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Kreis Kleve
Berufung gefunden in ambulanter Pflege

Kreis Kleve: Berufung gefunden in ambulanter Pflege
Geschäftsführer Pfarrer Joachim Wolff, Brigitte Stammen, Mirjana Puff, Sigrid Messerschmidt-Sprenger und Abteilungsleiter der Ambulanten Pflege, Malcolm Lichtenberger (v.l.). FOTO: privat
Kreis Kleve. Drei Frauen bekommen in der kommenden Woche das Kronenkreuz der Diakonie für ihren langjährigen Einsatz verliehen. Trotz Zeitknappheit und vielfältiger Belastung sind die drei in ihrem Beruf sehr zufrieden. Von Anja Settnik

Man kann nur hoffen, dass im Prinzip allen Unternehmen ihre Mitarbeiter "wertvoll" sind. Die Diakonie im Kirchenkreis Kleve jedenfalls hat dieses Adjektiv als Überschrift für ihr Jahresfest gewählt. Dabei geht es nämlich um die Ehrung langjähriger Mitarbeiter, Frauen meist, denn der Großteil des Personals besteht aus Pflegekräften. Drei verdiente Damen werden am Mittwoch, 26. August, in der Kleinen Kirche an der Klever Böllenstege für ihr jahrzehntelanges Engagement ausgezeichnet. Sie und viele andere verdienen mit ihrer sozialen und pflegerischen Arbeit nicht nur ihren Lebensunterhalt, sondern sind parallel noch ehrenamtlich tätig. Für die meist alten Menschen, die ihnen wertvoll sind.

Brigitte Stammen, Sigrid Messerschmidt-Sprenger und Mirjana Puff werden diesmal das "Kronenkreuz" verliehen bekommen, weil sie 25 Jahre bei der Diakonie im Dienst waren oder mit fast so vielen Dienstjahren in den Ruhestand getreten sind. Alle drei berichteten jetzt im RP-Gespräch, warum sie ihre Aufgabe trotz aller Schwierigkeiten lieben. "Es ist schwieriger geworden, der Zeitdruck ist enorm", sagt Brigitte Stammen. Wie früher mit den Kunden zwischendurch mal schnell einen Kaffee trinken und ein Brötchen essen - das ist nicht mehr drin. "Die Zeit brauchen wir schon für die Dokumentation", erklärt die Pflegerin. Dennoch versuche sie, so viel Ruhe und Wärme auszustrahlen, wie das bei der engen Zeittaktung nur möglich sei. "Da sind ja Menschen, zu denen ich vier, fünf Jahre komme. Da lernt man sich gut kennen. An den langfristigen Pflegebeziehungen ist auch gut, dass ich mich in den Haushalten auskenne, ich muss nichts mehr suchen", sagt sie. Mirjana Puff weiß genau, was die Kollegin meint. Erst seit kurzem ist sie Rentnerin, aber die ambulante Pflege ist so sehr ihre Lebensaufgabe, dass ihr noch jeder Moment gegenwärtig ist. "Wir haben es mit sehr unterschiedlichen Menschen zu tun, natürlich auch mit sehr unterschiedlichen Wohn- und Lebensverhältnissen.

Die Haushalte sind mal top und mal chaotisch, aber immer müssen wir uns darin zurechtfinden. Ebenso die Patienten, die wir ja heute Kunden nennen: Einige sind herzlich, andere distanziert. Mit der Zeit habe ich aber zu allen ein gutes Verhältnis aufgebaut." Nur ganz selten stimme die Chemie so wenig, dass es besser sei, dem Kunden oder der Kundin eine andere Pflegerin zuzuordnen. Dass dies dann auch in Ordnung ist, dafür sind die Frauen ihrem Fachbereichsleiter Malcolm Lichtenberger sehr dankbar. Wie sie überhaupt - in seiner Abwesenheit - geradezu von dem Vorgesetzten schwärmen.

Wobei auch frühere "Chefs" offenbar gute Typen waren. "Ich denke so oft an Heide Hoppe, die immer mit ihrem Motorrad unterwegs war und in der Lederkluft auch in die Wohnungen marschierte", freut sich Mirjana Puff noch nachträglich.

Damals gab es noch Dienstpläne auf Papier statt als Computerdatei, kein Handy, keinen Scanner zum Digitalisieren ach, ja. Sigrid Messerschmidt-Sprenger ist seit 25 Jahren für die Sozialberatung und die Müttergenesung zuständig. Im gesamten Kirchenkreis beraten sie und eine Kollegin jeden, der das wünscht, in allen Lebenslagen. Die beiden Stellen werden nur aus Kirchensteuermitteln finanziert und dienen auch als Schnittstelle zwischen Kirche, Gemeinden und Wohlfahrtsverband.

Pfarrer Joachim Wolff, Geschäftsführer der Diakonie, ist stolz auf seine 35 Pflege-Fachkräfte und ebenso auf alle übrigen Mitarbeiter und Ehrenamtler. Er rechnet mit einer schönen Feier am Mittwoch.

Quelle: RP
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