| 00.00 Uhr

Kreis Kleve
Badeseen: 20 Grad und unbedenklich

Die schönsten Badeseen in NRW
Die schönsten Badeseen in NRW FOTO: Markus van Offern
Kreis Kleve. Alle heimischen Gewässer mit offizieller Badestelle werden regelmäßig durch die Gesundheitsämter beziehungsweise beauftragte Labors überprüft. Keine nennenswerten Verschmutzungen durch Bakterien oder Algen. Von Anja Settnk

Temperaturen von mehr als 30 Grad haben die Sehnsucht vieler Menschen auf ein Bad im See entfacht. Zumal die Wassertemperatur hiesiger Badegewässer inzwischen rund 20 Grad Celsius erreicht hat - was es echten Schwimmern durchaus ermöglicht, ihrem Lieblingssport nachzugehen. Kleine Kinder finden es zumindest zum Planschen warm genug. Deren Mütter interessiert neben der Temperatur vor allem eines: Ist das Wasser auch gesundheitlich unbedenklich? Drohen Hauterkrankungen bei Berührung oder Durchfall, wenn mal ein Schluck in den Verdauungstrakt gerät? Eher nicht, denn allen Badeseen im Kreis wird ein "ausgezeichneter" Gewässerzustand attestiert. Und zwar nach dem Standard der EG-Badegewässer-Richtlinie.

"Heimische Badegewässer" sind immer künstliche Badegewässer, denn im Flachland entstehen Wasserflächen vornehmlich durch Abgrabung. Das war schon vor mehr als 50 Jahren so, und auch die etwas jüngeren Seen sind Ergebnis der Auskiesung. Ob in Goch-Kessel, in Kalkar-Wissel, am Eyller See in Kerken, im Naturfreibad Wachtendonk oder an den Seen in Xanten-Wardt: Überall kann bedenkenlos gebadet werden.

Die Gesundheitsämter prüfen regelmäßig, nutzen dafür professionelle Labors und deren Fachpersonal. Sie prüfen im Frühjahr und achten auch während der aktuellen Badesaison auf die Wasserqualität, so dass ein unbeschwertes Badevergnügen möglich wird.

Aussagen über Sicherheit sind mit der Klassifizierung natürlich noch nicht getroffen. Wer den Nichtschwimmerbereich eines Strandbades verlässt, sollte ein guter Schwimmer sein, denn die Seen sind oft sehr tief. Auch die aufmerksamsten Rettungsschwimmer schaffen es nicht immer, Leichtsinnige zu retten.

Auf den sehr guten Wasserzustand sollen sich Badegäste jedoch verlassen können. Geprüft wird die Belastung mit Enterokokken und Colibakterien, Temperatur und Sichttiefe werden zu verschiedenen Stichtagen angegeben. Wer es genau wissen möchte, kann die interaktive Karte des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz anklicken und sich das jeweilige Badegewässerprofil ansehen. Da lernt man über Wissel in der Nähe von Kalkar zum Beispiel, dass der Strand 100 Meter lang ist und die Kalkarer ihren See der Auskiesung zu verdanken haben. Entsprechend ist der Untergrund sandig bis kiesig, die Struktur des Uferbereichs "verändert". Bei einer mittleren Tiefe von zehn Meter beträgt die tiefste Stelle 21 Meter.

Es gibt keine Zuflüsse aus Industrie, aus Bergbau oder Fischzucht. Einzig die Landwirtschaft und Wasservögel nehmen Einfluss auf die Wasserqualität, allerdings in nicht signifikantem Maße. Die potenzielle Gefahr durch Cyanobakterien und sich massenhaft entwickelndes Phytoplankton wird im Auge behalten. Das Wasser neigt zur Eutrophierung, ist also recht nährstoffreich.

Der See in Kessel ist deutlich weniger tief - fünf bis zwölf Meter, auch die Landwirtschaft hat kaum Einfluss. Bakterien und Algen bereiten keine Probleme, nicht einmal der Entenfloh, der Badedermatitis verursachen kann, stört das Badevergnügen. Wasservögel, die im Winter auf dem See rasten und zum Teil auch brüten, werden im Sommer vergrämt.

Wachtendonks Badesee steht seit 1993 zur Verfügung, der Uferabschnitt, von dem aus gebadet werden darf, ist 80 Meter lang. Bei einer Wassertiefe von 2,5 bis vier Meter Tiefe sind die Temperaturunterschiede in den Wasserschichten weniger ausgeprägt als bei tieferen Seen. Die Gefahr der massenhaften Vermehrung von Cyanobakterien und Phytoplankton wird als gering eingeschätzt.

130 Meter Strandlänge hat der Eyller See zu bieten, er ist zehn bis 13 Meter tief und recht nährstoffreich. Eine Erweiterung der Seefläche vor einigen Jahren soll die Wasserqualität noch weiter erhöht haben. Die Tauchbasis ist ganzjährig geöffnet. Alle Badeseen sind derzeit geöffnet.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Kreis Kleve: Badeseen: 20 Grad und unbedenklich


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.