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Kleve
Arte-Povera-Raum im Kurhaus

Kleve. Ein "Baum" von Giuseppe Penone und ein Spätwerk von Jannis Kounellis. Von Matthias Grass

Sieben Meter lang ist die Struktur des Baumes, die auf das schmale Band gezeichnet ist. Mit fettem Stift die Maserung und die Jahresringe, wie durchgedrückt, als kehre das Papier zu seinem hölzernen Ursprung zurück. Zwei runde Rollen halten das Band wie eine Handschrift, in der von der Essenz des Baumes zu lesen ist. 1972 zeichnete Giuseppe Penone diese Essenz eines Baumes auf das lange Papier, das jetzt auf dem einstigen Balkon des Friedrich-Wilhelm-Bades zu sehen ist (der Balkon wurde später zugemauert, um mehr Raum zu schaffen. Was blieb, sind die fantastischen gläsernen Rundtüren, die jetzt zu Penones Baum führen). Es ist eine der spannenden Arbeiten des Italieners, die in Kleve blieben. Des Mannes, der zur Arte Povera gezählt wird, der Richtung jener Künstler, die die armen Materialien zum Gegenstand ihres Werke machte.

Es ist ein schmaler Raum, den Kleves Museumsdirektor Prof. Harald Kunde zwei Künstlern der Arte Povera gewidmet hat. Jannis Kounellis, der quasi zu den Gründern der Kunstrichtung zählt, steht zentral an der schmalen Stirnseite - dicke Teerabdrücke auf Leinwand, die auf Stahl gezogen und von einem Stahltau umwickelt ist. Darunter gesteckt das Paar Schuhe des Künstlers, der vor wenigen Wochen gestorben ist und der lange Jahre mit dem Klever Museum verbunden war. Gegen die armen Materialien stehen die wertvollen Alabaster-Steine des italienischen Minimalisten Ettore Spalletti, die vorne direkt am Fenster platziert sind und so im direkten Licht von der Transparenz der Steine und der dazwischen liegenden Farbe erzählen.

Quelle: RP
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