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Kreis Kleve
Ausgleich für Windkraft in der Stadt

Kreis Kleve: Ausgleich für Windkraft in der Stadt
FOTO: Evers, Gottfried (eve)
Kreis Kleve. Landwirte kritisieren die Auflage, eine Ersatzfläche für die Anlagen in der näheren Umgebung schaffen zu müssen. Das koste Geld und kostbare Flächen. Umweltministerin Barbara Hendricks setzt sich für Ausgleichsflächen in Städten ein. Von Sebastian Latzel

Der Ausbau der Windkraft schreitet auch in der Region voran. Das freut Umweltministerin Barbara Hendricks, wie sie jetzt beim Besuch in Kevelaer deutlich machte. Der rasante Ausbau bereitet den Landwirten aber auch durchaus Sorge, wie Kreislandwirt Josef Peters erläuterte. "Ich frage mich, ob es noch zeitgemäß ist, dass ein Ausgleich für die Windkraftflächen nötig ist", sagte er. Vorgeschrieben ist nämlich, dass als Kompensation für das Areal, auf dem das Windrad steht, an anderer Stelle in der Umgebung eine Fläche entsprechend umgewandelt wird.

Im Klartext: Sie steht dem Bauern dann als Ackerfläche nicht mehr zur Verfügung. "Das trifft uns gleich zweifach. Einmal bedeutet das einen Kostenfaktor, außerdem wird zusätzliche Fläche verbraucht", so Kreislandwirt Josef Peters.

Die Ministerin kennt diese Sorgen. "Mir ist klar, dass diese Regelung einen doppelten Druck auf die Fläche bedeutet, aber diesen Ausgleich wird es weiter geben", sagt Hendricks. Sie sei aber im Gespräch mit Vertretern der Länder, um zu prüfen, ob es nicht eine Möglichkeit gibt, den Ausgleich auf andere Art und Weise zu schaffen.

Momentan muss der Ausgleich für die Windkraftfläche in näherer Umgebung erfolgen. Hendricks: "Ich kann mir vorstellen, dass eine Kompensation für Flächen auf dem Land auch in der Stadt erfolgen kann, beispielsweise über Dächerbegrünung." Das könne auch aus Klimasicht Sinn machen. Denn die Temperaturen in Großstädten würden im Durchschnitt vier Grad höher liegen. Gerade bei der Zahl zunehmender Hitzetage angesichts der Erderwärmung sei das eine große Belastung. Im Jahr 2003 seien 10.000 Menschen vorzeitig gestorben, weil die Hitze so groß war.

Hier könne man mit mehr Grün und Wasser in der Stadt auch klimatechnisch gegensteuern. Bei der Kompensation müsse man allerdings auf eine vernünftige Relation achten. "Es ist selbstverständlich, dass man für einen Hektar Windkraftfläche auf dem Land nicht einen Hektar Dachgrün in der Stadt anlegen kann", sagt die Ministerin.

Ein anderes Problem beim Thema Windkraft sprach Walter Kanders, Geschäftsführer Niederrheinische Solar GmbH, an. "Kleine Windkraftbetreiber machen sich Sorgen, dass sie zukünftig nicht mehr zum Zuge auf den Flächen kommen", sagte er. Das betreffe vor allem das so genannte "Repowering", also das Ersetzen alter Anlagen durch neue, leistungsfähigere am selben Standort. Die Befürchtung: Dieser Platz könnte dann an andere Firmen fallen.

"Ich kenne diese Befürchtungen der Pioniere der Windkraft", sagt die Ministerin. Vernünftig sei es daher, sich zusammenzuschließen, etwa als Genossenschaft. "Es werden nicht einzelne Windräder ausgeschrieben, sondern Planungsensembles", erläutert Barbara Hendricks. Eben daher sei es wichtig, bei Windkraftprojekten nicht alleine aufzutreten, sondern gemeinsam mit anderen.

Quelle: RP
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