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Niederrhein/Berlin
"Auszeit" macht Lust auf den Niederrhein

Niederrhein/Berlin: "Auszeit" macht Lust auf den Niederrhein
Hans-Josef Kuypers, Martina Baumgärtner, Peter Hauptmann, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Kreis Viersen, und Michael Düchting (von links) am Stand des Niederrhein Tourismus in Berlin. FOTO: Kaspar Müller-Bringmann
Niederrhein/Berlin. Auf der weltgrößten Reisemesse ITB in Berlin präsentierten Niederrhein-Tourismus, Wirtschaftsförderung Kreis Kleve und Entwicklungs-Agentur Wirtschaft Kreis Wesel Projekte und Ideen von der Reiter-App bis zum Stadtjubiläum. Von Jürgen Loosen

"Auszeit am Niederrhein" lautet der Titel des Lieblingsprojekts von Martina Baumgärtner, Geschäftsführerin des Niederrhein-Tourismus mit den Kreisen Kleve, Wesel und Viersen, die bei ihrem zweiten Chef-Auftritt auf der weltgrößten Reisemesse ITB in Berlin die Marketing-Idee vorstellte. Gemeint ist ein neues Magazin, in dem sich alle Partner des Niederrhein-Tourismus wieder finden. Entstanden ist es aus der Zusammenarbeit "eines Kreativkreises mit Vertretern der einzelnen Branchen", der Ausrichtung, Außendarstellung und Marketingstrategie der Region gebündelt hatte.

Das Ergebnis ist ein Magazin, das jetzt erstmals 100 Seiten stark und reich bebildert aufgelegt wurde und jetzt kostenlos in allen Kommunen der Kreise Kleve, Wesel und Viersen sowie beim Niederrhein-Tourismus in Viersen erhältlich ist. Martina Baumgärtner betont, dass der Niederrheiner viel Neues über seine Heimat erfährt und Gäste neugierig auf einen Besuch gemacht werden sollen. Dabei gibt es viele Empfehlungen unter den Stichworten Aktiv (zum Beispiel Grefrather Eissport & Eventpark, Paddeln auf der Niers, Gästeführungen, Wanderungen, Fahrradtipps), Natur und Entspannung (zum Beispiel im Landhaus Voshövel, See Park Janssen oder Waldhotel Tannenhäuschen), Genuss (mit Restaurantvorschlägen), Kultur, Gastgeber und Tagen. Ein Interview mit der Apfelkönigin Sonja Schmidt, die Vorstellung ungewöhnlicher Landschaften und Ausflugstipps sind weitere Themen, die Lust auf eine Auszeit am Niederrhein machen sollen.

Mit großen Ambitionen gestartet wird zudem ein neues Tourismusprojekt namens "Local Emotion". Im Sommer soll es losgehen, der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) hat zugesagt, die Idee mit 800.000 Euro zu unterstützen, so dass mit Eigenmitteln von 200.000 Euro ein Budget von genau einer Million Euro zur Verfügung steht. Ganz bemerkenswert ist die Tatsache, dass in diesem Fall nicht nur die Kreise Kleve, Wesel und Viersen in einem Boot sitzen, sondern die Städte Krefeld und Mönchengladbach sowie der Naturpark Schwalm-Nette mit eingestiegen sind - erstmals nach langer Zeit der Abstinenz. Martina Baumgärtner sagt es so: "Zusammengefasst: Altbewährtes stärken und Neues entdecken und einbinden, um den Gästen Wohlgefühl und ein Stück Heimat zu vermitteln."

Für die Kreis Klever Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WfG) erläuterte Geschäftsführer Hans-Josef Kuypers kurz einige touristische Daten. So kletterte die Zahl der Übernachtungen 2015 um 1,1 Prozent auf 867.905 (mit einer Kaufkraft von 87 Millionen Euro) bei insgesamt 123 Beherbergungsbetrieben mit 5279 Betten sowie 22 Campingplätzen mit insgesamt 1073 Stellplätzen. Und auch die Zahl der Ferienwohnungen stieg auf jetzt 412, von denen 82 auch klassifiziert sind. Zudem rückte Kuypers ein neues Euregio-Projekt in den Vordergrund, mit dem "das Niederrhein-Erlebnis auf dem Pferd intensiviert" werden soll. Als Nachfolger des in den Jahre gekommenen und teils überholten "Reitatlas für grenzenloses Reiten" wird es unter dem Projekttitel "Ein Erlebnis für jeden Reiter in der Region - per App zum Ziel" ein Nachfolge-Vorhaben geben mit dem Ziel, die Region mit angemessenen Marketing-Maßnahmen für Pferdefreunde und Reitsportfreunde einer breiten Gruppe näher zu bringen.

Knapp 30.000 Euro als Anschubfinanzierung flossen aus dem Verkauf der Reitatlanten in Richtung Niederrhein-Tourismus. Freuen können sich die Reiter auf die Aufnahme der vorhandenen Infrastruktur in den Kreisen Kleve und Wesel sowie in Noord-Limburg auf niederländischer Seite und deren Aufwertung durch neue Schilder und angemessene Parkplätze. Es soll auch zu neuen Reitrundwegen kommen, die in die zweisprachige App eingebaut werden. Sowohl ein Pocketplaner wie auch neue, buchbare Angebote sollen künftig mehr Freizeitreiter und Wanderreiter anlocken.

Michael Düchting, Leiter der Entwicklungs-Agentur Wirtschaft Kreis Wesel, präsentierte zwei Groß-Projekte. "Wesel? Schöne Stadt !": Wesel feiert den 775. Geburtstag und ist die Nummer 1 mit insgesamt 100 Aktionen und Veranstaltungen in diesem Jahr. "Aus Bürgern der Stadt sollen Botschafter werden, die Wesel repräsentieren und von seiner besten Seite zeigen", heißt es im Konzept. Dabei zieht sich das Motto des Stadtjubiläums wie ein roter Faden durch das ganze Jahr. Dazu gehören Termine mit regionaler Strahlkraft wie der Westfälische Hansetag genau so wie lokale Vorhaben, die das Motto auf lebendige Weise aufgreifen und in Szene setzen, Der eigentliche offizielle Festakt zum Geburtstag ist im Rahmen einer Kulturnacht am Samstag, 17. September, auf dem Großen Markt.

Xanten und Barrierefreiheit lautet das zweite Vorhaben, eingebettet in das Projekt "Reisen für alle" Nicht nur, weil Xanten 2014 zum Luftkurort ernannt wurde, hat in der Domstadt ein Prozess der Sensibilisierung für das Bedürfnis nach barrierefreien Angeboten eingesetzt. Im vergangenen Jahr hat die Tourist-Information Xanten zahlreiche Daten in Einrichtungen und Betrieben der touristischen Servicekette erhoben und dann mit einer Broschüre und im Internet dokumentiert. Mit deren Hilfe können Menschen mit einem Handikap im Bereich Mobilität ihren Aufenthalt in Xanten zuverlässig planen. Im Rahmen des Projekts "Reisen für alle" konnten inzwischen schon mehrere Betriebe und Einrichtungen zertifiziert werden.

Quelle: RP
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