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Kalkar
Alte Pläne für Kalkar erneut vorgestellt

Kalkar: Alte Pläne für Kalkar erneut vorgestellt
Derzeit ist die Monrestraße eine Einbahnstraße: Verkehrsteilnehmer dürfen die Straße lediglich in Richtung Marktplatz befahren. Die Richtung der Einbahnstraßen-Regelung soll nach den Ideen von auswärtigen Verkehrsplaner nun umgekehrt werden. Diese Regelung gab es in Kalkar bereits vor Jahrzehnten. FOTO: Evers
Kalkar. Die Ideen für ein Verkehrskonzept, das die Innenstadt beleben soll, sind Jahre alt. Einigen bei der Kommunalwahl neu gewählten Ratsmitgliedern wurden sie nun erstmals vorgestellt. In einem "Arbeitskreis" will man die Pläne bewerten. Von Anja Settnik

Durch Kalkars Monrestraße fahren täglich rund 2000 Autos - die wenigsten aber wollen dort parken, um etwa einzukaufen. Gerade mal 350 Kraftfahrzeuge hatte bei einer Analyse im Jahr 2013 eine Verkehrszählung ergeben.

Hingegen nutzten die Geschäftsstraße etwa 400 Autofahrer, um den Marktplatz zu erreichen, 950 Kraftfahrzeuge sind reiner Durchgangsverkehr. 400 Autos sollen auf der Monrestraße unterwegs sein, um sich in der Nähe der Nicolai-Kirche einen Parkplatz zu suchen. Auch nicht schön, ist diese Tatsache: Weil in der Innenstadt flächendeckend eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h herrscht, die immer verbunden mit "rechts vor links" ist, kommt es zu vielen verkehrsbedingten Stopps und Wartezeiten an Einmündungen.

Die Verkehrsexperten des Büros Runge + Küchler, die ihre Ideen in diesen Tagen nach rund zwei Jahren zum zweiten Mal der Politik vorstellten, halten die Enge in der Innenstadt für besonders problematisch. Die Fahrzeuge kämen sich ständig in die Quere, nicht zuletzt, weil sich viele Autofahrer falsch verhielten.

In der Weihnachtspause konnten die Politiker, von denen einige "neu" in den Arbeitskreis zum Thema "Verkehrskonzept historischer Stadtkern" gewählt wurden, sich Gedanken über die Vorgaben der externen Stadtplaner machen. Lutz Kühnen vom Forum ist der Vorsitzende des Arbeitskreises, der sich im neuen Jahr erstmals zusammensetzen wird.

Thema dürfte auch das erhebliche Sicherheitsproblem sein, das nicht nur die Fachleute sehen: Fahrradfahrer weichen aus Angst vor den Autos auf den Fußweg aus, Fußgänger sind durch Kraftfahrzeuge - auch Linienbusse - und Räder gefährdet. Um all diese Schwachstellen im System zu verbessern, haben die Verkehrsingeniere geprüft, ob es Sinn machte, den Bereich zwischen Markt und Kirchplatz zur Fußgängerzone zu machen oder die Einbahnregelung in der Monrestraße umzukehren auf Nord-Süd. Bei der Lösung "Fußgängerbereich" blieben Radfahrer und der Anlieferverkehr zugelassen. Monrestraße, Markt und Jan-Joest-Straße würden entlastet, auf die Grabenstraße käme allerdings mehr Verkehr zu. Insbesondere der Linksabbiegeverkehr von der Grabenstraße zum Markt würde von 66 auf 150 Fahrzeuge pro Stunde anwachsen.

Bei der Variante 2 (Umkehrung der Einbahn) fiele der Zustrom zum Markt weg, allerdings würde die Straße vom abfließenden Verkehrs genutzt. Die Überquerbarkeit der Fahrbahn würde deutlich verbessert, auf der Grabenstraße würden sich Vor- und Nachteile ausgleichen. Parksuchverkehr für St. Nicolai entfiele.

Unterm Strich geben die Verkehrsingenieure zu bedenken: In Variante 1 besteht die Gefahr der Abbindung der Geschäfte in der mittleren Monrestraße, bei der Variante 2 bleibe die Erreichbarkeit mit dem Pkw erhalten, die Anbindung der Monrestraße an den Markt werde verbessert.

Tatsächlich empfehlen die Gutachter die Umdrehung der Einbahnregelung Monrestraße und die Ausweisung der nördlichen Monrestraße als verkehrsberuhigten Bereich. Einige Parkbuchten sollten entfallen, die Bushalte sollte zum südlichen Markt verlegt und der Knoten Grabenstraße / Markt zum Minikreisverkehr werden. Geprüft werden könnte, ob es vorteilhaft sei, die Hanselaerer Straße stadtauswärts als Einbahn anzulegen.

All dies hatten die "externen" Verkehrs-Fachleute auch schon 2013 den damaligen Ratsmitgliedern in der Nicolaistadt empfohlen. Geschehen war seither aber nichts.

Quelle: RP
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