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Kleve
Aushängeschilder des Museums Kurhaus

Kleve. Franz Gertsch zählt zu den bedeutendsten zeitgenössischen Künstlern des Fotorealismus. Als er 1995 nach längerer Pause wieder zu malen begann, war es das Museum Kurhaus, das ihm in Deutschland eine große Einzelausstellung widmete. Von Matthias Grass

Es war der Beginn einer langen Freundschaft – nicht nur mit dem Museum. In Kleve standen zunächst die großen Gräser-Bilder zentral in der Ausstellung, die monumentalen Holzschnitte. Es gelang dem Kurhaus, das große aus drei Platten zusammengesetzte "Schwarzwasser" zu kaufen. Auf dem fast sechs Meter langen Holzschnitt scheint das Wasser glucksend zu fließen, die Lichtreflexe zu glitzern. Später kam das drei mal 2,90 Meter große Porträt von Silvia, "Silvia II" hinzu. Eine Dauerleihgabe "Maria mit den Kindern" (ein Bild aus aus früheren Jahren) und weitere Holzschnitte wie "Pestwurz" komplettieren die Sammlung in Kleve.

Romantische Anfänge

Franz Gertsch feiert diesen März seinen 80. Geburtstag. Nach romantischen malerischen Anfängen – die auch in Kleve zu sehen waren – kam der 1930 in Mörigen am Bielersee geborene Schweizer ab 1965 über Collagen im Stil der Pop Art zu seinen großformatigen fotorealistischen Gemälden und Holzschnitten. Die machten ihn weltbekannt. Gertsch arbeitet in der Regel nach einer Fotovorlage, die als Dia auf die Leinwand projiziert wird. Daraus entstehen dann Punkt für Punkt die Großgemälde.

Gertsch war 42 Jahre alt, als er 1972 mit seinem Monumentalgemälde "Medici" auf der documenta 5 in Kassel seinen Durchbruch erlebte. Es folgten Familienporträts sowie Einzel- und Gruppenporträts von Künstlerfreunden in den Siebziger Jahren. Von der Rockpoetin Patti Smith schuf er eine ganze Bilderreihe, später kamen große Frauenporträts hinzu. In den Jahren 1987 bis 1995 gab Gertsch die Malerei für einige Jahre auf, entdeckte den Holzschnitt für sich und entwickelte erneut eine eigene Technik – wie sie in Schwarzwasser vollendet zum Ausdruck kommt. Dann griff er wieder zum Pinsel und schuf seine großen Silvia-Bilder.

"Wir haben seit 1999 eine wunderbare Beziehung zu Franz Gertsch, die für das Museum sehr fruchtbar ist. Das Porträt von Silvia ist ein Highlight unseres Hauses, ein Aushängeschild", sagte gestern Kleves Museumsdirektor Drs. Guido de Werd. Ein Aushängeschild, das auch begehrt ist – so wie zur großen Gertsch-Ausstellung in der Wiener Albertina.

Quelle: RP
 
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