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Kreis Kleve
Bleibt es bei fünf Landratskandidaten?

Kreis Kleve: Bleibt es bei fünf Landratskandidaten?
Wolfgang Spreen (CDU), der Amtsinhaber.
Kreis Kleve. Heute um 18 Uhr läuft die Bewerberfrist für die Landrats-Kandidatur aus. Im Kreis Kleve wollen vier Herausforderer Amtsinhaber Wolfgang Spreen stürzen. Rund 257 600 im Kreis lebende EU-Bürger ab 16 Jahren können mitbestimmen. Von Anja Settnik

Heute ist die allerletzte Chance, seinen Hut als Landratskandidat in den Ring zu werfen: Um 18 Uhr läuft die Frist für die Bewerber um die Position des Chefs der Klever Kreisverwaltung aus. Fünf der im Kreistag vertretenen Parteien haben im Laufe der vergangenen Wochen und Monate ihre Hoffnungsträger benannt. Die CDU setzt weiter auf Amtsinhaber Wolfgang Spreen, der seit 2004 dem Kreistag vorsitzt und vorher bereits sieben Jahre Kreisdirektor in Kleve war. Der 60-Jährige Klever (geboren in Berlin) könnte nun zum zweiten Mal wiedergewählt werden.

Das möchte unter anderen Jürgen Franken verhindern. Der 51-jährige Finanzwirt aus Kranenburg sieht seine Partei, die SPD, geschlossen hinter sich: 102 von 103 stimmberechtigten Mitgliedern hatten ihm bei der Delegiertenkonferenz ihre Stimme gegeben - ein Vertrauensvorschuss, der den Kommunalpolitiker selbst erstaunte. Vorrangig war Franken früher den Kranenburgern bekannt, seit dem Rückzug Roland Katzys führt er auch die SPD-Kreistagsfraktion. Angesichts der Wahlergebnisse der jüngsten Kommunalwahl hält er es für möglich, die "schwarze" Zeit im Kreishaus zu beenden.

Jürgen Franken, Herausforderer von der SPD.

Im Mai 2014 hatte die CDU erstmals im Kreis ihre absolute Mehrheit verloren, was der Opposition ordentlich moralischen Auftrieb gab. Wenn es eine Stichwahl gibt - bei fünf oder mehr Kandidaten ist das sehr wahrscheinlich - "dann ist alles möglich", sagt Franken. Er wünscht sich für die Wahl am 13. September natürlich möglichst viele der rund 257 600 möglichen Stimmen. Wenn es für die Mehrheit nicht ganz reicht, setzt er auf den 27. September, das Datum für die Stichwahl.

Für die übrigen Bewerber dürfte bis dahin allerdings klar sein, dass sie mit der Entscheidung nichts mehr zu tun haben. Rechtsanwalt Dietmar Gorißen (56) etwa gestand im RP-Gespräch nach seiner Nominierung, dass es ihm darum gehe, "CDU-Amtsinhaber Wolfgang Spreen und seinem Herausforderer Jürgen Franken von der SPD möglichst viele Stimmen" wegzunehmen. Damit wolle er zeigen, dass die FDP im Kreis von den Bürgern wahrgenommen wird. "Auf unsere Ideen kann man nicht verzichten."

Dietmar Gorißen ist erfahrener Wahlkämpfer der FDP.

Eine Meinung, die zum Beispiel Ludwig Ramacher von den Grünen nicht teilt. Der Wachtendonker hat sich von Parteifreund Bruno Jöbkes überzeugen lassen, der richtige Mann als Landrat zu sein. Ramacher hat schon zweimal (ohne Erfolg) versucht, in seiner Heimatgemeinde Bürgermeister zu werden; nun sähe er sich gerne als Chef der Kreisverwaltung.

Die Positionen des 58-jährigen Entsorgungsfachmanns dürften allerdings nicht allen Grünen zusagen: Zum Beispiel ist er kein Flughafengegner. Und damit vielleicht wählbar für einige, an die er selbst nicht denkt?

Ludwig Ramacher (Grüne) möchte ebenfalls Landrat werden.

Als bislang letzter Aspirant kam vor wenigen Tagen Jordi Preußer aus der Deckung. 66 Jahre ist er alt, lebt in Geldern und hat 2007 den Kreisverband der Linken mitgegründet. In seiner Heimatstadt ist er Ratsmitglied und Geschäftsführer der Kreistagsfraktion "Die Linke /Piraten".

Sein Geld verdiente Preußer als Meister im Bereich Sanitär und Heizung. Preußers Leidenschaft gilt der Musik; unter anderem spielt er Didgeridoo, das Instrument der australischen Ureinwohner.

Seit 1999 werden in Nordrhein-Westfalen Bürgermeister und Landräte direkt gewählt. Am Sonntag, 13. September, also in knapp sieben Wochen, werden diejenigen Bürgermeister und Landräte gewählt, die 2014 noch nicht zur Wahl standen. Zur Erinnerung: Die Amtszeit der Hauptverwaltungsbeamten beträgt sechs Jahre, während die Räte bislang stets für fünf Jahre gewählt wurden. Da im Jahr 2020 die Ratswahlen zusammen mit den Bürgermeisterwahlen stattfinden sollen, wird die Ratsperiode einmalig auf sechs Jahre verlängert. Einige Amtsinhaber wollten sich nicht ein Jahr früher als nötig zur Wiederwahl stellen. Im Kreis Kleve werden in 14 Kommunen Bürgermeister gewählt, zudem geht es um die Position des Landrats. Wählen dürfen alle EU-Bürger ab 16 Jahren - insgesamt rund 257 600. Gewählt ist, wer mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen bekommt. Spätestens bei der Stichwahl.

Quelle: RP
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