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Bedburg-Hau-Hasselt
Dachdeckerbetrieb geht in Flammen auf

Rauchsäule bei Großbrand in Bedburg-Hau
Rauchsäule bei Großbrand in Bedburg-Hau FOTO: E. Heinz
Bedburg-Hau-Hasselt. Hallen und ein angrenzendes Gebäude des Dachdeckerbetriebs Rogmann in Hasselt wurden gestern durch einen Großbrand völlig zerstört. Der Sachschaden wird auf 100.000 Euro geschätzt. Ursache war technischer Defekt. Von Peter Janssen

Als Ermin Heinz (66) gestern am Frühstückstisch aus dem Fenster schaute, sprang er schlagartig auf. Er blickte in eine riesige, schwarze Rauchwolke, die den Himmel verdunkelte. "Ich bin sofort herausgerannt, habe die Flammen gesehen und den Notruf gewählt", sagt Heinz. Da war es etwa 8.15 Uhr. Direkt hinter seinem Grundstück liegt die Lagerhalle des Dachdeckerbetriebs Rogmann. Genauer: lag. Der 66-Jährige ging an seine Grundstücksgrenze und sah, wie die Flammen den Betrieb zerstörten. Die Rauchentwicklung war so groß, dass man den Qualm auch in Emmerich sehen konnte.

Als die ersten Kräfte der Feuerwehr Bedburg-Hau auf dem Weg zum Brandort waren, wusste Einsatzleiter Stefan Veldmeijer, dass es sich hier um einen größeren Einsatz handelt. Er forderte bereits während der Fahrt weitere Kräfte an. Neben den Löschgruppen aus Hasselt, Hau, Schneppenbaum, Till-Moyland und Qualburg waren auch die Feuerwehr Kalkar, die Gerätewarte des Kreisfeuerwehrhauses Goch, der Rettungsdienst sowie die SEG Rettung der Malteser in Kleve im Einsatz. Insgesamt etwa 70 Kräfte waren vor Ort.

Stefan Veldmeijer sagte nach dem Einsatz: "Trotz der starken Rauchentwicklung bestand zu keiner Zeit eine Gefährdung für Bevölkerung und Umwelt." Selbst einige Kilometer von dem Brandort entfernt wurde mit einem Spezialwagen der Feuerwehr Kalkar gemessen, ob Luft durch die enorme Rauchentwicklung verschmutzt war.

Eine große Gefahr lagerte in der Halle: Gasflaschen, die zur Standardausrüstung eines Dachdeckerbetriebs gehören. Durch das Eingreifen der Wehr konnten 14 dieser Behälter geborgen und gekühlt werden. Sachschäden entstanden jedoch an vier vor der Halle abgestellten Pkw. Der entstandene Sachschaden wird insgesamt auf 100.000 Euro geschätzt. Die Werkshallen des Betriebs brannten komplett ab. Am Morgen hatte ein Sachverständiger den Brandort begutachtet. Nach polizeilichen Erkenntnissen wurde der Brand durch einen technischen Defekt ausgelöst.

Die Dachdeckerfirma Rogmann ist ein traditionsreiches Unternehmen und wird von Jacob und seinem Sohn Günter Rogmann geführt. Der Seniorchef hatte bei dem Wiederaufbau der Schwanenburg mitgeholfen und dort Dachdeckerarbeiten übernommen. Vor dem Umzug nach Hasselt war der Sitz der Firma in Kleve.

Nachbar Ermin Heinz kam mit dem Schrecken davon. Er hatte Sorge, dass die Flammen auf seine 14 Meter lange Holzhütte übergreifen, die nur zehn Meter von dem Brandort entfernt steht.

Lange konnte der 66-Jährige nicht an seinem Zaun stehenbleiben. "Die Hitze wurde irgendwann unerträglich", sagt er. Sicherheitshalber fuhr er seinen Mercedes aus der naheliegenden Garage. Glück hatten Ermin Heinz und seine Nachbarn. Der Wind stand günstig und wehte die Flammen und den Rauch in die andere Richtung auf ein Feld, was hinter der Halle liegt und direkt daran angrenzt.

Quelle: RP