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Kreis Kleve
Ausbildung im Kreis: Mehr Stellen und mehr Nachfrage

Kreis Kleve. Gute Schulbildung bringt die größe Chance auf eine Lehrstelle. Viele Hilfen für benachteiligte Jugendliche. Von Anja Settnik

In der beginnenden Vorweihnachtszeit bietet der Handel mehr Jobs, der Großteil der Entlassschüler ist untergebracht, wer fertig ist mit seiner Ausbildung, findet meist eine Stelle. Das alles mache die "Herbstbelebung" aus, die dazu führe, dass die Arbeitslosigkeit auch im Kreis Kleve gegenüber dem Vormonat leicht zurückging. Allerdings so leicht, dass Barbara Ossyra, die Chefin der Arbeitsagentur Wesel, lieber von einer Stagnation spricht. Fraglos positiv sei die Beschäftigungsentwicklung - gut 4000 Personen mehr als vor einem Jahr sind derzeit im Kreis sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Wer einen Berufsabschluss hat, also gut qualifiziert ist, hat beste Chancen auf einen adäquaten Job. 592 offene Stellen meldeten die Arbeitgeber im Vormonat. Die Arbeitslosenquote betrage 6,2 Prozent, ein Punkt weniger als vor einem Jahr.

Beim gestrigen Pressegespräch ging es aber vorrangig um die Ausbildung des Nachwuchses im Kreis Kleve, und zwar nicht punktuell, sondern als Bilanz des Ausbildungsjahres 2014 / 2015. Laut Ossyra haben sich innerhalb dieses Jahres 6557 Bewerber für Lehrstellen gemeldet, das seien 1,7 Prozent mehr als im Vorjahr. "Und das, obwohl ja weniger junge Leute aus den Schulen entlassen werden", gab die Chefin der Arbeitsagentur zu bedenken. 4108 Ausbildungsplätze standen zur Verfügung, 3,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Nicht alle, die eine Lehrstelle suchten, haben in diesem Jahr die Schule verlassen, viele waren auch zwischendurch auf der Berufsschule, im Ausland oder haben ein freiwilliges soziales Jahr gemacht.

Zum Ende des Berufsberatungsjahres am 30. September suchten noch 512 junge Männer und Frauen eine Ausbildungsstelle, 188 mehr als im Jahr zuvor. Im Gegenzug waren bei der Agentur für Wesel noch 263 unbesetzte Lehrstellen gemeldet - 31 mehr als im Vorjahr. "Durch intensive Nachvermittlung, zum Teil gemeinsam mit den Kammern, konnten noch zahlreiche Jugendliche untergebracht werden oder haben eine Alternative angeboten bekommen", berichtet Ossyra. Gerade mal 34 Jugendliche seien deshalb gegenwärtig noch "unversorgt".

Die Abteilungsleiterin für den Bereich Ausbildung, Heike Jahn, gab zu bedenken, dass wegen fehlender Mobilität, nicht passender "Chemie" zwischen Ausbilder und Jugendlichem oder noch nicht gegebener Ausbildungsreife einige junge Leute auch für noch freie Stellen eben nicht in Frage kämen. Es existierten aber so viele ausbildungsbegleitende Hilfen und Fördermaßnahmen, dass fast jedem (durch Praktika, Nachhilfe, Unterstützung bei sozialen Problemen) zu helfen sei. Auch die Arbeitgeber würden auf Wunsch begleitet.

Quelle: RP
 
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