Ein Urteil wird für den 15. November erwartet.

Quelle: RP
 
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