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Kleve-Bimmen
Beutelmeise baut Nest in Niederung - sehr selten

Kleve-Bimmen: Beutelmeise baut Nest in Niederung - sehr selten
Ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten als Künstler und als Techniker der besonderen Art beweisen männliche Beutelmeisen beim Nestbau. FOTO: Killewald
Kleve-Bimmen. Nicht nur der Kranenburger Nabu-Naturschutzreferent Andreas Barkow reagierte begeistert auf das Foto, das am Wochenende dem Bimmener Hobby-Tierfotografen Killewald in Pannerden gelungen ist. Von Dieter Dormann

Sie wiegt nur bis zu 20 Gramm und wird lediglich 20 Zentimeter groß. Allein schon deshalb ist sie in der Natur schwer zu entdecken. In den Rheinniederungen zwischen dem Kleverland und der Millinger Ward bei Nimwegen in den Niederlanden ist sie laut Fachleuten zudem nur äußerst selten anzutreffen: die Beutelmeise. Ebenfalls sehr ungewöhnlich ist es, dass die winzigen Vögel dort brüten. Und "wahre Meisterwerke" sind die Nester, die die Männchen bauen. Gleich mehrere Exemplare der ovalen, etwa 17 Zentimeter hohen und elf Zentimeter breiten Gebilde aus Spinnweben, Samenwolle und Pflanzenfasern hängen die Beutelmeisen an dünnen Zweigen nahe dem Wasser auf - das Weibchen hat dann die Qual der Wahl.

Dem Vogel-Fotografen Franz Josef Killewald aus Bimmen ist es am vergangenen Samstag im niederländischen Pannerden nahe seinem Wohnort gelungen, ein Beutelmeisen-Nest samt Männchen zu fotografieren. "So ein Foto zu machen, das ist die Krönung", sagt der Rentner, der seit vielen Jahren die Vogelwelt in der Niederung diesseits und jenseits der Grenze fotografisch dokumentiert. Auf das Nest der Beutelmeisen war der Bimmener "eher zufällig" aufmerksam geworden, als er eigentlich nach einer Rohrdommel Ausschau hielt. Dabei fiel dem Fotografen ein niederländisches Ehepaar auf, das die "Sensation" intensiv beobachtete.

"Toll. Das ist super", schwärmt auch Andreas Barkow, Naturschutzreferent der Nabu in Kranenburg, als er von dem Foto des in der Region "leider, leider" sehr selten gewordenen Vogels erfährt. Die filigran gebauten Nester der Beutelmeisen sind seiner Meinung nach eines der "tollsten" Nester, die Vögel bauen würden. "Sie sind absolut freihängend - damit sehr sicher vor Feinden", betont der Naturschutzreferent. Zwei bis drei Wochen würden die Männchen in den Nestbau investieren. Zum Vergleich: Amseln bauen ein Nest in einer Woche.

Inzwischen hat Franz Josef Killewald die zuständigen niederländischen Naturschutz-Behörden informiert. Diese planen, die Zufahrt zum Nest der Beutelmeisen abzusperren, damit die Tiere bei ihrem Brutgeschäft im Mai und Juni nicht gestört werden. Fünf bis acht Eier legen die Weibchen. Nach etwa zweiwöchiger Brutzeit schlüpfen die Jungen. Oft füttern sie nur die Weibchen - die Männchen haben ja allein die Nester gebaut.

Quelle: RP
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