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Kleve
Bensdorp: Fünf-Jahres-Plan soll "Kreativ-Viertel XOX" schaffen

Kleve: Bensdorp: Fünf-Jahres-Plan soll "Kreativ-Viertel XOX" schaffen
Noch ist es nur eine Animation, das "Kreativ-Viertel XOX". FOTO: HTM
Kleve. Ein Medizinisches Versorgungszentrum und eine Kindertagesstätte sollen an der Emmericher Straße entstehen, Wohnungen in alten Industriehallen, Gewerbe, Gastronomie und Kleinkunst entlang der Wege auf dem Gelände. Von Matthias Grass

Die Bagger haben die Fläche zwischen dem Gründerjahre-Backsteinbau mit Uhrentürmchen und der Bahntrasse abgeräumt. Es ist die Fläche, auf der der neue Netto-Markt hochgezogen werden soll. Christian Thieme rechnet fest mit der Baugenehmigung für den Markt auf dem Bensdorp-Gelände im September. "Wir werden dann sofort die Gewerke ausschreiben und wollen noch in diesem Jahr mit dem Bau des Marktes und der Wohnungen auf dessen Dach beginnen", sagt der Architekt von Hülsmann-Thieme-Minor-Architekten (HTM), die die Pläne für das Bensdorp-Gelände und für die XOX machen.

Während der Markt mit einer Geschosshöhe von knapp zwei Etagen rot verklinkert wird, sollen die Häuser mit ihren zwischen 50 und 60 Quadratmeter großen Wohnungen mit grauem Steinzeug aus Eternit hell verkleidet sein. Kommt die Baugenehmigung im September, sollte das Ensemble im Herbst 2018 fertig sein, rechnet Thieme. Zeitgleich mit dem Bau des Marktes soll die von der Politik eingeforderte Entwicklung der "anderen Straßenseite" begonnen werden. Auf dem XOX-Areal sind Wohnungen, Gewerbe und ein Kulturzentrum geplant, entlang der Emmericher Straße ein Medizinisches Versorgungszentrum (Ärztehaus) und eine Kindertagesstätte. Arbeitstitel: "Kreativ-Viertel XOX".

"Wir werden, wenn der Netto-Komplex 2018 fertig ist, 2019 mit dem Bau von 80 bis 90 Loft-Wohnungen in den Industrie-Hallen beginnen", sagt Jan Holtfester, Projektentwickler der Bensdorp- und der XOX-Flächen. Damit würde der Gebäudeteil, der auch das XOX-Theater beherbergt, ertüchtigt. Ebenso, wie der denkmalwerte Hallenbau daneben. Die Wohnungen würden so entwickelt, wie die im XOX-"Werk 2" an der Briener Straße, erklärt Thieme. Die seien alle sofort nach Fertigstellung vermietet gewesen. Der Architekt betont, dass es für den Wohnbau schon Baurecht gebe. Außerdem sollen in die Industriebereiche Höfe geschlagen werden, die das XOX-Areal auflockern und Licht für den Wohnbau bringen. Holtfester betont, dass alle Gewerbetreibende, Händler und Handwerker, die bis jetzt ihren Platz in der XOX gefunden haben, auch dort weiter unterkommen werden. Denn einerseits hat der Eigentümer des Areals, Udo Tjaden, in den vergangenen Jahren mehr als ein Dutzend Gewerbetreibende vom Händler, Handwerker über die Autowerkstatt bis zum Kunstschmied angesiedelt, andererseits gibt es auf dem Gelände aber Leerstände in fünfstelligem Quadratmeterbereich. "Es ist Platz für alle da", sagt Holtfester.

Und weil das Ganze den Titel "Kreativ-Viertel" trägt, möchten Thieme und Holtfester ein Kulturzentrum etablieren. "Darin soll ein Theater sein, ein Kulturraum - kurz, ein Zentrum für die Klever Kleinkunst und für die Klever Theater, ein Zentrum, das von allen genutzt werden kann", erklärt Thieme. Erschlossen werden soll das neue Kreativviertel auch von der Emmericher Straße. Die Planer möchten zwei Durchbrüche auf das Gelände machen. Der ehemalige Herbrand-Pavillon soll dem Ärztehaus weichen, für das Thieme das Schema entwickelt hat: Es gibt im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss 600 Quadratmeter Fläche, in einem möglichen zweiten Obergeschoss 300 Quadratmeter. Rechts neben dem Ärztehaus ist eine Kindertagesstätte mit zwei bis drei Gruppen und Flächen von 350 Quadratmeter im Erd- und im ersten Obergeschoss geplant. "MVZ und Kita sollen so gebaut werden, dass man die dahinter liegenden schön sanierten Fassaden der Industriebauten sehen kann", sagt Holtfester.

Sowohl für MVZ als auch für die Kita sieht der Projektentwickler einen Bedarf in Kleve. Deshalb werden diese Gebäude parallel zu der Wohnbebauung entwickelt und wären der nächste Schritt. Holtfester hofft, das Vorhaben in fünf Jahren abschließen zu können. Für die Entwicklung der Industrieflächen Bensdorp und XOX rechnet er mit zehn Jahren.

Quelle: RP
 
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