| 00.00 Uhr

Kleve
Aufkleber bieten Gewaltopfern unter Frauen Beratungsstellen an

Kleve. Deutschlandweit finden Aktionen zum internationalen Gedenktag "Nein zu Gewalt an Frauen" statt. Auch die Stadt Kleve beteiligt sich daran. Von Natalie Urbig

Seit einigen Wochen sind sie auf öffentlichen Damentoiletten im Klever Stadtgebiet zu finden: Aufkleber mit der Telefonnummer einer Beratungsstelle gegen Gewalt an Frauen. Verteilt haben sie Studierende der Hochschule Rhein-Waal. Es ist ein Projekt zum internationalen Tag "Nein zu Gewalt an Frauen", der am 25. November stattfindet. Dazu werden in rund 800 Gemeinden und Städten blaue Fahnen der Organisation "Terre des femmes" mit dem Aufdruck "Frei leben, nein zu Gewalt an Frauen" gehisst.

Auch vor dem Rathaus in Kleve sind die Fahnen zu sehen. Sie sollen ein Zeichen setzen: "Frauen haben das Recht frei zu leben, ohne von Gewalt bedroht zu werden", sagt Yvonne Tertilte-Rübo, Gleichstellungsbeauftrage der Stadt Kleve.

Immer noch ist häusliche Gewalt die häufigste Ursache für Verletzungen bei Frauen - auch in Deutschland. Im Kreis Kleve liege die Zahl der Betroffenen im oberen 600er-Bereich, wie Tertilte-Rübo sagt. Und das seien nur die bekannten Fälle.

Der internationale Gedenktag wird in Kleve mit einer Kooperation zwischen Stadt und Hochschule Rhein-Waal verbunden. Fünf Studierende des Studiengangs "Gender and Diversity" haben sich zu der Gruppe "No means No" zusammengeschlossen. Sie setzen sich dafür ein, die Nummer eines bundesweiten Hilfetelefon zu verbreiten. Die Beratung richtet sich an Frauen, die Gewalt erleben. Das Gespräch ist anonym und kostenlos, die betroffenen Frauen können selbst entscheiden wie viel sie von sich preisgeben. Mit Broschüren und Aufklebern über dieses Angebot haben die Studierenden mehr als 40 Gaststätten in Kleve aufgesucht. In rund 30 wurde es ihnen ermöglicht Informationen zu verteilen und die Aufkleber mit der Hilfenummer auf dem Damen-WC anzubringen.

Die "stillen Orte" hätten sich alsPlatz für wichtige und anonyme Informationen bewährt, so Tertilte-Rübo. Auch andere soziale Einrichtung sowie Mitglieder des "Runden Tisches für ein gewaltfreies Zuhause Kleve" und der Arbeitskreis Frauen unterstützen die Aktion.

Mitmachen kann Jeder: Die Materialien können im Rathaus abgeholt werden. Bis zum 25. November können Fotos beim Anbringen der Sticker gemacht und an die Gleichstellungsbeauftrage geschickt werden. Sie werden am Gedenktag auf der Homepage der Stadt e veröffentlicht. Zu einer näheren Auseinandersetzung lädt Tertilte-Rübo zum Runden Tisch für ein gewaltfreies Zuhause am 30. November ab 15 Uhr im Kolpinghaus Kleve ein.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Kleve: Aufkleber bieten Gewaltopfern unter Frauen Beratungsstellen an


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.