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Kleve
Autohaus Minrath in Kleve schließt

Kleve: Autohaus Minrath in Kleve schließt
Zum 31. Dezember 2016 wird das Autohaus Minrath in Kleve geschlossen. Die Geschäftsführung begründet diesen Schritt mit wirtschaftlichen Erwägungen. FOTO: Gottfried Evers
Kleve. Für die Volkswagen- und Audi-Vertretung am Nosenhof 1 ist Ende des Jahres Schluss. Die Firmenzentrale wollte nicht weiter in den Standort investieren. Einem Teil der Beschäftigten wurde gekündigt. Kunden müssen bald weit fahren. Von Marc Cattelaens

Für Minrath endet in Kleve eine lange Tradition: Das im Jahr 1999 am Nosenhof 1 eröffnete Autohaus schließt zum 31. Dezember dieses Jahres. Einige Mitarbeiter haben bereits ihre Kündigung erhalten. Die Kunden sollen in den nächsten Tagen von der Geschäftsführung der Minrath-Gruppe über die Schließung der Klever Filiale informiert werden.

Im Gespräch mit unserer Redaktion erläutert Thomas Borusiak, der Geschäftsführer der Minrath-Gruppe, die Gründe für das Aus: "Der Konzentrationsprozess in der Automobilbranche setzt sich fort. Wir hätten in neue Technik investieren müssen. Das hätte sich für den relativ kleinen Standort Kleve nicht gelohnt", sagt Borusiak. Der Hintergrund: Hersteller wie Audi und VW machen den Händlern genaue Vorgaben, wie die Verkaufsräume und Werkstätten ausgestattet sein müssen. "Wir hätten beispielsweise neue Prüfstände errichten müssen, das wäre jedoch mit hohen Kosten verbunden und in Kleve nicht rentabel gewesen. Wir kommen aus der Standorterfüllung nicht heraus, wenn wir unsere Markenschilder behalten wollen, deswegen müssen wir Kleve leider aufgeben", sagt Borusiak. Die als "Dieselaffäre" bekannt gewordene VW-Krise sei zwar nicht förderlich für die Gesamtsituation aber nicht ursächlich für die Schließung gewesen, so der Geschäftsführer.

Thomas Borusiak (l.), der Geschäftsführer der Minrath-Gruppe, mit dem scheidenden Klever Geschäftsführer Philipp Boumans. FOTO: Evers

In den nächsten Tagen will die Geschäftsführung die zahlreichen Kunden im Kleverland über die Schließung informieren und ihnen auch Angebote unterbreiten, an wen sie sich für Reparatur- und Servicearbeiten wenden können. Fakt ist: Auf die allermeisten werden wohl weite Wege zukommen. Die nächstgelegene Minrath-Filiale mit Verkauf und Service ist in Geldern. In Goch unterhält Minrath ein Volkswagen-Servicecenter. Dort können Kunden Inspektionen, Verschleiß- und Herstellergarantiearbeiten sowie Fehlerdiagnose und Karosseriearbeiten durchführen lassen. "Der Standort Goch bleibt erhalten", betont Borusiak.

Weitere Volkswagen-Händler befinden sich in Emmerich (Fisser & Scheers), Kalkar (Evers & Seitz), Uedem (Verfürth) und Rees (Messink & Sohn). Die von Kleve aus nächsten Audi-Händler befinden sich in Wesel (Autohaus an Rhein & Lippe und Autohaus Becher). Minrath ist in Geldern Audi-Service-Partner.

Im Autohaus Minrath in Kleve arbeiten derzeit 48 Mitarbeiter. "75 Prozent der Mitarbeiter werden wir weiter beschäftigen und auf andere Standorte verteilen. Die restlichen Mitarbeiter werden uns leider verlassen", sagt Borusiak. Zu denen, die Minrath verlassen, zählt auch Philipp Boumans, der Geschäftsführer der Klever Filiale. "Herr Boumans hat bereits eine neue Beschäftigung gefunden", sagt Borusiak. Erst im September 2014 war Boumans als neuer Centerleiter in Kleve und Goch eingesetzt worden. Zuvor war er viele Jahre in leitender Funktion bei der Audi AG tätig gewesen. Bei seiner Vorstellung in Kleve hatte Boumans damals betont, dass er "Minrath als lokalen Player und Platzhirsch weiter etablieren" wolle. Außerdem kündigt er an, dass Minrath expandieren werde.

Im April 2012 hatte die Minrath-Gruppe, die derzeit noch mit acht Standorten am Niederrhein vertreten ist, ihr 60. Firmenjubiläum gefeiert. Mit den vier Marken Volkswagen, Audi, Seat und Skoda sowie 330 Mitarbeitern ist Minrath nach eigenen Angaben die erfolgreichste Autohausgruppe am Niederrhein. Wie die Firmengruppe gestern mitteilte, konzentriere sie sich zwar weiter auf Wachstum, allerdings liege der Focus nicht mehr auf der Verdichtung des Filialnetzes, sondern auf dem Ausbau der verbleibenden Standorte. Mittelpunkt der Firmenstruktur bleibe der Hauptstandort Moers.

Quelle: RP
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