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Kleve
Alte Post wird zum Flüchtlingsheim

Kleve: Alte Post wird zum Flüchtlingsheim
Die alte Post wird derzeit für die Aufnahme von 300 Flüchtlingen hergerichtet. Dazu werden das Hauptgebäude und die angrenzenden Lagerhallen umgebaut. Die Postbank bleibt dort. FOTO: Gottfried Evers
Kleve. In dem Gebäude am Klever Bahnhofsplatz sollen bis zu 300 Asylbewerber untergebracht werden. Die Stadt wird die Immobilie, die derzeit noch im Auftrag ihrer Besitzer Clemens Wilmsen und Dirk Baumann umgebaut wird, anmieten. Von Marc Cattelaens

613 Asylbewerber sind, Stand heute, der Stadt Kleve bisher als Asylbewerber zugewiesen worden. Wie Kämmerer Willibrord Haas in der jüngsten Ratssitzung mitteilte, reißt der Flüchtlingsstrom nicht ab. "Uns werden wöchentlich 40 bis 50 neue Asylbewerber zugewiesen", sagte Haas. Obwohl der Rat beschlossen habe, die Flüchtlinge vorrangig dezentral unterzubringen, habe die Stadt "keine andere Möglichkeit", so Haas, als eine weitere große Flüchtlingseinrichtung in Betrieb zu nehmen. Dazu will die Stadt das Alte Postgebäude am Bahnhofsplatz anmieten. Ab Ende Januar oder Anfang Februar sollten dort bis zu 300 Asylbewerber untergebracht werden.

Im Auftrag der Vermieter, dabei handelt es sich im die Investoren Clemens Wilmsen und Dirk Baumann, sind Handwerker derzeit eifrig dabei, die Räume herzurichten. Insgesamt 2500 Quadratmeter wird die neue Flüchtlingsunterkunft laut Stadt-Sprecher Jörg Boltersdorf umfassen. Die Asylbewerber sollen sowohl im Erdgeschoss (hinter und neben der Postbank) als auch in den übrigen Stockwerken untergebracht werden.

Auch die derzeitigen Lagerhallen und Garagen werden einer neuen Nutzung zugeführt. So werden dort für die Asylbewerber Dusch- bzw. Sanitärräume eingerichtet, außerdem sollen in den Hallen Freizeit- und Gemeinschaftsräume, ein Essbereich mit Küche und ein Lager entstehen.

"Abstimmungen vor Ort mit Vertretern des Kreises Kleve, der Bauordnung der Stadt Kleve, der Bundespolizei sowie der örtlichen Polizei haben bereits stattgefunden", teilte die Stadtverwaltung mit. Außerdem sollen die Bürger im Umfeld der Alten Post mit einbezogen werden. Sie sollen im Verlauf der nächsten Wochen Briefe bekommen, in denen ihnen die Planungen vorgestellt werden. Eine Bürgerversammlung ist derzeit laut Stadt-Sprecher Boltersdorf nicht geplant.

Die Investoren wollen, so Clemens Wilmsen, "langfristig zur Aufwertung des Bahnhofsumfelds beitragen". Es habe auch andere Anfragen von potenziellen Mietern geben, unter anderem von Seiten der Hochschule Rhein-Waal. "Allerdings hat die Stadt die größere Not", erläutert Giesen seine Entscheidung zur Unterschrift unter den Vertrag, der, so Wilmsen, längerfristig laufe.

Auch in der ehemaligen Grundschule in Keeken sollen 50 Flüchtlinge untergebracht werden (RP berichtete). Wie Kämmerer Willibrord Haas mitteilte, soll es am 13. Januar dazu einen "Runden Tisch" geben, dabei sollen die Fragen der Keekener Einwohner beantwortet werden. Zum Jahresbeginn könnte die Grundschule mit Flüchtlingen belegt werden, so Haas.

Weiterhin sucht die Stadt nach Immobilienbesitzern, die ihre Wohnungen oder Häuser für die Unterbringung von Flüchtlingen an die Stadt vermieten wollen. Denn wenn die Zuweisungen in dieser Größenordnung bleiben, werden auch die Kapazitäten in der Alten Post wohl nicht reichen.

Quelle: RP
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