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Kleve-Rindern
Blumen Selders hört nach 40 Jahren auf

Kleve-Rindern: Blumen Selders hört nach 40 Jahren auf
Angelika (64) und Heinz Selders (65) vor ihrem Blumengeschäft an der Keekener Straße 10 in Rindern. Dort ist derzeit Räumungsverkauf. Ende des Monats ist Schluss, dann geht das Ehepaar in den wohlverdienten Ruhestand. Beide bedanken sich bei ihren Kunden für deren langjährige Treue. FOTO: Gottfried Evers
Kleve-Rindern. Kleves zweitältester Blumenladen schließt. Angelika Selders hatte das Geschäft in den 70ern mit ihrem Mann Heinz von ihren Eltern übernommen. Jetzt wollen beide ihren Ruhestand genießen. Verhandlungen mit Nachmietern laufen. Von Marc Cattelaens

Es gibt nicht viele Blumenläden in Kleve, die eine so lange Tradition haben. 40 Jahre lang haben Angelika (64) und Heinz Selders (65) ihr Geschäft an der Keekener Straße 10 in Rindern betrieben. Das macht den Blumenladen zum zweitältesten in der Schwanenstadt. Doch Ende des Monats ist Schluss - das Ehepaar Selders geht in den wohlverdienten Ruhestand und gibt seinen Laden auf.

In der zweiten Generation führen die Selders den Betrieb in Rindern. Die Eltern von Angelika Selders haben nach dem Krieg 1947 mit Gemüsepflanzen begonnen. In den 70er Jahren eröffneten Angelika und Heinz Selders eine Gärtnerei für Topfpflanzen. Dann gab es noch den von den Eltern betriebenen Verkauf von Schnittblumen im angrenzenden Ladenlokal, den das Ehepaar in den frühen 80ern übernahm und in Eigenregie führte. Die Gärtnerei hatten Angelika und Heinz Selders bereits 2010 aufgegeben, Ende dieses Monats schlägt auch für den Blumenladen die letzte Stunde. Bis dahin läuft der Räumungsverkauf - alle Waren werden zu reduzierten Preisen angeboten.

Einen Nachfolger gibt es nicht. "Unsere Tochter und unser Sohn haben beide einen anderen Weg eingeschlagen, sind akademisch ausgebildet", sagt Heinz Selders. Der Gärtnermeister und Florist sowie seine Frau sind deswegen aber nicht traurig. Ganz im Gegenteil. "Wir hatten eine schöne Zeit in unserem Betrieb und unsere Kinder sind auch glücklich mit dem Weg, den sie eingeschlagen haben", sagt Angelika Selders.

Beide sind froh, dass sie in der glücklichen Lage sind, nicht mehr für ihr Auskommen arbeiten zu müssen. Gutes Geld zu verdienen, sei heute mit einem kleinen Blumenladen auch nicht mehr so einfach, so Heinz Selders. "Blumen gibt es heute in den meisten Supermärkten zu kaufen, selbst an Tankstellen ist das möglich", ergänzt seine Frau. Deswegen hat das Ehepaar, neben dem Blumenladen, auch immer erfolgreich darauf gesetzt, Blumen-Arrangements für Feierlichkeiten wie Hochzeit, Taufe oder Kommunion anzubieten. Auch "Sonderwünsche" wie eine dekorierte Kutsche zum Goldhochzeitstag, gut gewachsene Fuchsienhochstämmchen für ein Ehepaar oder Krategus-Pflanzen für holländische Gartenfreunde, haben die Selders gerne erfüllt. Zusätzlich haben sie sich einiges einfallen lassen, Sonderöffnungszeiten und jede Menge Deko-Anreize.

Gerade für den Ortsteil Rindern ist die Geschäftsaufgabe ein Verlust. Doch vielleicht muss der Laden nicht lange leerstehen. "Wir führen derzeit Verhandlungen mit potenziellen Nachmietern. Die sind noch ergebnisoffen", sagt Angelika Selders. Ein Florist ist zwar nicht unter den Interessenten, aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Quelle: RP
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