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Niederrhein
Auf den Spuren der Nibelungen

Niederrhein: Auf den Spuren der Nibelungen
Siegfrieds Rückkehr nach Xanten - Im Siegfriedmuseum ist dieses Faksimile aus dem Hundeshagenscher Codex zu sehen. FOTO: Armin Fischer
Niederrhein. Das Siegfriedmuseum Xanten dokumentiert, wie mobil die Menschen schon im Mittelalter waren. Von Heinz Kühnen

Zum vierten Themenjahr des Museumsnetzwerks Kulturraum Niederrhein haben sich grenzüberschreitend über 40 Museen und Geschichtsvereine zusammengefunden, um ein abwechslungsreiches Programm von Ausstellungen, Exkursionen, Lesungen und weiteren Veranstaltungen anzubieten. Auch das Xantener Siegfriedmuseum ist dabei. Es zeigt die Sonderausstellung "Auf den Spuren der Nibelungen. Vom Reisen im Mittelalter bis zum modernen Nibelungentourismus."

Im Nibelungenlied, so Museumsleiterin Anke Lyttwin, liege die Heimat des Drachentöters Siegfried am Niederrhein. Von dort machte er sich auf, um zahlreiche Abenteuer zu bestehen.

Siegfrieds Weg führte ihn den Rhein entlang bis nach Worms, wo er am burgundischen Hof Kriemhild traf. Mit deren Brüdern zog er über das Meer bis nach Island und wieder zurück in heimische Gefilde. Lyttwin: "Mit großem Gefolge reiste das Königspaar von Fest zu Fest. Boten wurden ausgesandt und Kriegszüge vorbereitet." Zahlreiche Strophen im Nibelungenlied erzählen von Aufbruch, den Strapazen der Reise und freudiger Ankunft. Die Schauplätze des Nibelungenliedes führten auf unbefestigten Handelsrouten entlang des Rheins und der Donau, vom Niederrhein bis ins ferne Hunnenland.

Wo aber liegt das geheimnisvolle Land der Nibelungen? Lyttwin: "Lange vor der Niederschrift wanderten Lieder und Geschichten um den Helden Siegfried vom hohen Norden bis an die Donau. Händler, Pilger und fahrenden Sänger brachten Kunde von weit her. Dabei verschwamm die Grenze zwischen Dichtung und Wahrheit. Reale Orte mischten sich mit wundersamen Plätzen, die auf keiner Landkarte zu finden sind."

Diesen sagenhaften Spuren geht der moderne Nibelungentourismus nach. Im Nibelungenland und auf der Siegfriedstraße führen Wanderwege zu Originalschauplätzen und dort, wo nichts Sichtbares in der Landschaft zu finden ist, zeugen Denkmäler von den kühnen Recken. Xanten, so die Museumsleiterin weiter, setzte früh als Siegfriedstadt auf Nibelungentourismus, doch nach der Vereinnahmung des Liedes in der NS-Zeit wendete man sich wieder davon ab. Anke Lyttwin: "Die Sonderausstellung im Siegfriedmuseum Xanten zeigt, dass die Epoche des Mittelalters von hoher Mobilität geprägt war. Sie begibt sich auf Spurensuche der sagenhaften Nibelungen.

"Auf den Spuren der Nibelungen. Vom Reisen im Mittelalter bis zum modernen Nibelungentourismus." Bis zum 4. Oktober im Siegfriedmuseum Xanten, Kurfürstenstraße 9, 46509 Xanten, Telefon 02801 772 200. Eintrittspreise Kinder und Jugendliche frei, Erwachsene ab 18 Jahre 4 Euro, Gruppe ab 10 Erwachsenen 3,50 Euro, ermäßigter Eintritt 3 Euro. Geöffnet täglich von 10 bis 17 Uhr, langer Museumstag immer am zweiten Mittwoch des Monats von 10 bis 20.30 Uhr.

Quelle: RP
 
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