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Kleve/Bedburg-Hau
Angst um Schulstandort Bedburg-Hau

Kleve/Bedburg-Hau: Angst um Schulstandort Bedburg-Hau
Die Schule in Bedburg-Hau ist Standort der Sekundarschule. Wenn sich künftig nicht mehr Schüler an diese auch zum Abitur führenden Schulform anmelden, ist der Schulstandort in Gefahr. FOTO: Evers
Kleve/Bedburg-Hau. Gute Pläne für neue Schule - aber Konrad-Adenauer-Gymansium muss bis Herbst 2016 auf eine Entscheidung warten. Karl-Kisters-Realschule darf noch einmal vier Eingangsklassen einrichten, dennoch werden Schüler abgewiesen. Von Matthias Grass

Bedburg-Haus Bürgermeister Peter Driessen war sichtlich enttäuscht, dass die Klever Politik nicht lenkend über die Zügigkeit der Schulen in die städtische Schulentwicklung eingegriffen hat. Der Beschluss, der Klever Realschule erneut einen weiteren vierten Zug zu genehmigen, gefährde die in den vergangenen fünf Jahren mit viel Herzblut aufgebaute Sekundarschule und stelle vor allem seinen Schulstandort in Schneppenbaum in Frage, kommentierte der Erste Bürger der Nachbargemeinde.

Zum Hintergrund: Die einstige Gemeinschaftshauptschule St. Markus ist ein Standort der Sekundarschule in Kleve. Aufgrund der geringen Anmeldezahlen an diese Schulform droht für diesen Standort die Einzügigkeit. Im Vorfeld der Schulausschussitzung war diskutiert worden, dass die Stadt Kleve lenkend in die Schulentwicklung eingreift und der Realschule den vierten Zug verweigert. Dann, so das Kalkül, gäbe es mehr Anmeldungen an der Sekundarschule. Doch angesichts der Hoffnung der Eltern, ihre Kinder auch an die von ihnen gewählte Schulform anmelden zu können, entschied der Ausschuss bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung, dass die Realschule nochmals vier Eingangsklassen einrichten darf. Dennoch wird die Schule bis zu sechs Schüler abweisen müssen. 17 Kinder sind von ihren Eltern noch an keiner weiterführenden Schule angemeldet.

Gabriele Pieper, Leiterin der Sekundarschule, teilte die Enttäuschung des Bedburg-Hauer Bürgermeisters: "Wir sehen das als Benachteiligung unserer Schule des längeren gemeinsamen Lernens. Es ist enttäuschend, dass das uns gegebene Wort nicht eingehalten wird", sagte die Pädagogin. "Die gute Schulform ist noch nicht in den Köpfen der Eltern angekommen", bedauert Peter Driessen, der die immer wieder genehmigte Vierzügigkeit der Realschule kritisierte.

Tatsächlich ist Piepers Schule gebeutelt: Mit viel Verve wurde eine Schulform eingerichtet, die Kindern länger gemeinsames Lernen in den Klassen ermöglicht. Eine Schule, die fördern will und ihre Schüler auf das Abitur vorbereitet, das diese am Berufskolleg oder an der Gesamtschule machen können. Dafür sollte die Sekundarschule in Kleve den Standort der alten Realschule an der Hoffmannallee bekommen - ein Bau, der dann modern ausgebaut wäre.

Wäre - denn die Sekundarschule ist durch den Interims-Standort im alten Sebus-Gymnasium benachteiligt. Das Gebäude wirke sich nicht wirklich positiv auf die Anmeldezahlen aus, bestätigte Pieper: "Wenn Eltern den alten Bau sehen, müssen wir immer erklären, dass wir hoffentlich bald in das neue Gebäude ziehen werden". Zwar hat die Stadt jetzt die weitere Planung für die Hoffmannallee vergeben, doch droht hier ein Einspruchsverfahren, das die Arbeit nochmals verzögern würde, wie aus der Politik verlautete. Auf eine Anfrage von Michael Bay (Grüne) sagte Kleves Technischer Beigeordneter Rauer: "Die Prüfung ist noch nicht abgeschlossen, die Gespräche laufen".

Auch die Diskussion um Neubau/Sanierung Konrad-Adenauer-Gymnasium (KAG) beginnt mit einer weiteren Verzögerung: Zwar hat die Stadt ein allen Anschein nach ausgezeichnetes Büro für die Planung des alten Kellener Gymnasiums gefunden. Das nervte zwar bei der Vorstellung im Vergabeausschuss mit einer suboptimalen Präsentation - doch inhaltlich ließ der Vortrag von Prof. Frank Hausmann aufhorchen. Der möchte zusammen mit Eltern, Schülern, Lehrern und der Politik ein Konzept ausarbeiten, das exakt auf die Bedürfnisse der Schule zugeschnitten ist.

Danach würde Hausmann Planungen und Kostenkalkulationen für einen Neubau und die Sanierung des Altbaus vorlegen, der dann wieder mit den beteiligten Gruppen besprochen wird. Das geht aber nicht zum von der Politik einst geforderten Termin Ende Juni. Hausmann wäre damit frühestens Ende September fertig, womit sich die Lösung für das KAG nochmals um drei Monate verzögert. Das nimmt die Politik allerdings angesichts der auf die Bedürfnisse der Schule zugeschnittenen Planung gerne in Kauf.

Für das nächste Schuljahr darf das KAG mit 87 Anmeldungen nur drei Eingangsklassen bilden, das Stein-Gymnasium mit 107 Anmeldungen vier. Jörg Cosar (CDU) schlug vor, in einer der nächsten Sitzungen einen Vertreter der Bezirksregierung einzuladen und im Herbst dringend die Frage der Zügigkeit für die Realschule endgültig zu regeln.

Quelle: RP
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