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Kleve
"Aus" für Fähre zur Schanz wird besiegelt

Kleve: "Aus" für Fähre zur Schanz wird besiegelt
Noch liegt "Martin Schenk" am Anleger in Düffelward. Doch bald wird der Fährbetrieb eingestellt. FOTO: Peter Graupner
Kleve. Bürgermeisterin Sonja Northing wird den Ratsbeschluss für das "Aus" der Fähre unterschreiben. Damit können die Stadtwerke den Betrieb einstellen. Von Matthias Grass

Das "Aus" für die Fähre "Martin Schenk" zwischen Schenkenschanz und Düffelward ist beschlossen. Doch der Rats-Beschluss vom Sommer vorigen Jahres kann erst umgesetzt werden, wenn der erste Bürger der Stadt, zunächst Bürgermeister Theo Brauer, jetzt Bürgermeisterin Sonja Northing, den Beschluss in der Gesellschafterversammlung per Unterschrift für die Stadtwerke bestätigt hat. Dies will die Bürgermeisterin an einem Termin innerhalb der nächsten beiden Wochen umsetzen. Das bestätigte gestern auf Anfrage Kleves Kämmerer Willibrord Haas.

Damit dauerte es fast ein halbes Jahr, bis die Unterschrift den Ratsbeschluss bestätigt. In dieser Zeit habe man klären müssen, wie man beispielsweise mit Hochwasserschutz, Tourismus und anderen Sachverhalten umgehe, sagt Haas. Die Modalitäten, wie die Einstellung der Fähre umgesetzt wird, müssen die Stadtwerke festlegen, wenn sie die Unterschrift haben. Zu gegebener Zeit werden der Rat und die Öffentlichkeit dann über die Gesamtzusammenhänge nochmals umfangreich informiert, sagt Haas.

Auf der Schanz ist man tief enttäuscht über die Entwicklung. "Wir erwarten auch Antworten auf die Frage, was ist, wenn die Brücke in Griethausen unter Wasser steht, was bei Hochwasser passiert", sagt Marita Janssen-Arntz, Vorsitzende des Heimatvereins Schenkenschanz. Man sehe ein, dass diese Fähre von vornherein nicht die richtige war, aber man habe das Gefühl, dass weder bei der Stadt noch bei den Stadtwerken nach Lösungen gesucht werden, sagt die Heimatvereinsvorsitzende.

"Wir Schänzer warten auf eine Rückmeldung, was auf uns zukommt. Wir sind enttäuscht, dass es immer noch keine Bürgerversammlung seitens der Stadt gegeben hat, auf der man uns umfassend informiert", sagt sie. Janssen-Arntz setzt jetzt auf Bürgermeisterin Sonja Northing, dass eine solche Versammlung bald von der Stadt auf der Schanz organisiert werde. "Man muss immer bedenken: Wenn die Brücke unter Wasser steht, kommen wir ohne Fähre nicht mehr rüber", mahnt sie.

Carina Giesen von den Offenen Klevern (OK) bedauert die Schließung: "Wir verlieren damit eine Perle in der Kette der Klever Besonderheiten", sagt die Ratsfrau. Die OK will in Kürze eine Bestandsaufnahme mit Blick auf Stadt und die Fähre vorstellen. Auch müsse geklärt werden, wie bei höherem Wasser Kranken- und Pflegefahrzeuge auf die Insel kommen, so Giesen.

"Wir haben immer noch eine Personenfähre in Blick, die Fußgänger und Fahrräder touristisch über den Altrheinarm auf die Schanz bringen kann", sagt CDU-Fraktionschef Wolfgang Gebing. Das kenne man aus den Niederlanden, müsse hier aber die Vereinbarkeit mit dem Status des Rheinarmes als Bundeswasserstraße beachten. Er sehe mit Blick auf die Nutzerzahlen eine künftige Fähre vor allem touristisch genutzt. "Unsere Intention war, dass die Stadtwerke von zusätzlichen Kosten entlastet werden", sagt Daniel Rütter. Der Fraktionschef der FDP hatte den Antrag zur Einstellung der Fähre gestellt. Auch er kann sich eine touristisch genutzte Fähre vorstellen, die nicht auf Kosten von Stadt oder Stadtwerke finanzier werden könne. Michael Bay (Grüne) begrüßt, dass Sonja Northing den Ratsbeschluss umsetzt. Er hält eine touristisch genutzte Fähre für vernünftig.

SPD-Fraktionsvorsitzende Petra Tekath erkennt den Fakt, dass der Ratsbeschluss, den ihre Partei nicht mitgetragen hat, umgesetzt wird, an. Sie mahnt aber, dass noch zu viele Fragen offen sind, die jetzt dringend der Klärung bedürfen.

Quelle: RP
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