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Heimat erleben im Kleverland
Auf Naturpfaden durchs Kleverland

Kranenburg. Der Naturschutzbund Niederrhein bringt mit Exkursionen Bürgern und Besuchern das Naturreich rund um die Kreisstadt näher. Für Kinder gibt es spezielle Erlebnis-Tage, die Wissenswertes spielerisch vermitteln. Von Beate Wyglenda

Ob im Reichswald, in der Düffel oder auf den umliegenden Äckern - ein Atemzug reicht, um hier Heimat zu spüren. Gerade jetzt, da die ersten Knospen zaghaft ihre Köpfe recken, die Sonne scheint und die Vögel balzen, draußen langsam wieder das Leben erwacht, beginnt für uns Menschen die spannendste Zeit, um dieses Stück Kultur- und Naturlandschaft neu zu erkunden. Hilfestellung bietet der Naturschutzbund (Nabu). Zahlreiche Führungen, Naturspaziergänge und Erlebnistouren sollen Bürgern wie Besuchern die Schutzgebiete rund um Kleve näherbringen. "Wir wollen den Menschen zeigen, was ihre Heimat naturkundlich ausmacht", sagt Julja Koch von der Naturschutzstation Niederrhein. "Diese Region ist so besonders und erhaltenswert. Doch man kann nur das schützen, was man auch kennt."

Allein im April gibt es deshalb sechs Exkursionen. Die nächste, am Samstag. 9. April, führt durch das Kranenburger Bruch, eines der letzten größeren Niedermoorrelikte am Unteren Niederrhein. Hier begeben sich die Teilnehmer auf die Spuren des Stieglitzes. Und mit seinem auffällig farbenfrohen Gefieder ist der auch als Distelfink bekannte Vogel durchaus sehenswert. Eine spektakuläre Show zu bieten hat dafür der Kiebitz. "Während der Balz vollführt der Kiebitz akrobatische Flüge und stürzt sich etwa rasant in die Tiefe", erläutert Bundesfreiwilligendienstleister Moritz Asmuth. Bei der dreistündigen Tour durch das Kranenburger Bruch werde dieser Vogel den Besuchern gewiss begegnen, ergänzt Koch.

Ganz anders aufgebaut sind dagegen die zahlreichen Angebote der Nabu für Kinder. "Für die kleinen Naturforscher gibt es Erlebnis-Tage mit vielen Spielen und Mitmachaktionen", sagt Asmuth. Weniger lehrreich sind diese Motto-Veranstaltungen allerdings nicht. Am Samstag, 23. April, etwa dreht sich alles um den Wolf. Wie sind die Familienstrukturen? Warum war der Wolf so lange in Deutschland verschwunden? Und ist er wirklich so böse, wie in Märchen oft dargestellt? Das sind nur einige Fragen, die an dem Tag beantwortet werden. "Wir wollen die Informationen den Kindern spielerisch vermitteln, damit sie Spaß an der Natur und dem Naturschutz entwickeln", sagt Koch.

Aufklären, Bewusstsein schaffen und auf die Besonderheiten der Region aufmerksam machen, sind die Leitgedanken der Naturschutzstation. "Da unsere Kapazitäten jedoch begrenzt sind, haben wir Niederrhein Guides ausgebildet, die unser Portfolio ergänzen", so Koch. Besonders beliebt sind dabei die Biber-Exkursionen in der Millinger Waard, aber auch der Besuch eines Bauernhofs unter dem Motto "Mit Kindern zu Rindern". Die etwas andere Kräuterkunde mit Zubereitung vitaminreicher Smoothies aus heimischen Wildkräutern verspricht Vergnügen.

Für alle, die das Naturreich ihrer Heimat dennoch lieber auf eigene Faust entdecken, hat der Nabu ebenfalls ein Angebot zusammengestellt. Vom Reichswald, über den Bergherbos bis zur Moorheide Bisselt stehen unter dem Stichwort "Auf den Spuren der Waldgeschichte" verschiedene Wanderrouten zum Download bereit. Im Kranenburger Bruch wurde zudem schon vor Jahren ein Naturlehrpfad mit Informationen zur Geschichte des Lebensraums sowie den beheimateten Tierarten errichtet. Ab Freitag ist solch ein Lehrpfad auch im Naturschutzgebiet Rindernsche Kolke zu finden. Einen besonderen Beobachtungstipp gibt es obendrauf: "Wer genau beobachtet und ein wenig Glück hat, kann dort einen Eisvogel entdecken", sagt Koch. Zwar wurde der bunt schillernde Vogel in Deutschland inzwischen wieder aus der roten Liste der gefährdeten Vögel entfernt, ein seltener Anblick ist er aber weiterhin.

"Mit unseren Angeboten wollen wir bewirken, dass die Menschen mit offenen Augen durch die Natur gehen und bei einer seltenen Sichtung wie dem Eisvogel nicht einfach vorbeigehen, sondern verstehen, wie besonders das ist", betont Asmuth. "Wir hoffen, dass durch die Führungen der Funke überspringt, damit das Herz der Einwohner genauso für diese Landschaft schlägt, wie es das unsere tut", ergänzt Koch.

Quelle: RP
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