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Kleve
Baum fällt auf Kurhaus: Brautpaar im Glück

Baum in Kleve stürzt plötzlich um
Baum in Kleve stürzt plötzlich um FOTO: Valentina Vlasic
Kleve. Eine mehr als 100 Jahre alte Buche ist gestern Abend vom Forstgarten über die Tiergartenstraße auf das Museum gestürzt. Eine Hochzeitsgesellschaft feierte dort gerade. Der Balkon fing den Baum ab. Eine Frau wurde am Fuß verletzt. Von Peter Janssen

Es sollte der schönste Tag ihres Lebens werden - fest steht, es wurde auf jeden Fall ein sehr glücklicher. Maya (39) und Stefan (32) Duda hatten sich gerade im Museum die ewige Treue versprochen, als ihre ersten gemeinsamen Stunden als Ehepaar einen nicht geplanten Verlauf nahmen. Zusammen mit ihrer Hochzeitsgesellschaft waren sie neben das Museum spaziert, um in der historischen Parkanlage Bilder zu machen. Es war 16.30 Uhr, als das frischvermählte Paar und seine Gäste zusammenzucken. Dort, wo sie eben noch standen, knallte ein etwa 30 Meter hoher Baum auf den Balkon des Museums Kurhaus. Eine mehr als 100 Jahre alte Buche, die auf der gegenüberliegenden Straßenseite im Forstgarten stand, stürzte plötzlich über die Straße auf das Museum.

Einige Stunden nach dem Vorfall sagte Stefan Duda, dessen schwangere Frau ebenfalls unverletzt blieb: "Wir hatten sehr viel Glück." Nur einige Minuten zuvor hatte sich die Gesellschaft genau an der Stelle auf dem Bürgersteig des Kurhauses postiert, wo anschließend der Baum lag. Der Fotograf stand auf dem Balkon und machte die Aufnahmen von oben. Dennoch befanden sich einige Personen noch vor dem Kurhaus, als die Buche umfiel. Der Balkon bewahrte sie vor schwereren Verletzungen. So musste allein die Cousine des Bräutigams ins Krankenhaus, die am Fuß verletzt wurde. Später konnte sie es jedoch wieder verlassen. Den Schock musste das Hochzeitspaar zunächst aber verdauen. Gefeiert wurde anschließend in dem Nütterdener Gasthof "Zu den Forellenteichen".

Neben der Hochzeitsgesellschaft hatten auch die Fahrgäste eines Linienbusses Glück, der einige Meter vor dem umknickendem Baum anhalten konnte. Mit dem Schrecken davon kam eine Radfahrerin, die aus Donsbrüggen kommend früh genug sah, was da vor ihr Zweirad fiel.

Einer der ersten Helfer am Unfallort war Gregor Brockmann vom Ordnungsamt der Stadt Kleve. Er war gerade auf einem Kontrollgang im Klever Forstgarten unterwegs. "Ich habe es knacken hören", sagt Brockmann, der auch den Notruf absetzte.

Der Baum ist nach Schätzungen mehr als 100 Jahre alt und sah zumindest im Inneren kerngesund aus. Die Klever Wehr unter der Leitung von Stadtbrandinspektor Jürgen Buil war mit zehn Männern vor Ort und zerlegte die Buche, die einen Durchmesser von 70 Zentimetern hatte, in Stücke. Für Buil war der Einsatz extrem ungewöhnlich. Noch nie zuvor war es passiert, dass ein Baum dieser Kategorie umfiel, obwohl es nahezu windstill war.

Rolf Janssen, Chef der Klever Umweltbetriebe, konnte die Frage nach dem Grund für den Baumsturz nur mit einem Achselzucken beantworten. Heute wird der Klever Gartenmeister Hans Heinz Hübers sich das Gewächs anschauen. Hübbers erklärte, dass der Baum, wie alle anderen auch, jährlich untersucht und geschnitten werde.

Völlig zum Erliegen kam der Verkehr sowohl auf der Tiergartenstraße, die komplett gesperrt war, wie auch im Kreuzungsbereich an der Gruftstraße. Nach mehr als zweieinhalb Stunden Aufräumarbeiten konnte die Straße erst wieder freigegeben werden.

Quelle: RP
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