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Kleve A3, A40 und A57
Autobahnen - Lebensadern der Region

Kleve A3, A40 und A57: Autobahnen - Lebensadern der Region
Ab 14 Uhr rollte der Verkehr: Die niederländische Königin Beatrix und Bundespräsident Richard von Weizsäcker gaben vormittags am 22. Oktober 1986 das letzte Stück der A 57 endgültig frei. FOTO: Gottfried Evers
Kleve. Die A3, die A40 und die A57 machen den Kreis Kleve zur Schnittstelle zwischen den Niederlanden, dem Ruhrgebiet und dem Rheinland. Erst 1986 wurde die A 57 endgültig durch Königin Beatrix und Bundespräsident Richard von Weizsäcker eröffnet. Von Dieter Ackermann

Drei Autobahnen stellen heute sicher, dass der Grenzkreis Kleve seine verkehrspolitische Funktion als Schnittstelle zwischen den benachbarten Niederlanden, dem östlich angrenzenden Ruhrgebiet und dem Rheinland im Süden wahrnehmen kann. Als wichtige Nord-Südverbindung erfüllt die A 3 diese Rolle rechtsrheinisch (rund 30 Kilometer) an Emmerich und Rees vorbei zwischen dem Grenzübergang Elten und dem Kreis Wesel. Linksrheinisch schneidet die A 57 den Kreis Kleve (etwa 20 Kilometer) zwischen dem Grenzübergang Hommersum an Goch vorbei bis zum Nachbarkreis Wesel. Und ganz im Süden des Klever Kreisgebietes verbindet die A 40 in West-Ost-Richtung (gut 20 Kilometer) das niederländische Venlo an Wachtendonk und Rheurdt vorbei mit dem Kreis Wesel und im weiteren Verlauf mit der Stadt Duisburg sowie ihrem Binnenhafen.

Von diesen drei Verkehrsadern "pulsiert" die A 3 inzwischen am längsten. Bereits am 20. April 1962 wurde der Abschnitt von der Zollübergangsstelle Elten bis zur provisorischen Anschlussstelle Emmerich in Anwesenheit des niederländisches Ministers für Verkeer en Waterstaat und des Ministers für Landesplanung, Wohnungsbau und öffentliche Arbeiten des Landes Nordrhein-Westfalen feierlich dem Verkehr übergeben. In dem restlichen Abschnitt der "Hollandlinie" - zwischen den Anschlussstelle Hamminkeln und der Anschlussstelle Emmerich - begannen die Bauarbeiten im Herbst 1963. Dieses letzte verbliebene Teilstück wurde am 27. April 1965 für den Verkehr freigegeben.

Die A 40 bei Herongen. FOTO: Gerhard Seybert

Deutlich später erreichten die Autobahnbauer im Kreis Kleve die Freigabe der letzten Teilstücke auf der A 57 für den Verkehr. Ab 1980 konnte endlich der Verkehr auf dem Autobahnstück zwischen Goch und Sonsbeck fließen. 1985 wurde der Teilbereich zwischen der Abfahrt Kleve und Goch-Weeze freigegeben. Und seit 1986 haben die Autofahrer auch auf dem letzten verbliebenen Stück zwischen dem Grenzübergang Hommersum und der Abfahrt Kleve freie Fahrt. In einem Staatsakt vor 2000 Zuschauern hatten die niederländische Königin Beatrix und Bundespräsident Richard von Weizsäcker am 22. Oktober 1986 die Autobahn übergeben. Der damalige Landrat Hans Pickers sprach von "einem bedeutenden Ereignis für den Kreis" und appellierte zugleich, die "lebensnotwendige Eisenbahnstrecke Kleve-Nimwegen" nicht aufzugeben.

Mit einer Verkehrslast von bis zu 112.000 Fahrzeugen pro Tag gehört die linksrheinische A 57 heute zu den stauträchtigsten Autobahnen in Nordrhein-Westfalen. Zu ihren Besonderheiten gehört die Tatsache, dass sich zwischen den Anschlussstellen Sonsbeck und Alpen ein ehemaliger Behelfsflugplatz befindet, dem früher die heutigen Rastplätze Hamb und Bönninghardt als Abstellplätze für Flugzeuge dienten.

Die Ausfahrt Rees an der Autobahn 3. FOTO: van Offern, Markus (mvo)

Die Geschichte der A 40 reicht bis ins Jahr 1928 zurück, als der Bau der Reichsstraße 1 begann, die 1935 fertiggestellt wurde. Im Osten sollte die B 1 beim Autobahnkreuz Dortmund/Unna an die A 1 anschließen, im Westen als Ruhrschnellweg über Essen bis zur deutsch-niederländischen Grenze bei Straelen führen. 1970 war sie fertiggestellt. Sieben Jahre später folgte die Umwidmung von der Bundesstraße zur Autobahn. Zu Beginn der 90-er Jahre wurde die Strecke mit einem früheren Abschnitt der A 2 von Duisburg bis zur niederländischen Grenze zusammengelegt und heißt seither A 40.

In der Geschichte der A 40 verbirgt sich noch pikantes Detail, an das sich angesichts der heutigen Dauerbelastung auf dieser West-Ost-Verbindung mancher gar nicht mehr erinnern möchte. Im Vorfeld des Autobahnbaus hatte die niederländische Bahn (Nederlandse Spoorwegen) der damaligen Bundesbahn vorgeschlagen, das von Rotterdam bis zum Container Terminal bei Venlo reichende Gleis auf deutscher Seite bis Duisburg längs der A 40 auszubauen.

Die Bundesbahn erkannte damals nicht den Bedarf und verzichtete. Seither werden in Venlo die auf der Schiene ankommenden Container auf Lkw verladen und über die Autobahn nach Duisburg weiterverfrachtet.

Angesichts der heutigen Überbelastung der A 40 und der aktuellen Verkehrsbehinderungen auf der maroden Rheinbrücke sicherlich keine glückliche Entscheidung der damaligen Bundesbahn!

Quelle: RP
 
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