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Kalkar
Birgit Mosler auf Stichwahl eingestellt

Kalkar: Birgit Mosler auf Stichwahl eingestellt
In Grieth ist sie zuhause: Bürgermeisterkandidatin Birgit Mosler FOTO: Gottfried Evers
Kalkar. Sie ist parteiunabhängig, tritt aber für die in der Kandidatenfrage vereinten Parteien SPD und FDP an. Birgit Mosler, 49-jährige Grietherin, hat ein Herz für die Dörfer. Sie ist sicher, in Kalkar für eine gute Entwicklung sorgen zu können. Von Anja Settnik

Birgit Mosler fiebert dem 27. September entgegen. Klar, auch der Sonntag zwei Wochen früher wird spannend, aber der, da ist sich die Kandidatin sicher, wird keinen echten Sieger hervorbringen. Mosler tritt als Parteilose für die Kalkarer SPD und für die FDP an. Ihren Wunsch, Gerhard Fonck (CDU) abzulösen, teilen drei weitere Mitbewerber, aber die Grietherin glaubt daran, in die Stichwahl zu kommen. Gerhard Fonck contra Birgit Mosler - um diese Entscheidung wird es letztlich gehen, ist die 49-Jährige überzeugt.

Mit Politik beschäftigt sich die Herausforderin noch nicht sehr lange, wohl aber mit Themen, die für die Entwicklung heutiger Städte und Gemeinden wichtig sind. "Smart Village" heißt das Projekt, an dem die Projektkoordinatorin der Klever Hochschule derzeit arbeitet. "Ich bin da an der Schnittstelle zwischen Forschung und Praxis", sagt sie. Auch die Mobilität im ländlichen Raum ist ein Thema, das gut zu ihrem (gewünschten) neuen Job passen würde. Und sie könne netzwerken. "Kommunikation ist heute absolut unverzichtbar, wir müssen gemeinsam an einem Strang ziehen, und das möglichst ohne parteiliche Rücksichtnahme", findet Mosler.

Vor 17 Jahren ist sie aus Emmerich zugezogen und hat es in diesen Jahren geschafft, zumindest in Grieth allseits bekannt zu sein. Beim Besuch der Dorfwettbewerb-Kommission präsentierte sie ihren Ort - unter anderem mit Jochem Reinkens, dem SPD-Fraktionschef, mit dem sie sehr gut klarkomme. "Wir haben schon in der Vergangenheit oft wichtige Themen angepackt." Derzeit ist der geplante Dorfladen ein Projekt, in das sich Birgit Mosler hineinkniet. Sie will ihr Dorf und am liebsten die ganze Stadt lebendig halten.

Die Grietherin betont, dass sie "auch mit der CDU keine Probleme" habe. Vor der Ratsarbeit mit schwierigen Mehrheiten habe sie deshalb keine Angst. "Sie dürfen meine Parteilosigkeit durchaus als Statement verstehen. Wenn man Mehrheiten finden möchte, ist es eher hilfreich, nicht parteipolitisch festgelegt zu sein."

Mosler will über Themen diskutieren, und zwar über die echten, großen Probleme, die heute zur Lösung anstehen. Das sind in ihren Augen Stadtentwicklung, Wirtschaft, Arbeitsplätze, Bildung. Die Schulen unterstützen, wo immer das möglich ist, Tourismus und Kultur stärken, den Ortsteilen helfen, ihre Identität zu bewahren - das ist Birgit Mosler wichtig. Bei "Wirtschaft" denkt sie zum Beispiel an zukunftsorientierte Start-ups, bei Arbeitsplätzen durchaus auch an Kleinbetriebe in den Dörfern.

Sie weiß, dass die Haushaltslage angespannt ist und sich dies so schnell nicht ändern wird. Deshalb sollten Ehrenamtler stärker einbezogen werden und ihre eigene Verantwortung erkennen, wenn es um ein möglichst gutes Miteinander gehe.

"Wir müssen mit kleinem Budget einen Mehrwert erreichen, Betroffene zu Beteiligten machen", wirbt sie. Die Bürger müssten den Eindruck gewinnen, dass es auf sie ankomme. Mit Blick auf den amtierenden Rathauschef und dessen straffe Amtsführung sagt Mosler: "Ich will nicht Geschäftsführer werden, sondern Bürgermeisterin. Geschäftsführer kann Fonck bestimmt besser, aber ich glaube, es kommt heute auf etwas anderes an. Ich möchte den Job machen und für Kalkar etwas bewegen."

Quelle: RP
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