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Kalkar
Alle sind verrückt nach Erdbeeren

Kalkar: Alle sind verrückt nach Erdbeeren
Ein Spaß für die ganze Familie: Auf den Feldern des Obstbaubetriebs Raadts können Erdbeerfans selber pflücken. FOTO: Gottfried Evers
Kalkar. Etwa 50 Selbstpflücker, am Wochenende auch schon mal mehr, tummeln sich derzeit täglich auf den Feldern von Edelobst Raadts in Kalkar. Auch im Betrieb Hochwald-Spargel in Uedem kann gepflückt werden - noch bis Anfang Juli. Von Sabrina Peters

Fröhlich pflückt das kleine Mädchen mit seiner Mama Erdbeeren. Anstatt sie aber in den Korb zu legen, isst sie einfach ein paar direkt schon auf dem Feld auf. Frischer als auf dem Land von Edelobst Raadts in Kalkar gibt es sie schließlich nicht. Und wie die anderen Selbstpflücker bestätigen, sind diese auch super lecker. "Wir machen seit 39 Jahren Camping am Wisseler See und fahren auch schon seit 39 Jahren zu Raadts, um Erdbeeren zu pflücken", sagt Wolfgang Eilmes, der zusammen mit seiner Frau Elke und Schwiegertochter Denise an diesem sonnigen Morgen Erdbeeren pflückt.

Nach so vielen Jahren ist diese Tätigkeit für sie zur liebgewonnen Gewohnheit und Beschäftigung geworden. "Es ist so wunderschön draußen und es sind nur ein paar Kilometer mit dem Fahrrad zu Raadts, wo man schön Erdbeeren pflücken kann", so Wolfgang Eilmes, den besonders die Natur rundherum beeindruckt: "In Gelsenkirchen, wo wir wohnen, haben wir so etwas nicht. Da gibt es auch in Nachbarstädten ein paar wenige Erdbeerfelder, aber meist direkt an einer Straße. Hier bei Raadts ist ringsum die Umwelt noch in Ordnung. Mehr Natur geht nicht."

Diese Natur merke man auch im Geschmack: "Die schmecken einfach", sagt Eilmes. Seine Frau wird bei den selbstgepflückten Erdbeeren jedes Jahr auf Neue kreativ. Sie werden nämlich nicht nur pur gegessen. "Ich koche daraus Marmelade, mache Bowle, Kuchen oder sie kommen auf den Tortenboden", erklärt Elke Eilmes.

Die Familie aus Gelsenkirchen ist aber bei weitem nicht alleine, die mit Erdbeeren so kreativ wird. Anette Raadts, Geschäftsführerin von Edelobst Raadts, verrät, dass die Nachfrage nach Erdbeeren, dessen Zeit Anfang Juni begann, derzeit groß sei.

Besonders beliebt ist auch das Feld 3, das für Selbstpflücker reserviert ist. "Wir haben täglich etwa 50 Selbstpflücker, am Wochenende auch schon mal mehr. Frühmorgens kommen bereits die Ersten", sagt Raadts. Etwa zehn bis 15 Prozent vom zwei Hektar großen Erdbeer-Anbau seien für Selbstpflücker reserviert.

Die Erdbeeren selbst von der Pflanze zu pflücken und in ein mitgebrachtes Behältnis zu legen, sei immer wieder ein Erlebnis für die ganze Familie. Selbst Kinder helfen mit. "Wir haben eigentlich jedes Jahr Schüler der Grundschule aus Wissel da. Die Kleinen haben immer wieder mächtig Spaß am pflücken. Das ist jedes Mal wieder schön anzusehen", findet Geschäftsführerin Anette Raadts.

Die jetzt reifen und zum Pflücken bereiten Erdbeeren haben nun ein Jahr gebraucht, um für den Verzehr geeignet zu sein. Alle zwei Jahre pflanzt Raadts und ihr Team, das vier verschiedene Sorten Erdbeeren von früher bis später Ernte anbaut, wieder neue Pflanzen ein, die in den darauffolgenden zwei Jahren wieder saftige Erdbeeren versprechen. Dass die aber auch so schön und lecker werden, dahinter steckt viel Arbeit und technisches Know-How. Ein Netz schützt die Erdbeeren bis zur Ernte vor Hagel und Starkregen, wird zwischendurch aber auch mal bei sonnigem Wetter zur Seite gelegt, damit genügend Sonnenstrahlen das Obst treffen. Außerdem sorgt eine Bewässerungsanlage im Boden für eine optimale Wasser-Zufuhr. "Wir haben früher auch von oben bewässert, aber das kann den Erdbeeren Schäden zufügen. Von unten ist es besser", erklärt Raadts, deren Familienbetrieb bereits seit vielen Jahren Erdbeeren anbaut und per Direktvertrieb im eigenen Hofladen verkauft, aber auch einen Teil für Selbstpflücker anbietet.

Noch bis Anfang Juli, wenn die Erdbeer-Zeit zu Ende geht, können Selbstpflücker bei Raadts sammeln gehen. Ein gleiches Angebot bietet zudem ebenfalls der Betrieb Hochwald-Spargel in Uedem an. Auch hier können Erdbeeren selbstgepflückt werden.

Quelle: RP
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