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Kleve
"Behausungen" für die Kulturinsel

Kleve. Die Klever Künstlerin Dini Thomsen realisiert eine Installation im Schlosspark Moers. Von Anja Katzke

Die Holzhäuschen sind nicht komfortabel - aber sie bieten Schutz und ein Dach über dem Kopf. Es sind schlichte "Behausungen". Und so lautet auch der Titel der raumgreifenden Installation, die Dini Thomsen für die Kulturinsel "Nepix Kull" im Auftrag der Kunst-Initiative Seewerk Kapellen und des Moerser Kulturbüros geschaffen hat. Die Installation, mehrere Hütten auf Stelzen und mit unterschiedlich geformten Dächern, ist fertiggestellt und wartet darauf, zur Kulturinsel transportiert zu werden, um dort von der Suche nach einem vor Wind, Wetter und den Widrigkeiten des Lebens geschützten Ort zu erzählen. Seit zehn Jahren zeigt das Moerser Kulturbüro in Zusammenarbeit mit dem Skulpturenpark Seewerk jährlich im Spätsommer eine Installation auf der Kulturinsel, die Teil der zeitgleich am Silbersee in Kapellen stattfindenden großen Jahresausstellung mit Werken zeitgenössischer Künstler ist.

Durch die Kooperation mit dem Seewerk kamen die Schlosspark-Besucher in den vergangenen Jahren mehrfach in den Genuss spannender Präsentationen. Die Seewerk-Macher Angelika Petri und Frank Merks planten schon lange, die Arbeiten der aus den Niederlanden stammenden Künstlerin zu präsentieren. "Ich habe schon oft die Jahresausstellung hier besucht", sagt Dini Thomsen, die in Bedburg-Hau das ArToll-Kunstlabor mitbegründet hatte. Für die Installation "Behausungen" ließ sie sich von der Kulturinsel inspirieren.

"Ich arbeite gerne mit Materialien, die bereits ein Leben hatten", sagt die Künstlerin, die in Den Haag studiert hatte. Sie arbeitet mit alten Autoplanen, gebrauchtem Holz und Dingen, die "ärmer" wirken, wie es Dini Thomsen selbst bezeichnet. "Die Häuser wecken das Gefühl, wie es sein könnte, kein Zuhause zu haben. Und wie schön es sein kann, irgendwo angekommen zu sein", erläutert Angelika Petri.

Die Holzhäuser erinnern ein wenig an Hochsitze, wie "ein Schutz für Mensch und Tier", sagt Thomsen. Eine ähnliche Installation wird gleichzeitig auch in den Ausstellungsräumen des Seewerks in Kapellen zu sehen sein. Dort trägt die Arbeit den Titel "Vogelfrei" und erzählt vom Gefangensein. "Der Begriff ist ja seit Luther nicht mehr positiv besetzt. Als vogelfrei galt dann jemand, mit dem man alles machen konnte", erläutert Thomsen ihre Idee. Zur Installation gehören nicht nur die Holz-Gebilde, sondern auch archaisch anmutende Bilder, die auf Autoplanen entstanden sind - zum Teil gedruckt. Zu sehen sind Köpfe ohne Augen. Auch eine Ahnengalerie auf altem Palettenholz hat die Künstlerin nach Kapellen mitgebracht.

Neben Dini Thomsen hat bereits ein weiterer Künstler begonnen, seine Arbeiten im Seewerk einzurichten. Andrzey Swierczynski präsentiert unter anderem bemalte Telefonbücher und Romanbände. "Es sind 2000 übermalte Seiten", betont er verschmitzt.

Die Ausstellung wird am Samstag, 2. September, 14 Uhr, eröffnet.

Quelle: RP
 
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