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Kleverland
Banken haben keine Angst vor der Pokémon-Jagd

Kleverland: Banken haben keine Angst vor der Pokémon-Jagd
Kein Zutritt für Pokémon-Jäger in den Filialen in Düsseldorf. FOTO: Woi
Kleverland. Anders als in Düsseldorf oder Neuss gibt es hier keine Vorfälle, Anwohner der Schwanenburg fühlen sich aber gestört.

Pokémon-Jäger haben sich in Teilen der Finanzwelt unbeliebt gemacht. Die Volksbank-Filialen in Neuss und Düsseldorf machen derzeit mit Schildern darauf aufmerksam, dass ihre Räumlichkeiten keine Jagdgründe für "Pokémon Go"-Spieler sind. Der Grund: Datenschutzbedenken. Außerdem passten seriöse Geldgeschäfte und im Spieltrieb gefangene Gäste einfach nicht zusammen.

Die Volksbank Kleverland erwägt hingegen keine Schritte in diese Richtung. "Uns ist noch kein vermehrtes Aufkommen von Spielern in unseren Geschäftsräumen aufgefallen. Das ist in unseren Filialen kein Thema", sagte eine Sprecherin auf Anfrage unserer Redaktion. Selbstverständlich wollen Kunden im Geldhaus in Ruhe ihre Bankgeschäfte regeln, ohne dass jemand ihnen mit dem Smartphone auf den Leib rückt und womöglich noch fotografiert. Vorfälle dieser Art sind der Volksbank Kleverland jedoch nicht bekannt, Beschwerden habe es nicht gegeben.

Bei den Kollegen von der Sparkasse Kleve sieht das genau so aus. "Dazu ist uns aus unseren Filialen noch nichts zu Ohren gekommen. Den Mitarbeitern sind noch keine Pokémon-Jäger begegnet", so eine Sprecherin. Und sie ergänzt schmunzelnd: "Offensichtlich gibt es bei uns einfach keine seltenen Pokémon-Exemplare."

Für das Gebiet rund um die Schwanenburg sieht das bekanntlich ganz anders aus (wir berichteten). Bis zu 350 Spieler tummeln sich abends an der Burg, um Pokémons zu fangen. Das birgt Probleme: Die Spieler lassen Pizzakartons, McDonalds-Tüten und sogar Handy-Akkus liegen. Anfangs waren die Angestellten des dort untergebrachten Land- und Amtsgerichts ganz schön verwundert über den plötzlichen Menschenauflauf. Inzwischen sehen sie die Sache aber gelassen.

Nicht so Marianne Scholz, die in der Nähe der Klever Schwanenburg, besser gesagt am Synagogen-Grundstück wohnt: "Die Leute rennen dort nachts herum und sind dabei sehr laut." Sie könne seit Wochen nachts nicht mehr schlafen. Außerdem sollten die Jugendlichen an so einem Ort nicht spielen. Das könne nicht im Sinn der jüdischen Gemeinde sein. "So etwas habe ich in Kleve noch nie erlebt". Scholz hätte bereits die Polizei sowie das Ordnungsamt informiert. Bislang hätte es jedoch keine vermehrten Anrufe bei den Beamten gegeben, sagt Manfred Jakobi von der Polizei Kleve. Auch auf dem Klever Friedhof wird vermehrt Pokémon Go gespielt, zu Schaden ist aber bislang nichts gekommen.

(szf/cat/lkö)
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