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Kleve
Altenheim im Hotel Cleve liegt auf Eis

Kleve: Altenheim im Hotel Cleve liegt auf Eis
Im Rilano-Hotel am Klever Ring sollte ein Altenheim entstehen. Das scheint nun fraglich. FOTO: Stade, Klaus Dieter
Kleve. Auf der Tagesordnung der heutigen Sitzung des Bau- und Planungsausschusses steht der Punkt "Änderung des Flächennutzungsplans für den Bereich Tichelstraße". Politik entscheidet über den Plan des Investors Christian Nitsch. Von Peter Janssen

Christian Nitsch (44) hat große Pläne. Er will aus dem "The Rilano Hotel Cleve" im Tichelpark eine Alten- und Pflegeeinrichtung machen. Seine Vorstellungen haben bereits konkrete Formen angenommen. "Die Cafeteria soll ganz oben auf dem Dach des jetzigen Hotels entstehen. Von dort hat man einen wunderschönen Blick auf Kleve", schwärmt der Investor. Doch deutet derzeit einiges daraufhin, als würde es bei den Visionen von Nitsch bleiben. Denn Widerstand in der Politik regt sich. Ein Kritikpunkt an dem Vorhaben: Eine derartige Einrichtung gehört nicht an diese Stelle, zumal es sich bei dem Bereich derzeit noch um ein Industrie- und Gewerbegebiet handelt.

Seit Monaten ist das Vorhaben von Christian Nitsch bekannt, der in seinen anderen Pflegeeinrichtungen 120 stationäre Plätze anbietet sowie 270 Menschen im ambulanten Bereich betreut. Vor einem Jahr wurde öffentlich, dass der 44-Jährige und "Hotel Cleve"-Besitzer Bernd Zevens die Vereinbarungen für die Umgestaltung bereits getroffen haben. Zunächst sah es so aus, als sei der weitere Weg von dem Vier-Sterne-Haus hin zum Pflegeheim ohne größere Probleme zu meistern. In der heutigen Sitzung des Bau- und Planungsausschusses lautet ein Tagesordnungspunkt "Änderung des Flächennutzungsplans der Stadt Kleve für den Bereich Tichelstraße". Die Änderung des Plans in einen Bereich für Misch- und Sonderflächen ist notwendig, da ohne diese Umwandlung eine Nutzung des 1993 eröffneten Hotels als Alten- und Pflegeheim nicht möglich ist.

Innerhalb der Politik sind die Meinungen zu der Änderung des Flächennutzungsplans unterschiedlich. Eine mittlerweile klare Position vertritt SPD-Fraktionschef Alexander Frantz zu dem Thema: "Wir haben uns von dem Investor das Konzept erklären lassen. Unsere Bedenken sind ausgeräumt, deshalb werden wir der Änderung des Flächennutzungsplans zustimmen." Investor Christian Nitsch, der selbst für die SPD im Klever Rat sitzt, hatte den Genossen unter anderem die Sorge genommen, die Senioren müssten für ihre täglichen Besorgungen bis zur Kaufland-Filiale auf der Flutstraße laufen. "Es gibt einen Hauslieferanten-Dienst, der das erledigen kann", sagt Frantz, der zu dem Thema Standort erklärt: "Ob sich jemand dafür entscheidet, in dieses Haus an dieser Stelle einzuziehen, bleibt doch jedem selbst überlassen."

Innerhalb der CDU-Mehrheitsfraktion ist in der jüngsten Fraktionssitzung darüber diskutiert worden, ob man der Änderung zustimmen und somit den ersten Schritt für ein Altenheim an dieser Stelle freimachen soll. Einstimmig wurde der Beschluss gefasst, der öffentlichen Auslegung für die Änderung des Flächennutzungsplans nicht zu zustimmen. "Wir wollen erst die Revision des Flächennutzungsplans abwarten, der derzeit für das gesamte Stadtgebiet überarbeitet wird", sagt CDU-Fraktionschef Udo Janssen. Laut Janssen soll dieser im Jahr 2014 beschlossen werden.

Bis dahin wird sich demnach aufgrund der aktuellen Situation in Sachen Altenpflegeheim im Hotel nichts tun. Denn bei der Frage, ob neben Kino und dem Sport- und Fitness-Center Allround Sports ein Alten- und Pflegeheim angesiedelt werden sollte, lassen die Grünen im Klever Rat keine Zweifel aufkommen. Die Grünen-Sprecherin Dr. Hedwig Meyer-Wilmes erklärt, dass dies kein geeigneter Platz für eine solche Einrichtung sei. "Diese Art von, ich nenne sie mal 'Altenfabriken', mit langen Fluren und mehr als 90 Plätzen sind politisch nicht mehr gewollt. Für Menschen, deren Mobilität ohnehin eingeschränkt ist, ist diese Stelle zu abgelegen."

Für FDP-Fraktionschef Daniel Rütter ist der Standort an der Umgehungsstraße keinen Deut schlechter als der von anderen Seniorenheimen – im Gegenteil: "Wenn das Haus an der Tichelstraße zu abgelegen ist, dann müssten andere, wesentlich abgeschiedenere, sofort geschlossen werden. Zudem bleibt es jedem selbst überlassen, ob er oder seine Angehörigen sich für dieses Haus entscheiden." Die FDP sieht hingegen noch einige Vorteile für zukünftige Bewohner, der naheliegende Forstgarten sei einer davon. Man werde, so Rütter, der Offenlegung der Nutzungsplanänderung zustimmen.

Paul Zigan von den Offenen Klevern (OK) war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

(RP/ac)
 
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